Reiseinformation

Botswana: beste Reisezeit, Einreise, Reiseinfos

Wann Chobe und Okavango die meisten Tiere zeigen, welche Monate zu heiß oder zu nass sind, und was Visum, eigenes Motorrad und Veterinärsperren bei der Einreise verlangen.

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Visum
Visumfrei bis 90 Tage pro Kalenderjahr (DE, AT, CH, EU)
Kostenloser Einreisestempel am Grenzposten, keine Botschaft nötig
Passgültigkeit
Mind. 6 Monate über das Ausreisedatum hinaus, mind. 2 freie Seiten
Beste Reisezeit
Mai bis September (Trockenzeit, Okavango in Flut)
Währung
Botswana Pula (BWP)
Zeitzone
UTC+2 (Central Africa Time), kein Sommerzeitwechsel
Fahrseite
Linksverkehr
Helm & Ausrüstung
Helmpflicht für Fahrer und Beifahrer
Hauptverkehrsader
A3/A33 Maun–Nata–Kasane, größtenteils asphaltiert
Kraftstoff
ULP95 an allen größeren Orten, in der Kalahari weite Lücken
Internat. Führerschein
Internationaler Führerschein erst ab Tag 91 Pflicht, ab Grenze empfohlen

Tierbeobachtung: Trockenzeit oder Regenzeit?

Von Juni bis Oktober stehen die Tiere am Chobe und im Delta am Wasser, von Dezember bis März ziehen die Zebraherden auf die Salzpfannen im Süden.

Für Tiersichtungen zählt in Botswana ein einziger Faktor: Wasser. Von Mai bis Oktober fällt praktisch kein Regen, die Pfannen und Tümpel im Busch trocknen aus, und die Tiere ziehen an die wenigen Flüsse, die bleiben: Chobe, Khwai, Boteti und die Kanäle des Okavango-Deltas. Am Chobe-Flussufer bei Kasane stehen im August und September Elefantenherden von mehreren hundert Tieren am Wasser, dazu Büffel, Flusspferde und Löwen, die auf sie warten. Botswana beherbergt mit rund 130.000 Elefanten die größte Population Afrikas, und ein Großteil davon konzentriert sich in der Trockenzeit auf einen Streifen von wenigen Kilometern entlang des Flusses.

Im Okavango-Delta und in Moremi ist Juni bis Oktober die klare Hochzeit: Das Gras ist niedergefressen, die Sicht reicht weit, und die Wasserstellen sind vorhersehbar. Wildhunde ziehen von Juni bis August ihre Welpen im Bau auf, was die Chance auf ein Rudel in Khwai deutlich erhöht. Ab Oktober kippt das Wetter: 35 Grad und mehr am Tag, die Tiere hängen förmlich am Wasser, die Dichte an Sichtungen ist dann am höchsten, der Aufenthalt aber am anstrengendsten.

Die Regenzeit von November bis März dreht das Bild. Impalas und Gnus werfen ihre Jungen im November und Dezember innerhalb weniger Wochen, was Raubtiere anlockt. Bis zu 20.000 Zebras ziehen vom Chobe und vom Boteti-Fluss auf die grünen Grasflächen von Makgadikgadi und Nxai Pan, die Herden stehen dort von Dezember bis März. Die Zentral-Kalahari ist dann grün, und Oryx, Springböcke sowie die Geparden und Löwen des Deception Valley sind so gut zu sehen wie zu keiner anderen Zeit. Über 500 Vogelarten sind im Land nachgewiesen, die Zugvögel kommen im November an und bleiben bis März.

Kurz gefasst: Chobe, Moremi und Khwai von Juni bis Oktober, Makgadikgadi, Nxai Pan und Kalahari von Dezember bis März. Wer beides an einem Stück sehen will, reist im April oder Mai, wenn der Norden trocken wird und der Süden noch grün ist.

Region Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Chobe-Flussufer (Kasane bis Ngoma)
Okavango-Delta, Moremi und Khwai
Savuti und Linyanti
Makgadikgadi und Nxai Pan (Salzpfannen)
Zentral-Kalahari (Deception Valley)
Beste Sichtungen Gute Chancen Kaum Sichtungen

Das sagen Gäste über ihre Reise in Botswana

★★★★★

Jürgen B.

