Auf einen Blick Inhalt
- Warum Uganda zwei Trockenzeiten hat
- Uganda Monat für Monat
- Gorillas: welche Trockenzeit die richtige ist
- Die kurze oder die lange Trockenzeit?
- Was der Regen mit den Pisten macht
- Safari, Schimpansen und Vögel: wann was am besten ist
- Welche Tour in welcher Jahreszeit
- Was du vor der Abreise noch klären solltest
- Häufige Fragen
Warum Uganda zwei Trockenzeiten hat
Wer nach Uganda will, liest überall eine andere Antwort. Mal heißt es Juli, mal Januar, mal „eigentlich immer“. Die Wahrheit: Alle haben ein bisschen recht, und keiner erklärt, warum.
Uganda liegt auf dem Äquator. Der Regengürtel, der um die Erde wandert, zieht hier nicht einmal im Jahr durch, sondern zweimal: einmal auf dem Weg nach Norden, einmal auf dem Weg zurück nach Süden. Jedes Mal bringt er eine Regenzeit mit. Dazwischen bleiben zwei Trockenzeiten übrig.
- Dezember bis Februar: die kurze Trockenzeit. Warm, oft sonnig, die Pisten fest.
- März bis Mai: die lange Regenzeit. Im April und Mai regnet es am meisten.
- Juni bis September: die lange Trockenzeit, die eigentliche Hochsaison.
- Oktober und November: die kurze Regenzeit. Kräftige Schauer, meist nachmittags, dazwischen Sonne.
Klingt ordentlich. Ist es aber nur auf dem Papier. Im Bwindi-Regenwald, wo die Berggorillas leben, regnet es in jedem Monat. Der Wald heißt nicht umsonst Regenwald. „Trockenzeit“ bedeutet dort nur: Es regnet seltener, und der Boden hat zwischen zwei Schauern Zeit zu trocknen.
Wer also im Juli mit nagelneuen, blitzsauberen Wanderschuhen zum Gorilla-Trekking antritt und glaubt, sie kommen so zurück, wie sie losgegangen sind, hat das Wort Trockenzeit falsch verstanden.
Uganda Monat für Monat
Grob, aber ehrlich. Das Wetter am Äquator hält sich so wenig an Kalender wie anderswo, und die Berge im Südwesten machen ihr eigenes Wetter.
| Monate | Wetter | Gorilla-Trekking im Bwindi | Pisten | Safari in Murchison und Queen Elizabeth |
|---|---|---|---|---|
| Dezember bis Februar | trocken, warm, gelegentlich ein Schauer | gut, Pfade meist fest | trocken, rote Staubfahnen hinter jedem Wagen | gut, die Tiere halten sich ans Wasser |
| März | Regen setzt ein | machbar, zunehmend rutschig | nach Regen schmierig | Gras wächst, Sicht wird schlechter |
| April, Mai | Hauptregenzeit, kräftige Schauer | steil, matschig, langsamer, aber kaum andere Gruppen | Nebenstrecken teils schwierig, Umwege möglich | sattgrün, die Tiere sind verteilt |
| Juni bis August | trocken, angenehm, morgens frisch | die beste Zeit, die Pfade sind am trockensten | gut befahrbar | Hochsaison, die meisten Sichtungen |
| September | überwiegend trocken, erste Schauer | gut | gut | gut |
| Oktober, November | kurze Regenzeit, Schauer meist nachmittags | machbar, Vormittage oft trocken | nach Gewittern rutschig | grün, ruhig, viele Zugvögel |
Fällt dir was auf? In keiner Zeile steht „geht nicht“. Uganda ist kein Land, das in der Regenzeit zumacht. Es wird nur anstrengender, grüner und leerer. Für manche ist das ein Nachteil. Für andere ist genau das der Grund, hinzufahren.

Gorillas: welche Trockenzeit die richtige ist
Die gute Nachricht zuerst: Die Gorillas ziehen nicht weg. Sie leben im Bwindi und bleiben dort, egal welcher Monat im Kalender steht. Wer eine Genehmigung hat, geht los und findet seine Gorillafamilie in der Regel auch. Die Frage ist nicht, ob du sie siehst. Die Frage ist, was dich der Weg dorthin kostet.
