Reiseinformation

Namibia: beste Reisezeit, Einreise, Reiseinfos

Wann Namibia für Safari und Motorrad am besten ist: Trockenzeit oder Regenzeit, Klima Monat für Monat, dazu Visum, Fahrzeugpapiere und Spritplanung vor der Abreise.

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Visum
Visumfrei bis 90 Tage (DE, AT, CH, EU)
Bei Einreise wird der Stempel automatisch für 90 Tage gesetzt, keine Vorab-Beantragung nötig
Passgültigkeit
Mind. 6 Monate über das Ausreisedatum hinaus, mind. 3 freie Seiten
Beste Reisezeit
Mai bis September (Trockenzeit, kühle Nächte, klare Pisten)
Währung
Namibia-Dollar (NAD), 1:1 an den Rand gekoppelt, ZAR wird überall akzeptiert
Zeitzone
MEZ +1 (kein eigener Sommerzeit-Versatz zu Deutschland im Sommer)
Fahrseite
Linksverkehr
Helm & Ausrüstung
Helmpflicht für Fahrer und Beifahrer
Hauptverkehrsader
B1 (Nord-Süd-Achse) und B2 (Windhoek-Swakopmund) asphaltiert, alles Weitere meist Gravel
Kraftstoff
Bleifrei an allen größeren Orten, auf Gravel-Etappen Tankstellen bewusst einplanen
Internat. Führerschein
Internationaler Führerschein empfohlen, da der deutsche Führerschein nicht in Englisch ausgestellt ist

Tierbeobachtung in Namibia: Trockenzeit oder Regenzeit

In der Trockenzeit stehen die Tiere an den Wasserlöchern, in der Regenzeit füllt sich die Etosha-Pfanne mit Flamingos und die Jungtiere kommen zur Welt.

Namibia hat keine große Wanderung wie die Serengeti, das Ereignis hier ist das Wasser. Von Mai bis Oktober fällt im Etosha-Nationalpark praktisch kein Regen, die Pfützen im Busch trocknen aus, und Elefanten, Zebras, Giraffen, Oryx und Springböcke müssen an die gut 30 Wasserlöcher entlang der Touristenpisten. Du siehst dann an einem einzigen Wasserloch wie Okaukuejo, Halali oder Namutoni in einer Stunde mehr Tiere als in der Regenzeit an einem ganzen Tag. Das Gras ist niedrig, die Mopanebäume sind kahl, die Sicht reicht Hunderte Meter weit. Löwen und Hyänen legen sich nahe der Wasserstellen auf die Lauer, Spitzmaulnashörner kommen nachts an die beleuchteten Wasserlöcher der 3 Camps. Die meisten Sichtungen hast du von August bis Oktober, wenn das Wasser am knappsten ist. Der Preis dafür: Oktober ist mit 34°C am Tag der heißeste Monat.

Mit den ersten Regenfällen im November verteilen sich die Tiere über den ganzen Park, weil überall Wasser steht. Von Dezember bis März ist das Gras hoch und grün, die Sicht oft auf 50 m begrenzt, und Nebenpisten im Park sind aufgeweicht. Dafür kommen im Dezember und Januar die Springbock- und Gnukälber zur Welt, und wenn die Pfanne nach ergiebigem Regen Wasser führt, was nicht jedes Jahr passiert, brüten dort bis zu 1 Million Zwerg- und Rosaflamingos, meist zwischen Januar und März. Dazu sind über 100 Zugvogelarten im Land, darunter Bienenfresser, Kuckucke und Störche.

Außerhalb von Etosha gilt derselbe Rhythmus. Im Damaraland und Kaokoveld folgst du den Wüstenelefanten in den Trockenflussbetten von Ugab, Huab und Hoanib, am verlässlichsten von Juni bis Oktober, wenn sie sich an die wenigen Wasserstellen halten. In der Zambezi-Region (Bwabwata, Mudumu, Nkasa Rupara) sammeln sich von Juli bis Oktober mehrere Tausend Elefanten am Kwando, während Nkasa Rupara von Januar bis April meist überflutet und für Fahrzeuge nicht erreichbar ist. An der Küste ist die Robbenkolonie am Cape Cross mit bis zu 100.000 Tieren das ganze Jahr da, die Jungen werden im November und Dezember geboren.