Die Routenführung durch Namibia und Botswana ist durchdacht und abwechslungsreich. Die Etappen, wie die 290 km bis zum Waterberg, ermöglichen intensive Moto Enduro-Erfahrungen und bieten beeindruckende Landschaften. Die Kombination aus Camping und unterschiedlichen Unterkünften für die 20 Teilnehmer sorgt für eine klare Struktur.

★★★★★

Christian K.

Die Tour führte durch Namibia und Botswana, eine anspruchsvolle Motorradtour, die ich mit der Hoffnung auf spannende moto enduro-Strecken und kulturelle Erfahrungen gestartet habe. Besonders auffällig war die Gruppendynamik während der täglichen Etappen, die mit maximal 20 Teilnehmern klar strukturiert und durch tägliche Briefings begleitet...

★★★★★

Klaus S.

Die Tour führte durch Namibia und Botswana und bot eine durchdachte Routenplanung. Insbesondere die Strecke zum Waterberg lieferte herausfordernde moto enduro-Passagen, die den Schwierigkeitsgrad „Experte“ gerecht wurden. Den Höhepunkt bildeten die eindrucksvollen Landschaften rund um das Okavango-Delta, wo eine klare Streckenführung entscheidend war.

Klima in Botswana: Wetter Monat für Monat in Maun

Der Norden Botswanas liegt auf rund 940 m Höhe und ist Halbwüste mit Sommerregen. Maun bekommt im Jahr etwa 450 mm Niederschlag, Kasane am Chobe rund 600 mm, und fast alles davon fällt zwischen November und März als Gewitter am Nachmittag: 1 bis 2 Stunden heftiger Regen, danach reißt der Himmel wieder auf. Ein verregneter Tag am Stück ist selten, ein aufgeweichter Weg am nächsten Morgen dagegen die Regel.

Von Mai bis August ist Winter: tagsüber 25 bis 28 Grad und wolkenlos, nachts kühlt es auf 5 bis 9 Grad ab, in der Kalahari auch bis an den Gefrierpunkt. Auf der offenen Ladefläche eines Safarifahrzeugs bei der Morgenfahrt um 6 Uhr brauchst du Mütze und Handschuhe. Der September bringt den Umschwung: 33 Grad im Schatten, im Oktober 35 bis 38 Grad, die Luftfeuchtigkeit sinkt unter 30 Prozent, und der Wind trägt Staub. Ab November steigen die Nachttemperaturen auf 20 Grad, die Feuchtigkeit auf über 60 Prozent, und die Tage werden schwül.

Monat Max °C Min °C Regentage Luftfeuchte % Sonnenstunden
Jan Regenzeit 32 20 10 65 8
Feb 31 19 8 66 8
Mär 31 18 6 61 9
Apr Trockenzeit 30 14 2 52 9
Mai 28 9 1 43 10
Jun 25 6 0 41 10
Jul 25 6 0 38 10
Aug 28 9 0 31 10
Sep 33 14 1 27 10
Okt 35 19 3 31 10
Nov Regenzeit 34 20 5 45 9
Dez 33 20 8 58 8

Beste Reisezeit

Die Trockenzeit macht die Pisten befahrbar – und fällt mit der Flut im Okavango-Delta zusammen.

5 Ideal
Beste Reisezeit
Mai bis September

Trockenzeit: Pisten fest, Okavango-Delta in Flut, beste Tiersichtungen an den letzten Wasserstellen.

Region Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Okavango-Delta, Moremi & Chobe (Maun–Khwai–Nata–Kasane)
Ideal Machbar Nicht befahrbar

Botswanas Regenzeit (November bis März) macht die Sandpisten im Okavango-Delta und um Moremi streckenweise unpassierbar – schwarzer Baumwollboden wird nach Regen zu tiefem, klebrigem Schlamm, in dem selbst geübte Fahrer stecken bleiben. Die Teerstraßen (A3 Maun–Nata–Kasane) bleiben ganzjährig befahrbar, aber die eigentlichen Ziele – Khwai, Moremi, die Pisten Richtung Chobe-Flussufer – liegen abseits davon.