In der Trockenzeit
Von Juni bis August und von Dezember bis Februar sind die Pfade im Wald am festesten. Steil sind sie trotzdem. Bwindi heißt auf Englisch „impenetrable“, und das ist keine Werbung, sondern eine Warnung. Es geht bergauf, bergab, durch Lianen und Bambus, und die Ranger schlagen mit der Machete den Weg frei, wenn die Familie sich über Nacht ins Dickicht verzogen hat.
Ein Gast hat nach einer unserer Touren geschrieben, das Gorilla-Trekking erfordere Kondition. Stimmt. Und zwar in jedem Monat.
In der Regenzeit
Im April und Mai wird aus dem steilen Pfad ein steiler Pfad aus Schlamm. Du rutschst, hältst dich an Wurzeln fest, die genauso nass sind wie du, und kommst nach ein paar Stunden zurück, als hättest du in einer Lehmgrube gebadet. Dafür ist der Wald voller Leben, das Licht zwischen den Schauern ist spektakulär, und du teilst den Pfad mit deutlich weniger anderen Gruppen.
Ein Ranger im Bwindi soll einem Gast mal gesagt haben: Die Gorillas wissen nicht, dass Regenzeit ist. Nur die Touristen wissen es. Das fasst es ziemlich gut zusammen.
Unser Rat
Wenn du zum ersten Mal zu den Gorillas willst und keine Lust auf Schlammschlacht hast: Juni bis August oder Dezember bis Februar. Wenn du fit bist, gute Schuhe hast und die Ruhe mehr schätzt als trockene Socken: Die Regenzeit ist kein Fehler, sondern eine Wahl. Und egal wann: Gamaschen, Handschuhe für die Dornen und eine Regenjacke kommen immer mit. Wer im Bwindi ohne Regenjacke losgeht, sammelt eine Erfahrung, die er nur einmal machen will.
Wie ein Trekking-Tag genau abläuft, vom Briefing am Morgen bis zur Stunde bei der Familie, steht in unserem Artikel Gorilla-Trekking in Uganda: Wie läuft das ab?

Die kurze oder die lange Trockenzeit?
Beide Trockenzeiten tragen denselben Namen, aber sie fühlen sich nicht gleich an. Wer sich zwischen Januar und Juli entscheiden muss, sollte wissen, worin sie sich unterscheiden.
| Dezember bis Februar | Juni bis September | |
|---|---|---|
| Wetter | wärmer, sonnig, nachmittags gelegentlich ein Schauer | angenehm, morgens in den Bergen frisch |
| Gorilla-Pfade | meist fest, nach einem Schauer kurz rutschig | am trockensten im ganzen Jahr |
| Landschaft | noch grün von der kurzen Regenzeit | gegen Ende staubiger, die Savanne wird gelb |
| Tiere in der Savanne | gut zu sehen | am leichtesten zu sehen, das Gras ist kurz |
| Andrang | Feiertage zum Jahreswechsel voll, Januar und Februar ruhiger | Hochsaison, Gorilla-Genehmigungen früh vergeben |
| Passt zu | allen, die dem deutschen Winter entkommen wollen | allen, die es zum ersten Mal möglichst bequem wollen |
Die kurze Trockenzeit hat einen Vorteil, den viele unterschätzen: Sie fällt genau in die Monate, in denen es in Deutschland grau, nass und dunkel ist. Du tauschst Matsch zu Hause gegen trockene Pisten am Äquator. Nicht der schlechteste Tausch.
Die lange Trockenzeit ist die sichere Wahl. Sie ist aber auch die Zeit, in der alle kommen. Am Wasserloch stehst du dann nicht allein, und wer zu spät bucht, bekommt im Bwindi vielleicht keinen Platz mehr bei der Familie, die er sich ausgesucht hat. Wer flexibel ist, nimmt deshalb gern den Juni oder den September, die Ränder der Saison. Dort ist das Wetter fast genauso gut und der Betrieb spürbar kleiner.
Und wer ganz ehrlich zu sich ist: Die Gorillas interessieren sich für keine dieser Tabellen. Du bist es, der bei Schlamm flucht. Entscheide also nach deinen Knien, nicht nach dem Kalender.
Was der Regen mit den Pisten macht
Jetzt der Teil, der in Reisekatalogen gern fehlt. In Uganda fährst du viel. Zwischen Murchison Falls im Norden, dem Queen Elizabeth Nationalpark im Westen und dem Bwindi im Südwesten liegen lange Fahrtage, und nicht alles davon ist Asphalt.