Region Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Etosha-Nationalpark (Wasserlöcher, Großwild)
Etosha-Pfanne (Flamingos, Zugvögel)
Damaraland und Kaokoveld (Wüstenelefanten)
Zambezi-Region (Bwabwata, Mudumu, Nkasa Rupara)
Küste (Cape Cross, Walvis Bay Lagune)
Beste Sichtungen Gute Chancen Kaum Sichtungen

Motorradtouren durch Namibia

Von der geführten Gruppentour durchs Damaraland bis zur großen Rundreise über Südafrika, Namibia, Botswana bis zu den Victoriafällen.

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Das sagen Gäste über ihre Reise in Namibia

★★★★★

Tobias K.

Die Organisation der Namibia Erlebnisreise im Overlandtruck war durchdacht und strukturiert. Die täglichen Abläufe wurden durch regelmäßige Briefings und klare Informationen zum Reiseverlauf unterstützt, beispielsweise beim Besuch der spektakulären Sossusvlei mit Düne 45. Die Gruppengröße von maximal 20 Personen sorgte für eine angenehme Atmosphäre, und...

★★★★★

Alexander R.

Die Routenplanung der Wüstensafari in Namibia ist durchdacht und bietet beeindruckende Etappen wie die Erkundung des Fish River Canyons und die Faszination der Sossusvlei Dünen. Die Kombination aus verschiedenen Unterkunftsoptionen, wie Camping und festen Zelten, und die maximale Gruppengröße von 20 Personen ermöglichen eine intime...

★★★★★

Michael N.

Die Betreuung durch das qualifizierte Team auf der Kleingruppenreise durch Namibia war durchweg professionell und ansprechend. Während der Tagestouren zu Düne 45 und Deadvlei sind die Guides klar auf die unterschiedlichen Interessen der maximal 12 Teilnehmer eingegangen. Regelmäßige Briefings vor den Aktivitäten sowie individuelle Tipps...

Wetter und Klima in Namibia, Monat für Monat

Die Tabelle zeigt Okaukuejo im Etosha-Nationalpark, die Region, in der die meisten Safaris den Großteil ihrer Tage verbringen. Namibia liegt auf der Südhalbkugel: Sommer ist Dezember bis Februar mit 31 bis 33°C und 7 bis 10 Regentagen im Monat, Winter ist Juni bis August mit 25°C am Tag und 7°C in der Nacht. Regen fällt fast nur von November bis April, im ganzen Jahr rund 400 mm, und meist als Gewitter am späten Nachmittag, das nach 1 Stunde vorbei ist.

Zwischen den Regionen liegen große Unterschiede. Windhoek auf 1.650 m ist im Winter nachts bei 6°C, im Süden um Keetmanshoop und am Fish River Canyon fällt das Thermometer im Juli auf 2°C und im Sommer steigt es über 38°C. Swakopmund und die gesamte Küste bleiben durch den kalten Benguelastrom das ganze Jahr bei 15 bis 25°C, mit Nebel an bis zu 100 Tagen im Jahr. Die Zambezi-Region im Nordosten ist mit 600 bis 700 mm Regen und 60 bis 70 Prozent Luftfeuchte im Februar der feuchteste Teil des Landes.

Monat Max °C Min °C Regentage Luftfeuchte % Sonnenstunden
Jan Regenzeit 33 19 9 55 8
Feb 31 18 10 60 8
Mär 30 17 8 55 8
Apr 29 14 3 45 9
Mai Trockenzeit 27 10 1 35 10
Jun 25 7 0 30 10
Jul 25 7 0 28 10
Aug 28 9 0 25 10
Sep 32 14 0 22 10
Okt 34 18 2 25 10
Nov Regenzeit 34 19 5 35 9
Dez 33 19 7 45 8

Beste Reisezeit nach Landesregion

Der Süden ist praktisch ganzjährig befahrbar, im Nordosten entscheidet die Regenzeit über matschige oder überflutete Pisten.