Die Flut im Okavango-Delta ist das Gegenteil des Regens: Sie stammt aus dem Hochland Angolas, braucht Monate für die rund 1000 km bis Botswana und erreicht das Delta mitten in der Trockenzeit, mit Spitzenwerten meist im Juni und Juli. Das ist der Grund, warum die beste Reisezeit hier mit der Trockenzeit zusammenfällt statt ihr zu widersprechen: feste Pisten und volles Wasser gleichzeitig.

Nur eine Region ist ausgewiesen, weil unsere Touren sich auf den Nordosten konzentrieren (Maun, Khwai, Moremi, Nata, Kasane) – der trockenere Süden des Landes (Kalahari, Gaborone) folgt einem anderen, weniger flutabhängigen Muster und ist für eine Motorradreise hier nicht relevant.

Beste Reisezeit, je nachdem was du vorhast

Tiere sehen: Juli bis Oktober

Die höchste Dichte an Sichtungen hat der Norden zwischen Juli und Oktober. Das Wasser im Busch ist weg, Elefanten, Büffel und Antilopen stehen am Chobe, an den Lagunen von Moremi und am Khwai, die Raubtiere daneben. Das Gras ist kurz, die Sicht reicht 200 m und weiter. September und Oktober liefern die meisten Tiere pro Fahrt, aber auch 35 Grad am Nachmittag.

Wer Hitze schlecht verträgt: Mai bis August

Von Mai bis August bleibt das Thermometer tagsüber bei 25 bis 28 Grad, nachts fällt es auf 5 bis 9 Grad. Kein Regen, kaum Mücken, das Malariarisiko ist am niedrigsten. Die Tiersichtungen sind ab Juni schon gut, nur noch nicht so dicht wie im September. Wer die 35 Grad des Oktobers und die schwülen 60 Prozent Luftfeuchtigkeit des Sommers meiden will, reist in diesen 4 Monaten.

Die beliebteste Zeit: Juli bis September

Juli, August und September sind die meistgebuchten Monate: Trockenzeit, die Flut im Delta auf dem Höchststand, Sommerferien in Europa. Die Campingplätze in Moremi und Chobe sind dann 6 bis 12 Monate im Voraus ausgebucht, und die Lodges rechnen Hochsaisonpreise. Wer flexibel ist, nimmt den Juni: gleiche Tierdichte wie im Juli, aber freiere Plätze.

Vögel und grüne Landschaft: November bis März

Mit dem Regen kommen die Zugvögel: Karminspinte, Bienenfresser, Störche und Adler, dazu Flamingos auf der Sua-Pfanne, wenn sie Wasser trägt. Von den über 500 Vogelarten des Landes sind dann die meisten da. Die Kalahari und die Salzpfannen von Makgadikgadi sind grün und voller Zebras und Oryx, Impalas und Gnus haben Junge. Dafür sind Teile von Moremi überschwemmt, das Gras steht hoch und die Preise liegen 20 bis 40 Prozent unter der Hochsaison.

Fotografen: September, Oktober und Januar

September und Oktober liefern die dichtesten Szenen: Hunderte Elefanten am Chobe im Gegenlicht, Staub in der Abendsonne, Raubtiere am Wasser. Das Licht ist hart, die besten Stunden sind vor 8 und nach 16 Uhr. Januar und Februar bieten das Gegenprogramm: dramatische Gewitterhimmel, sattes Grün, Zebraherden auf den Pfannen von Nxai Pan und die Kalbungszeit mit Jungtieren im Bild.

Visum und Einreise

Deutsche, österreichische und Schweizer Staatsbürger reisen visumfrei ein – die Formalitäten liegen woanders.