Die Hauptstraßen sind meist geteert. Die Nebenstrecken sind Laterit, die rote Erde, die man nach einer Uganda-Reise noch Wochen später in den Taschen findet. In der Trockenzeit staubt sie: Wer hinter einem Lastwagen herfährt, sieht minutenlang nur Rot. In der Regenzeit wird dieselbe Erde zu Schmierseife. Ein Lastwagen, der quer in der Kurve steht, kann dann eine ganze Strecke für Stunden blockieren, und alle stehen daneben und diskutieren, wer schuld ist. Meistens der Regen.
Besonders merkst du das auf dem Weg in den Ishasha-Sektor des Queen Elizabeth Parks, wo die baumkletternden Löwen leben, und auf den Bergstraßen rund um den Bwindi. Dort geht es eng, steil und kurvig hoch, und nach einem Wolkenbruch braucht jeder Kilometer seine Zeit.
Heißt für dich: In der Regenzeit fallen die Fahrtage länger aus, als die Karte behauptet. Ein guter Fahrer plant das ein, fährt früh los und hat einen Plan B. Ein schlechter Fahrer hat ein Navi. Wir nehmen den ersten ;-)

Safari, Schimpansen und Vögel: wann was am besten ist
Uganda ist nicht nur Gorillas. Wer nur deswegen kommt, verpasst die Hälfte.
Savanne: Murchison Falls und Queen Elizabeth
Für die klassische Pirschfahrt gilt die alte Regel: Trockenzeit ist Tierzeit. Das Gras ist kurz, die Tiere sammeln sich am Nil, am Kazinga-Kanal und an den Seen. Elefanten, Büffel, Giraffen und Löwen siehst du dann am leichtesten. Am Murchison Falls zwängt sich der Nil durch eine Felsspalte, und die Bootsfahrt dorthin ist in jedem Monat ein Erlebnis für die Ohren.
Schimpansen im Budongo und im Kibale
Die Schimpansen verhalten sich wie die Gorillas: Sie bleiben im Wald, das ganze Jahr. In der Trockenzeit sind die Pfade leichter, in der Regenzeit hat der Wald mehr Früchte und die Tiere sind oft aktiver. Laut sind sie immer. Wer einmal eine Schimpansengruppe hat schreien hören, weiß, warum man im Wald flüstert.
Vogelbeobachtung
Für Vögel ist die Regenzeit die bessere Zeit. Von November bis April kommen die Zugvögel aus Europa, viele Arten tragen ihr Brutkleid, und am Lake Mburo und in den Feuchtgebieten zeigt sich mit etwas Glück der Schuhschnabel. Wer mit Fernglas und Vogelbuch reist, sollte die Regenzeit nicht scheuen. Wer nur einen Löwen auf dem Baum will, schon eher.

Welche Tour in welcher Jahreszeit
Unsere Uganda-Touren verteilen sich über das Jahr. Hier die drei, die die beiden Trockenzeiten und die Regenzeit am besten abdecken.
Gorilla Trekking Uganda: Safari-Gruppenreise
Die Gruppenreise dauert 8 Tage und kostet ab 1699 EUR. Sie führt dich zu den Berggorillas im Bwindi, an die Murchison Falls, zu den Schimpansen im Budongo-Wald, in den Queen Elizabeth Nationalpark und zum Schluss an den Lake Mburo. Die nächsten Abfahrten liegen im November und Anfang Dezember: das Ende der kurzen Regenzeit und der Beginn der kurzen Trockenzeit. Grüne Landschaft, wenig Andrang, und mit jeder Woche werden die Pfade trockener.
Ruanda & Uganda: Gorilla-Safari & Wildtierabenteuer
Die lange Variante mit 14 Tagen, ab 5190 EUR, für zwei bis vier Personen. Akagera in Ruanda, Gorillas im Bwindi, die baumkletternden Löwen in Ishasha, der Kazinga-Kanal, Schimpansen im Kibale und der Lake Mburo. Die nächsten Abfahrten liegen im Juni und August 2027, mitten in der langen Trockenzeit. Wer Uganda zum ersten Mal sehen will und das volle Programm möchte, nimmt diese.