8 Ideal
Beste Reisezeit
Mai bis September (Trockenzeit)

Kühle, klare Trockenzeit mit den besten Pistenverhältnissen landesweit; Nächte im Süden und auf dem Hochland können unter 0°C fallen.

Region Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Namib und Süden (Sossusvlei, Fish River Canyon, Lüderitz)
Zentrum und Norden (Damaraland, Etosha, Windhoek-Achse)
Zambezi-Region / Caprivi-Streifen (Nordosten)
Ideal Machbar Nicht befahrbar

Namibia ist überwiegend Wüsten- und Halbwüstenland, deshalb entscheidet nicht Regen über Komfort, sondern über Pistenzustand und Flussdurchfahrten. Im Süden (Namib, Sossusvlei, Fish River Canyon) ändert sich die Befahrbarkeit über das Jahr kaum, hier zählt vor allem die Hitze: Dezember bis Februar liegen Tagestemperaturen oft über 38°C, das ist für lange Etappen auf dem Motorrad und für Kühlwasser/Fahrer-Hydration die eigentliche Grenze, nicht der Straßenzustand.

Im Zentrum und Norden (Damaraland, Etosha) werden Lehmpfannen- und Nebenpisten nach Regen (Januar bis März) rutschig und teils spurlos, die B- und C-Hauptrouten bleiben aber ganzjährig befahrbar. Der Nordosten (Zambezi-Region/Caprivi) bekommt mit bis zu 700 mm Jahresniederschlag den meisten Regen des Landes, konzentriert zwischen Dezember und März; Nebenstrecken zu Feuchtgebieten und Wildreservaten können dann durch Hochwasser vom Kwando und Sambesi zeitweise unpassierbar werden, die geteerte B8 (Trans-Caprivi-Highway) bleibt in aller Regel offen.

Trockenzeit (Mai bis September) ist deshalb landesweit die verlässlichste Reisezeit: feste Pisten, kaum Insekten, gute Sicht bei Wildbeobachtung auf der Straße bei Dämmerung. Oktober/November sind die heißesten Monate vor dem ersten Regen, oft mit Staub und Hitzegewittern am Nachmittag.

Beste Reisezeit, je nachdem was du vorhast

Tiere sehen: Juli bis Oktober

In diesen 4 Monaten hängt alles Wild in Etosha an den Wasserlöchern, das Gras ist abgefressen und die Sicht frei. Am Wasserloch von Okaukuejo zählst du an einem Nachmittag oft 5 bis 8 Arten gleichzeitig, nachts kommen Nashörner unter Flutlicht. Im Damaraland stehen die Wüstenelefanten im Hoanib und Ugab, in der Zambezi-Region am Kwando. Die Kehrseite: September und Oktober sind mit 32 bis 34°C heiß, und die Lodges im Park sind 6 bis 9 Monate im Voraus ausgebucht.

Wer Hitze schlecht verträgt: Mai bis August

Tagsüber 25 bis 28°C, trockene Luft, keine Gewitter, kaum Mücken: Der namibische Winter ist die schonendste Zeit für lange Fahrtage und für alle, die über 35°C schlecht schlafen. Rechne mit kalten Nächten, in Etosha 7°C, im Süden und in Windhoek bis 0°C und darunter, also mit Fleece und Mütze für die Pirschfahrt um 6 Uhr. Die Sichtungen sind schon gut, wenn auch noch nicht so dicht wie im September. Malaria ist in dieser Zeit auch im Norden kaum ein Thema.

Die beliebteste Zeit: Juli bis September

Trockenzeit, Wild an den Wasserlöchern, europäische Sommerferien: Diese 3 Monate ziehen die meisten Besucher an. Das merkst du an den Camps in Etosha und Sesriem, die oft ein halbes Jahr vorher belegt sind, an der Schlange am Sossusvlei-Tor um 6 Uhr und an höheren Lodgepreisen. Wer flexibel ist, nimmt Juni oder Oktober: dieselben Bedingungen, deutlich weniger Fahrzeuge an den Wasserlöchern, und die kurzen Gruppenreisen von 10 bis 12 Tagen laufen ohnehin durch beide Monate.