Mit einem deutschen, österreichischen oder Schweizer Reisepass reist du visumfrei nach Botswana ein. Am Grenzposten stempelt dir die Einwanderungsbehörde einen kostenlosen Besucherstatus für bis zu 90 Tage pro Kalenderjahr in den Pass – keine Botschaft, kein Formular im Voraus. Der Reisepass muss bei Einreise noch mindestens 6 Monate gültig sein und mindestens 2 freie Seiten haben, sonst wird an manchen Posten die Einreise verweigert.

Wer länger als 90 Tage bleiben will, muss vor Ablauf der Frist bei der Einwanderungsbehörde in Gaborone, Maun oder Kasane eine Verlängerung beantragen – das ist an der Grenze selbst nicht möglich.

Für das eigene Motorrad reicht ein Carnet de Passages nicht, denn Botswana verlangt keins: Es wird direkt am Grenzposten eine Temporary Import Permit (TIP) durch die Botswana Unified Revenue Services (BURS) ausgestellt, kostenlos, gültig für die Dauer deines Aufenthalts. Zusätzlich fällt für jedes ausländisch zugelassene Fahrzeug ein National Road Safety Fund Levy von 40 Pula an, bar zu zahlen, gültig bis zum 31. Dezember des laufenden Jahres unabhängig vom Einreisedatum.

VisumartAufenthaltKostenWo beantragenGültigkeit
Touristische Einreise90 Tage pro KalenderjahrkostenlosGrenzposten (Stempel bei Einreise)Kalenderjahr, nicht verlängerbar am Grenzposten
Temporary Import Permit (eigenes Motorrad)Aufenthaltsdauerkostenlos, plus 40 BWP Road Safety Fund LevyBURS-Schalter am Grenzpostenbis 31. Dezember des laufenden Jahres

Einreise mit dem eigenen Motorrad

Kein Carnet nötig, dafür Versicherung am Schalter und Veterinärsperren im Landesinneren.

Botswana ist einer der unkompliziertesten Länder im südlichen Afrika für das eigene Motorrad: Ein Carnet de Passages wird nicht verlangt. Am Grenzposten stellt BURS eine kostenlose Temporary Import Permit aus, dazu kommt der 40-BWP-Road-Safety-Levy (siehe Visum-Tabelle). Mitführen musst du die Zulassungsbescheinigung (Fahrzeugschein) auf deinen Namen – fährst du ein Motorrad, das nicht auf dich zugelassen ist (Mietmaschine, geliehene Maschine eines Freundes), verlangen manche Grenzbeamte eine schriftliche, im Idealfall notariell beglaubigte Vollmacht des Halters. Ohne sie kann die Einreise am Schalter länger dauern oder abgelehnt werden.

Eine Haftpflichtversicherung für das Fahrzeug ist Pflicht. Botswana ist kein Mitglied des COMESA-Yellow-Card-Systems, das in Ostafrika verbreitet ist – die grüne Karte aus Europa gilt hier nicht. Direkt am Grenzposten sitzen private Versicherungsschalter, die eine Kurzzeit-Haftpflicht für die Dauer deines Aufenthalts verkaufen; ohne diesen Beleg wird das Fahrzeug am Schalter nicht abgefertigt.

Im Landesinneren triffst du wiederholt auf Veterinärsperren (Vet Gates): Botswana ist in Maul- und Klauenseuche-Kontrollzonen unterteilt, getrennt durch Doppelzäune. An jeder Sperre fährst du mit dem Vorderrad durch ein Desinfektionsbecken und musst deine Stiefelsohlen in einer bereitgestellten Wanne desinfizieren; mitgeführtes rohes Fleisch, Milchprodukte oder frisches Obst aus einer anderen Zone werden konfisziert. Halte Stiefel griffbereit, das Verfahren dauert nur wenige Minuten, aber du steigst ab.

Die relevanten Grenzübergänge für eine Motorradtour sind Mamuno/Trans-Kalahari (von Namibia), Ngoma (von der Caprivi/Sambesi-Region) und Kazungula (von Sambia/Simbabwe, seit der neuen Brücke ohne Fähre). Alle drei sind täglich geöffnet und routinemäßig für Motorräder. Ein Mietmotorrad direkt in Maun oder Kasane zu nehmen ist die einfachere Alternative, wenn du nur die Delta-Region fahren willst – für eine länderverbindende Route (Namibia–Botswana–Simbabwe) lohnt sich das eigene Motorrad trotzdem, weil die Formalitäten hier so leicht sind.