Ruanda & Uganda: Safari, Gorillas & Kleingruppenreise
Die kompakte Kleingruppenreise dauert 7 Tage und kostet ab 4199 EUR, ebenfalls für zwei bis vier Personen. Sie fährt im März, April und Mai 2027, also genau in der langen Regenzeit. Das ist kein Versehen, sondern ein Angebot an alle, die Schlamm nicht fürchten und lieber mit drei Leuten im Wald stehen als mit drei anderen Gruppen. Ehrlich gesagt: Der Mai wird nass. Dafür ist der Wald dann so grün, dass Fotos fast unecht aussehen.
Wer Uganda mit Tansania und Kenia verbinden will, findet in der Ostafrika Safari Reise die große Runde mit Gorillas am Ende und Sansibar am Anfang. Ein Gast schrieb danach, das Tempo habe genug Zeit für Tierbeobachtungen und das Gorilla-Trekking gelassen, ohne dass der Stress überhandnahm. Mehr kann man von einer langen Reise kaum verlangen.

Was du vor der Abreise noch klären solltest
Einreise, Gesundheit, Geld und Linksverkehr stehen im Uganda-Dossier, und dort werden sie aktuell gehalten. Die Gorilla-Genehmigungen sind streng begrenzt, deshalb gilt für die Trockenzeit: früh buchen. Wer im Juli zu den Gorillas will und im Juni anfragt, braucht viel Glück.
Was in keinem Dossier steht: Pack für Uganda so, als würdest du in jeder Jahreszeit beides erleben. Eine Regenjacke für den Wald, eine warme Schicht für die kühlen Morgen in den Bergen, und Kleidung, bei der es dir egal ist, wenn sie hinterher rot ist.
Noch ein Wort zu den Morgen im Südwesten: Rund um den Bwindi und den Lake Bunyonyi liegen die Unterkünfte hoch in den Bergen. Wer dort im Juli zum Frühstück kommt, sitzt in der Fleecejacke vor dem Kaffee und glaubt kurz, er sei in den Alpen gelandet. Am Mittag hat er das wieder vergessen, spätestens auf dem Pfad zu den Gorillas.
Wenn du Uganda mit seinen Nachbarn vergleichen willst: In der Serengeti richtet sich alles nach der Herde, das erklärt unser Artikel Serengeti beste Reisezeit. Und wer noch zwischen den beiden Klassikern schwankt, liest Kenia oder Tansania. Uganda ist das Land, in dem du nach der Savanne in den Regenwald gehst. Mit Schlamm an den Schuhen, aber mit einer Gorillafamilie im Kopf, die du nicht mehr vergisst.
Kurz beantwortet
Häufige Fragen
- Kann man in der Regenzeit Gorillas in Uganda sehen?
- Ja. Die Berggorillas leben das ganze Jahr im Bwindi und ziehen nicht weg. In der Regenzeit von März bis Mai sind die Pfade aber steil und schlammig, das Trekking dauert länger und ist anstrengender. Dafür sind deutlich weniger Gruppen im Wald unterwegs.
- Welche Monate sind in Uganda Regenzeit?
- Uganda hat zwei Regenzeiten: die lange von März bis Mai, mit dem meisten Regen im April und Mai, und die kurze im Oktober und November. Im Bwindi-Regenwald regnet es allerdings in jedem Monat, auch in den Trockenzeiten.
- Ist Juli eine gute Reisezeit für Uganda?
- Ja, Juli liegt mitten in der langen Trockenzeit von Juni bis September. Die Pfade zu den Gorillas sind am trockensten, die Pisten gut befahrbar und die Tiere in der Savanne leicht zu sehen. Weil das alle wissen, sind die Gorilla-Genehmigungen für diese Zeit früh vergeben.
- Wann ist die beste Zeit für Vogelbeobachtung in Uganda?
- Von November bis April. Dann sind die Zugvögel aus Europa im Land, viele Arten tragen ihr Brutkleid, und die Feuchtgebiete sind voll. Am Lake Mburo und in den Sümpfen zeigt sich mit Glück auch der Schuhschnabel.
- Wie sind die Straßen in Uganda in der Regenzeit?
- Die Hauptstraßen sind meist asphaltiert. Die Nebenstrecken bestehen aus roter Lateriterde, die nach Regen sehr rutschig wird. Fahrtage dauern dann länger, besonders in den Bergen um den Bwindi und auf dem Weg nach Ishasha.