Vögel und grüne Landschaft: Januar bis März

Nach den Regenfällen steht Etosha in Gras, die Kalahari im Osten blüht, und die Etosha-Pfanne kann für Wochen ein flacher See sein. Dann brüten Flamingos und Pelikane, und mehr als 340 Vogelarten sind im Park unterwegs, darunter Bienenfresser, Rotschopfkuckuck und Weißstörche aus Europa. Großwild ist verstreut und schwerer zu finden, dafür sind die Kälber von Springbock, Gnu und Zebra wenige Wochen alt. Gewitter fallen am späten Nachmittag, die Nebenpisten sind teils gesperrt.

Für Fotografen: April, Mai und Oktober

April und Mai liefern die klarste Luft des Jahres: Der Staub ist abgewaschen, das Gras noch grün, die Wasserlöcher füllen sich wieder mit Tieren, und die Sonne steht flacher als im Hochsommer. Oktober ist die Gegenrichtung: staubige, weiße Pfanne, Elefanten im Gegenlicht am Wasserloch, Hitzeflimmern ab 10 Uhr. Für Sossusvlei zählt in jedem Monat nur die erste Stunde nach Sonnenaufgang, das Tor öffnet mit dem Sonnenaufgang, im Juni gegen 7:15 Uhr, im Dezember gegen 5:45 Uhr.

Visum und Einreisebestimmungen

Deutsche, österreichische und Schweizer Staatsangehörige reisen visumfrei ein, der Pass muss aber über die Ausreise hinaus gültig sein.

Deutsche, österreichische und Schweizer Staatsangehörige erhalten bei der Einreise nach Namibia automatisch einen 90-Tage-Stempel, eine Visumbeantragung im Voraus ist nicht nötig. Vorausgesetzt wird ein Reisepass, der noch mindestens 6 Monate über das geplante Ausreisedatum hinaus gültig ist und mindestens 3 freie Seiten für Ein- und Ausreisestempel hat, beides wird an der Grenze kontrolliert und ein zu knapper Pass führt zur Zurückweisung.

Ein Rückflugticket oder ein Nachweis der Weiterreise wird an einigen Grenzübergängen verlangt, sollte also griffbereit sein (digital reicht in der Regel). Der 90-Tage-Stempel gilt pro Einreise, wer länger bleiben will, muss beim Ministry of Home Affairs and Immigration in Windhoek verlängern, eine formlose Verlängerung an der Grenze gibt es nicht.

Bei einer Rundreise, die Namibia mehrfach quert (etwa Südafrika, Namibia, Botswana, Namibia), zählt jede Einreise neu, solange die 90 Tage im Kalenderjahr nicht überschritten werden. Kinder benötigen einen eigenen Reisepass, bei Minderjährigen ohne beide Elternteile werden Einverständniserklärungen und Geburtsurkunden kontrolliert.

VisumartAufenthaltKostenWo beantragenGültigkeit
Touristenstempel bei Einreise90 Tagekostenlosjeder Grenzübergang / Flughafenpro Einreise, max. 90 Tage im Kalenderjahr
Verlängerung des Stempelsnach Ermessen der BehördegebührenpflichtigMinistry of Home Affairs and Immigration, Windhoekmuss vor Ablauf der 90 Tage beantragt werden
Temporary Import Permit (eigenes Motorrad, Landgrenze)i. d. R. an die 90 Tage gekoppeltgebührenpflichtig, an der Grenze zu zahlenGrenzübergang (NamRA-Schalter)gilt für das eingeführte Fahrzeug, nicht übertragbar

Einreise mit dem eigenen Motorrad

Namibia gehört zur SACU, deshalb reicht am Landweg ein Temporary Import Permit, ein Carnet de Passages ist nur bei Verschiffung Pflicht.