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Kein Carnet nötig – aber ohne Haftpflichtversicherung vom Schalter am Grenzposten wird das Motorrad nicht abgefertigt. COMESA-Grüne-Karte gilt hier nicht.

Führerschein und Dokumente

Der EU-Führerschein reicht die ersten 90 Tage, danach wird der Internationale Pflicht.

Inhaber eines gültigen ausländischen Führerscheins dürfen in Botswana bis zu 90 Tage ohne Internationalen Führerschein (IDP) fahren. Für eine kürzere Motorradreise reicht also der deutsche, österreichische oder Schweizer Kartenführerschein allein. Danach wird der IDP Pflicht – da die meisten Reisen deutlich kürzer sind, gilt die Regel selten, aber wer länger bleibt oder mehrere Länder in einer großen Runde verbindet, sollte den IDP ohnehin von Anfang an dabeihaben: Er wird an manchen Grenzposten und von der Polizei auch innerhalb der 90 Tage als selbstverständliche Zweitunterlage erwartet. Er gilt nur zusammen mit dem nationalen Führerschein, nie allein.

Bei Verkehrskontrollen – auf den Fernstraßen zwischen Maun, Nata und Kasane nicht selten – wird routinemäßig nach Führerschein, Fahrzeugschein und dem Nachweis der Haftpflichtversicherung gefragt. Führe alle drei griffbereit mit, am besten in einer wasserdichten Dokumentenmappe.

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Straßen und Pisten

Teer zwischen den Städten, tiefer Kalahari-Sand sobald du von der A3 abbiegst.

Botswanas Hauptachse für eine Motorradreise durch den Nordosten ist die A3 zwischen Maun, Nata und Kasane – durchgehend asphaltiert, aber mit zwei sehr unterschiedlichen Abschnitten. Sobald du von der A3 Richtung Khwai oder Moremi abbiegst, endet der Teer: Es folgt tiefer Kalahari-Sand, streckenweise überflutete Feuchtgebiete, und ein vollwertiges 4x4/Geländemotorrad mit Erfahrung im Tiefsand ist Voraussetzung, kein Ausbaustandard für Straight-Road-Reiseenduros.

Wildwechsel ist auf der gesamten Strecke Nata–Kasane real und nicht nur eine Floskel: Elefanten queren regelmäßig die Fahrbahn, auch tagsüber. Nach Einbruch der Dunkelheit auf keiner Strecke in Botswana fahren – das gilt für Autofahrer genauso wie für Motorradfahrer, nur dass die Konsequenzen eines Zusammenstoßes mit einem Elefanten auf zwei Rädern ungleich größer sind.

Innerorts, etwa beim Durchqueren von Gweta oder Nata, laufen Rinder, Ziegen und Esel frei auf der Fahrbahn – sie haben Vorfahrt, weil sie nicht ausweichen. Reduziere dort das Tempo deutlich unter das erlaubte Limit. Die Grenze bei Kazungula (nach Sambia bzw. Simbabwe) führt seit der neuen Brücke ohne Fähre über den Sambesi, was den Weiterweg nach Livingstone oder in den südsambischen Teil der Route deutlich vereinfacht.

1
A3 Maun – Nata (über Gweta, an den Makgadikgadi-Salzpfannen vorbei)
300 km
100% Asphalt

Durchgehend asphaltiert, streckenweise abgesackt und mit Schlaglochfeldern, die im Gegenlicht schwer zu erkennen sind

Nach Regen
Wasserlachen können abgesackte Teerabschnitte verdecken – Tempo raus, keine Blindfahrt durch stehendes Wasser
Realistisches Tagespensum
Als ein Reisetag machbar, die Schlaglöcher zwingen aber zu deutlich reduziertem Tempo
Tankstellen
Tankstellen in Maun, Gweta und Nata, dazwischen keine
Pässe
keine
Genehmigungen
keine
2
A3 Nata – Kasane
305 km
100% Asphalt