Namibia ist Mitglied der South African Customs Union (SACU, mit Südafrika, Botswana, Lesotho und Eswatini). Für Fahrzeuge, die auf dem Landweg aus einem SACU-Land einreisen, ist deshalb kein Carnet de Passages nötig. Wer sein Motorrad nach Übersee verschifft und über einen Hafen einführt, braucht dagegen zwingend ein Carnet, ohne das lässt sich das Fahrzeug am Zoll nicht abfertigen.

An jeder Landgrenze wird stattdessen ein Temporary Import Permit (TIP) ausgestellt, gebührenpflichtig und an das eingeführte Fahrzeug gebunden, in der Regel für die Dauer des Touristenstempels (bis 90 Tage). Mitzuführen sind die Zulassungsbescheinigung im Original, der Führerschein und bei einem geliehenen oder gemieteten Motorrad eine notariell beglaubigte Vollmacht des Fahrzeughalters, ohne die das TIP an manchen Grenzen verweigert wird.

Eine Kfz-Haftpflichtversicherung wird an der Grenze in Form der Cross Border Charge / Road Safety Levy erhoben, sie deckt Schäden gegenüber Dritten innerhalb Namibias ab und wird direkt am Schalter bezahlt (bar, in NAD oder ZAR). Eine grüne Karte aus Europa wird nicht anerkannt.

Die klassischen Landgrenzen für eine Rundreise sind Vioolsdrif/Noordoewer (aus Südafrika), Ariamsvlei (ebenfalls Südafrika) und Ngoma/Mohembo (Richtung Botswana/Sambia im Caprivi). Alle drei sind gut ausgebaute Grenzposten mit planbaren Abfertigungszeiten, an Wochenenden und Feiertagen aber deutlich langsamer.

Ein Mietmotorrad vor Ort (Windhoek, Swakopmund) ist für alle, die keine eigene Maschine überführen wollen, die unkompliziertere Option: keine Grenzformalitäten, keine Versicherungsfrage, dafür eingeschränkte Modellauswahl und Vorlaufzeit für die Buchung.

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Kein Carnet nötig bei Landgrenze innerhalb der SACU, aber zwingend bei Verschiffung. Ohne notarielle Vollmacht wird ein nicht auf den Fahrer zugelassenes Motorrad am TIP-Schalter oft abgewiesen.

Führerschein und Dokumente

Ein gültiger Motorradführerschein reicht rechtlich, ein Internationaler Führerschein ist an Kontrollen aber die praktischere Wahl.

Namibia erkennt einen gültigen ausländischen Führerschein für Touristen an, sofern er in Englisch ausgestellt ist. Der deutsche, österreichische und Schweizer Kartenführerschein ist das nicht, deshalb wird in der Praxis an Kontrollen und beim Mieten eines Motorrads durchgehend der Internationale Führerschein (IDP) nach dem Wiener Übereinkommen verlangt, zusätzlich zum nationalen Führerschein, nie als Ersatz dafür.

Der IDP wird vor der Reise bei der zuständigen Führerscheinstelle beantragt (in Deutschland z. B. beim Straßenverkehrsamt), Ausstellung meist am selben Tag. Auf der Reise selbst immer beide Dokumente mitführen, der IDP allein ist ohne den nationalen Führerschein ungültig.

An Kontrollpunkten, vor allem rund um Windhoek, werden Führerschein, Fahrzeugpapiere (Zulassung + TIP) und teils der Reisepass verlangt. Die Kontrollen sind Routine, nicht schikanös, ein vollständiges Dokumentenset macht sie in der Regel zur Sache von zwei Minuten.

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Pisten und Streckenabschnitte im Überblick

Namibia hat eines der besten Gravel-Netze Afrikas, aber die Faustregel bleibt: Tempo runter, Spritplanung ernst nehmen.

Drei Buchstaben entscheiden über den Belag: B-Straßen sind asphaltiert und bilden das nationale Hauptnetz (B1 Nord-Süd, B2 Windhoek-Swakopmund, B4 Keetmanshoop-Lüderitz), C-Straßen sind regelmäßig gegradete Schotterpisten, breit genug für Gegenverkehr, und D-Pisten sind schmalere, unbefestigte Verbindungswege mit deutlich mehr Wellblech und losem Untergrund. Auf Schotter gilt ein Tempolimit von 100 km/h, empfohlen werden aber 80 km/h auf guter und 60-70 km/h auf schlechter Piste, Wellblech-Abschnitte verzeihen Übertempo nicht.

Die größte Gefahr ist nicht der Belagwechsel selbst, sondern die Unterschätzung der Distanzen zwischen Tankstellen: Auf den klassischen Südrouten liegen 250-340 km ohne Tankmöglichkeit, das planen viele Erstbesucher zu knapp.

Reifendruck ist auf Gravel der zweite große Hebel: Viele namibia-erfahrene Fahrer senken auf losem Untergrund den Luftdruck spürbar ab, das verbessert Traktion und Komfort bei Wellblech, kostet auf harter Piste aber etwas Reichweite. Vor mehrtägigen Etappen abseits der B-Straßen lohnt der Blick auf aktuelle Streckenmeldungen, besonders nach Regen im Norden.

1
Windhoek – Sesriem/Sossusvlei (C24/C19)
320 km

Gut gegradete Schotterpiste (C-Klasse), breit genug für Gegenverkehr

Nach Regen
Nach starkem Regen kurzzeitig rutschig, keine strukturellen Sperrungen bekannt
Realistisches Tagespensum
320 km, ca. 5-6 Fahrstunden
Tankstellen
Nächste Tankstelle direkt in Sesriem, davor keine
Pässe
keine
Genehmigungen
NWR-Parkgebühr am Sesriem-Gate für den Namib-Naukluft-Nationalpark
2
Sesriem – Solitaire – Walvis Bay/Swakopmund (C19/C14)
340 km
100% Piste

Durchgehende Schotterpiste, streckenweise Wellblech

Nach Regen
Einzelne Abschnitte weichen nach Regen auf, Tempo deutlich reduzieren
Realistisches Tagespensum
bis 340 km an einem Tag machbar, gilt aber als langer Tagesabschnitt
Tankstellen
Einzige Tankmöglichkeit unterwegs: Solitaire bei km 83 ab Sesriem, danach 257 km ohne Tankstelle bis zur Küste
Pässe
keine
Genehmigungen
keine
3
Lüderitz – Aus (B4)
200 km
100% Asphalt

Asphaltiert, guter Zustand, wenig Verkehr

Nach Regen
unkritisch
Realistisches Tagespensum
200 km, ca. 2,5 Stunden
Tankstellen
Tankstellen in Lüderitz und Aus
Pässe
keine
Genehmigungen
Sperrgebiet-Permit falls Kolmanskuppe/Diamond Area 1 abseits der Durchfahrt besucht wird
4
Aus – Fish River Canyon (C13/C10/C12)
260 km
100% Piste

Schotterpiste, gepflegt, streckenweise Wellblech

Nach Regen
Furten am Fish River können nach starkem Regen kurzzeitig anschwellen
Realistisches Tagespensum
260 km, ca. 4 Stunden
Tankstellen
Nur in Aus, keine Tankstelle am Canyon selbst
Pässe
keine
Genehmigungen
NWR-Permit für Aussichtspunkte und Wanderungen am Fish River Canyon
5
Spitzkoppe – Uis – Twyfelfontein/Brandberg (D- und C-Pisten)

Wechsel aus C- und schmaleren D-Pisten, streckenweise stark wellblechartig

Nach Regen
Einzelne D-Pisten und Flussbetten (Ugab, Aba-Huab) können nach Regen ausgewaschen oder wasserführend sein
Realistisches Tagespensum
150-200 km gelten hier bereits als sportlicher Tagesabschnitt
Tankstellen
Nur in Uis und Khorixas, dazwischen keine
Pässe
keine
Genehmigungen
Eintritt/Guide-Pflicht für die Felsgravuren am Brandberg (White Lady) und in Twyfelfontein (UNESCO-Welterbe)
6
Windhoek – Etosha, Anderson Gate (B1/C38)
430 km
93% Asphalt 7% Piste