Guter Teerzustand, deutlich weniger Schlaglöcher als der Abschnitt Maun–Nata

Nach Regen
Unproblematisch, Teer trocknet schnell ab
Realistisches Tagespensum
Als ein Reisetag machbar, Tempo aber wegen Wildwechsel (Elefanten) durchgehend reduziert halten
Tankstellen
Tankstelle in Nata, dann erst wieder in Kasane, keine Gänsehautstopps dazwischen
Pässe
keine
Genehmigungen
keine
3
Khwai-Schutzgebiet & Moremi Game Reserve (Pisten ab Maun/Khwai)
80 km

Tiefer Kalahari-Sand, in den Feuchtgebieten stellenweise unter Wasser, nur mit Gelände-Erfahrung und Tiefsand-Technik befahrbar

Nach Regen
Nach Regen streckenweise unpassierbar, schwarzer Baumwollboden wird zu tiefem Schlamm
Realistisches Tagespensum
40 bis 80 km, mit vielen Stopps zur Tierbeobachtung – Kilometer sagen hier wenig über die Fahrzeit aus
Tankstellen
Keine Tankstelle im Reservat, vollgetankt und mit Reserve einfahren
Pässe
keine
Genehmigungen
DWNP-Parkgebühr + bestätigte Campsite-Reservierung Pflicht, Selbstfahrer werden ohne Buchung am Tor abgewiesen

Tanken und Reichweite

ULP95 in jeder größeren Stadt, aber teils über 250 km ohne Tankstelle dazwischen.

Botswana hat Bleifrei-93 (ULP93) landesweit aus dem Verkauf genommen – an den Zapfsäulen bekommst du durchgehend ULP95, das für jedes moderne Motorrad problemlos geeignet ist. Ein spezielles Superbenzin für hochverdichtete Motoren gibt es nicht, ULP95 ist die einzige verfügbare Sorte.

Die Versorgungsdichte selbst ist das eigentliche Thema: Auf der Strecke Maun–Nata–Kasane liegen Tankstellen nur in den drei Orten selbst, dazwischen nichts. Wer die Piste über Chobe National Park zwischen Kasane und Maun ohne den Umweg über Nata plant – rund 611 km unbefestigt – fährt komplett ohne Tankstelle unterwegs; das ist für ein Motorrad mit Serientank nur mit Reservekanister zu schaffen. Im Khwai-Schutzgebiet und in Moremi selbst gibt es keine einzige Tankstelle.

Zahlung an den größeren Stationen (Maun, Nata, Kasane) läuft mit Karte, an kleineren Stationen in Dorfläge ist Bargeld in Pula sicherer – Kartenterminals fallen dort häufiger aus, als man erwartet. Für jede Piste abseits der A3 gilt: mit vollem Tank losfahren, Reservekanister mitführen.

Notfallnummern und Sicherheit

112 funktioniert in Botswana nicht zuverlässig – das sind die echten Nummern.

Die europäische 112 ist in Botswana keine verlässliche Option. Polizei, Ambulanz und Feuerwehr haben eigene, landesweit gültige dreistellige Nummern, die auch in mobilfunkschwachen Regionen des Nordostens funktionieren, sofern überhaupt Netz vorhanden ist – in Khwai, Moremi und der Chobe-Wildnis ist das nicht garantiert. Trage die Nummern der Lodge oder des Camps, in dem du übernachtest, zusätzlich griffbereit, dort ist meist Funk- oder Satellitenkontakt vorhanden.

Gesundheit und Versicherung

Die meisten Reisekrankenversicherungen decken Motorradfahren über 125 ccm nicht ab.

Botswana liegt im Malariagebiet, vor allem im Norden (Okavango-Delta, Chobe, Moremi) und stärker während und kurz nach der Regenzeit. Eine Malariaprophylaxe oder zumindest ein Stand-by-Notfallmedikament gehört in die Reiseapotheke, dazu Mittel gegen Mücken am Abend. Gelbfieber-Impfnachweis wird nur verlangt, wenn du aus einem Gelbfieber-Endemiegebiet einreist.