Fast durchgehend asphaltiert, letzte 28 km vor dem Anderson Gate Schotter in gutem Zustand

Nach Regen
Die 28 km Schotter können nach Regen glitschig sein, sonst unkritisch
Realistisches Tagespensum
430 km, ca. 5 Stunden reine Fahrzeit
Tankstellen
Entlang der B1 alle 100-150 km (Okahandja, Otjiwarongo, Otavi)
Pässe
keine
Genehmigungen
NWR-Parkgebühr am Anderson Gate für Etosha

Sprit und Tankstellen

Bleifrei ist Standard, das eigentliche Thema ist die Reichweite: Auf den Südrouten liegen bis zu 340 km zwischen zwei Tankstellen.

Bleifreies Benzin (95 Oktan) und Diesel sind an allen größeren Orten und entlang der B-Straßen verlässlich verfügbar, meist mit Kartenzahlung. Abseits davon, vor allem auf den C-Pisten im Süden und im Damaraland, wird es dünn: Die Tankstelle in Solitaire ist zwischen Sesriem und der Küste die einzige auf 340 km, in Aus die letzte vor dem Fish River Canyon.

An kleinen Tankstellen in abgelegenen Orten funktionieren Kartenterminals nicht immer zuverlässig (Netzausfälle, Offline-Zeiten), deshalb gehört Bargeld in NAD oder ZAR für jede Etappe ins Gepäck. Ein Reservekanister (5-10 Liter) ist auf den längeren Südrouten und im Damaraland kein Luxus, sondern die übliche Absicherung, mit der auch Vermieter vor Ort rechnen.

Faustregel für die Tourplanung: Tank spätestens bei halber Füllung wieder auffüllen, sobald zwischen zwei bekannten Tankstellen mehr als 200 km liegen, und die Reichweite nicht bis zum letzten Tropfen ausreizen, Windböen und Sandpisten erhöhen den Verbrauch spürbar gegenüber der Teerstraße.

KraftstoffVerfügbarkeit
Bleifrei 95Standard, überall an B-Straßen verfügbar
DieselEbenso verbreitet wie Bleifrei

Sicherheit und Notrufnummern

112 funktioniert nicht überall zuverlässig, die nationalen Nummern sind die verlässlichere Wahl.

Die landesweite Polizeinummer 10111 und die Rettungsdienst-Nummer 10177 sind die primären Notrufnummern in Namibia, 112 funktioniert von den meisten Mobilfunknetzen ebenfalls, ist aber in Funklöchern abseits der Städte nicht garantiert erreichbar. In Windhoek läuft die zentrale Anlaufstelle für Rettungsdienst und Feuerwehr zusätzlich über eine eigene Ortsnummer.

Auf abgelegenen Gravel-Etappen (Damaraland, Süden, Kaokoveld) ist Mobilfunk streckenweise nicht vorhanden, ein Satellitentracker oder -Kommunikator mit SOS-Funktion ist deshalb für Gruppen abseits der B-Straßen eine sinnvolle Ergänzung, kein Ersatz für vorsichtige Fahrweise.

Wildwechsel ist auf Namibias Straßen ein reales Risiko, besonders in der Dämmerung und nachts: Kudus, Zebras und Rinder queren unbeleuchtete Straßen ohne Vorwarnung. Nachtfahrten außerhalb von Städten sollten deshalb grundsätzlich vermieden werden.

Gesundheit und Impfungen

Malaria-Risiko im Norden und Nordosten, Standardreiseversicherungen decken größere Hubräume oft nicht ab.

Der Süden, das Zentrum und die Küste (Windhoek, Sossusvlei, Swakopmund, Fish River Canyon) gelten als malariafrei bzw. sehr risikoarm. Im Norden und Nordosten (Etosha, Kaokoveld, Zambezi-Region/Caprivi) besteht vor allem in und nach der Regenzeit (November bis Juni) ein Malariarisiko, eine Chemoprophylaxe oder zumindest eine Notfallmedikation nach Rücksprache mit einem reisemedizinischen Zentrum ist für diese Etappen sinnvoll.

Die medizinische Grundversorgung ist in Windhoek und den größeren Städten gut, in der Fläche dünn: Der nächste Arzt oder das nächste Krankenhaus kann auf abgelegenen Etappen mehrere Autostunden entfernt sein. Ein gut bestückter Erste-Hilfe-Koffer inklusive Verbandsmaterial für Verbrennungen und Schürfwunden gehört auf jede Motorradtour abseits der Städte.

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Die meisten Standard-Reiseversicherungen schließen Motorradfahren über 125 cm³ aus. Vor der Buchung prüfen, ob Krankenrücktransport und Motorradfahren ausdrücklich mitversichert sind.

Geld und Bezahlen vor Ort

Namibia-Dollar und Südafrikanischer Rand laufen 1:1 nebeneinander, Karte funktioniert in Städten, abseits davon zählt Bargeld.

Der Namibia-Dollar (NAD) ist 1:1 an den Rand (ZAR) gekoppelt, ZAR-Scheine werden überall als gesetzliches Zahlungsmittel akzeptiert, NAD dagegen nicht in Südafrika. In Windhoek, Swakopmund und größeren Städten funktioniert Kartenzahlung an Tankstellen, Restaurants und Supermarkten zuverlässig. An kleinen ländlichen Tankstellen und Lodges arbeiten die Kartenterminals streckenweise offline oder gar nicht, Bargeld ist dort oft die einzige Option.

Geldautomaten gibt es in den größeren Orten entlang der Hauptrouten, auf mehrtägigen Gravel-Etappen abseits davon keine. Für jede Etappe genug Bargeld in kleinen Scheinen einplanen, besonders für Parkgebühren, Tankstellen und kleine Lodges unterwegs.

Netzabdeckung und SIM-Karte

MTC deckt die meisten Menschen ab, aber nicht die Fläche: Auf Gravel-Etappen im Süden und Damaraland gibt es lange Funklöcher.

MTC ist der größte Mobilfunkanbieter Namibias und deckt nach eigenen Angaben rund 97 % der Bevölkerung ab, das sagt bei Namibias geringer Bevölkerungsdichte aber wenig über die Fläche: Auf Gravel-Etappen im Süden, im Damaraland und im Kaokoveld reißt das Netz streckenweise für Stunden ab. Eine lokale Prepaid-SIM (MTC oder Telecom Namibia) ist an Flughafen und in Städten unkompliziert erhältlich und in den bewohnten Gebieten deutlich günstiger als Roaming.

Für Gruppen, die abseits der B-Straßen unterwegs sind, ist ein Satelliten-Kommunikator (z. B. mit SOS-Funktion) die verlässlichere Absicherung als das Mobilfunknetz.

Verhalten unterwegs im Land

Linksverkehr, Wildwechsel und Farmzäune sind die drei Dinge, die auf Namibias Straßen am ehesten überraschen.

Namibia fährt Linksverkehr, das Motorrad hat entsprechend die Vorfahrtsregeln zu beachten, an Kreisverkehren wird gegen den Uhrzeigersinn gefahren. Viele Farmstraßen und Nebenpisten queren eingezäunte Weideflächen mit Gattern (Farmgates): Ein Gatter, das offen vorgefunden wurde, wird auch offen gelassen, ein geschlossenes nach der Durchfahrt wieder geschlossen, das ist unter Farmern eine feste Regel und wird ernst genommen.

Fotografieren von Menschen, besonders in traditionell lebenden Gemeinschaften im Norden (etwa Himba-Siedlungen), nur nach Rücksprache und meist gegen eine kleine Aufwandsentschädigung. Auf Farmland und in Wildreservaten abseits der Straße nicht ohne Erlaubnis fahren, es ist meist Privatbesitz.

Was Namibia zur Standardausrüstung ergänzt

Kein allgemeiner Motorrad-Packliste-Abklatsch, sondern das, was diese Piste konkret verlangt.

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Bilder aus Namibia

Joe Küster
Autor
Joe Küster
Gründer von OVERCROSS

„Mädchen für alles“ und Gründer des Unternehmens.

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