Für medizinische Notfälle abseits der Städte ist die Luftrettung (z. B. über Anbieter wie Medical Rescue International) die realistische Option – die nächste Klinik von Khwai oder Moremi aus ist eine mehrstündige Fahrt. Eine Reiseversicherung mit ausdrücklichem Einschluss von Rettungsflug und Motorradfahren ist hier kein Extra, sondern Voraussetzung.

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Die meisten Standard-Reiseversicherungen schließen Motorradfahren über 125 ccm aus – prüfe die Police, bevor du bezahlst, nicht erst im Schadensfall.

Geld und Bezahlen

Pula gibt es praktisch nur im Land selbst – am Automaten in Maun oder Kasane, nicht vorher zu Hause.

Die Landeswährung Botswana Pula (BWP) ist außerhalb des Landes kaum zu bekommen, deshalb hebst du am besten direkt nach der Ankunft in Maun oder Kasane am Geldautomaten ab – Visa wird an den meisten Automaten akzeptiert, Mastercard seltener. In Lodges, größeren Restaurants und Tankstellen der drei Hauptorte funktionieren Kartenzahlungen zuverlässig. In Dörfern, an kleineren Tankstellen und für die Kurzzeit-Versicherung am Grenzschalter brauchst du Bargeld.

US-Dollar oder Euro werden in Lodges oft ergänzend akzeptiert. Automatendichte ist begrenzt, sobald du Maun, Nata oder Kasane verlässt – dort Barreserve auffüllen, bevor es weitergeht.

Mobilfunk und Internet

Guter 4G entlang der A3, aber im Delta und in Moremi bist du meist offline.

Mascom Wireless hat die beste landesweite Abdeckung, Orange Botswana und BTC folgen. In Maun, Kasane und Francistown funktioniert 4G zuverlässig, entlang der A3 zwischen den Orten ist die Abdeckung lückenhaft. Sobald du ins Khwai-Schutzgebiet, nach Moremi oder in die Chobe-Wildnis abbiegst, ist Mobilfunk meist gänzlich weg – plane Kommunikation mit zu Hause entsprechend, viele Lodges bieten aber Satelliten-WLAN an der Rezeption.

Eine lokale SIM-Karte (Mascom oder Orange) an einem Kiosk in Maun oder Kasane ist günstiger als internationales Roaming; eSIM-Optionen internationaler Anbieter funktionieren ebenfalls auf beiden Netzen, wenn dein Gerät eSIM-fähig ist.

Unterwegs im Land

Linksverkehr, Wildwechsel und Respekt vor den Veterinärsperren – das sind die drei Dinge, die den Alltag prägen.

Botswana fährt Linksverkehr, für die meisten Reisenden aus Kontinentaleuropa die größte Umstellung im Kopf – besonders beim Überholen und an Kreisverkehren in Maun oder Kasane. An den Veterinärsperren wird von Reisenden erwartet, dass sie geduldig absteigen, ohne Diskussion – das Personal folgt einer nationalen Seuchenschutzvorschrift, keiner Schikane.

Fotografieren von Menschen, insbesondere in Dörfern abseits der Touristenrouten, nur nach Nachfrage. Botswana ist politisch stabil und die Bevölkerung Reisenden gegenüber ausgesprochen aufgeschlossen; höflicher Umgang mit älteren Menschen (Bitte um Erlaubnis, kein direktes Ansprechen mit Vornamen) wird geschätzt. In den Nationalparks gilt striktes Fahrverbot abseits ausgewiesener Pisten – Querfeldein-Fahren ist verboten und wird geahndet, unabhängig davon, wie verlockend eine Abkürzung aussieht.

Was Botswana zusätzlich braucht

Die Ergänzung zur normalen Reiseausrüstung – nicht die ganze Liste.

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Bilder aus Botswana

Joe Küster
Autor
Joe Küster
Gründer von OVERCROSS

„Mädchen für alles“ und Gründer des Unternehmens.

Sprachen: de, en

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