Eine Okavango Delta Safari zeigt Dir das größte Binnendelta Afrikas. Der Okavango fließt 1.600 km aus dem Hochland Angolas und endet im Sand der Kalahari, ohne je das Meer zu erreichen. Rund 11 Milliarden Kubikmeter Wasser breiten sich jedes Jahr auf bis zu 15.000 km² aus, 95 Prozent davon verdunsten. Seit 2014 ist das Delta UNESCO-Welterbe. Du erlebst es im Mokoro, im Geländewagen im Moremi Game Reserve und aus dem Kleinflugzeug ab Maun.
Der Okavango tritt bei Mohembo als 15 km breiter, von Papyrus gesäumter Fluss nach Botswana ein. Auf den ersten 100 km, dem sogenannten Panhandle, bleibt er ein einziger Strom. Dann fächert er sich an einer Verwerfung in Dutzende Kanäle auf, die sich über eine Fläche von 6.000 km² ständigem Sumpf und weitere 6.000 bis 9.000 km² saisonal überfluteter Ebenen verteilen. Dazwischen liegen tausende Inseln, die kleinsten so groß wie ein Termitenhügel, aus dem sie oft entstanden sind, die größte, Chief's Island, rund 70 km lang und 15 km breit.
Am Ostrand des Deltas liegt das Moremi Game Reserve, 1963 von den Batawana ausgerufen, knapp 5.000 km² groß und der einzige Teil des Deltas mit öffentlichem Pistennetz. Der Rest ist in Konzessionen aufgeteilt, in denen jeweils nur 1 bis 3 Camps stehen. Auf einer Fahrt durch Moremi wechseln sich Mopanewald, Akaziensavanne, Palmeninseln und offene Flutebenen innerhalb weniger Kilometer ab.
Im Delta leben 122 Säugetierarten. Das häufigste große Tier ist die Rote Letschwe-Antilope mit rund 88.000 Tieren, die im hüfttiefen Wasser vor Raubtieren flüchtet. Botswana beherbergt mit rund 130.000 Elefanten die größte Population der Erde, in der Trockenzeit stehen zehntausende davon an den Kanälen des Deltas. Büffelherden erreichen 1.000 Tiere. Dazu kommen Flusspferde und Nilkrokodile in jedem tieferen Kanal, Sitatungas im Papyrus, Löwen, Leoparden, Geparde, Tüpfelhyänen und eine der stabilsten Populationen des Afrikanischen Wildhundes auf dem Kontinent.
444 Vogelarten sind nachgewiesen, darunter Schreiseeadler, Klunkerkranich, Karminspint, Sattelstorch und der Binden-Fischeule, die Vogelbeobachter aus aller Welt nach Botswana bringt. In den Kanälen schwimmen 71 Fischarten, der Tigerfisch mit bis zu 15 kg ist der bekannteste. Rund 1.300 Pflanzenarten, 64 Reptilien- und 33 Amphibienarten vervollständigen die Liste, die 2014 zur Aufnahme als 1.000. UNESCO-Welterbestätte führte.
Das Wasser des Deltas stammt aus dem Hochland von Angola, wo zwischen Januar und Februar der meiste Regen fällt. Der Okavango braucht rund einen Monat, bis die Welle 1.200 km weiter südlich bei Mohembo die Grenze zu Botswana erreicht, meist im März. Dann wird es langsam: Mit einem Gefälle von nur rund 60 Metern auf 250 km Delta braucht die Flut weitere 4 Monate, bis sie den Südrand bei Maun erreicht. Das Wasser kommt also an, wenn der Boden am trockensten ist.
Zwischen Juni und August steht das Delta am höchsten und ist am weitesten ausgebreitet, in einem guten Jahr auf bis zu 15.000 km². Die Kalahari rundherum ist dann seit Monaten ohne Regen, und die Tiere drängen an die Flutebenen. Letschwe-Herden folgen der Wasserkante Meter für Meter, Elefanten stehen bis zum Bauch in den Kanälen, Büffelherden von mehreren hundert Tieren ziehen zwischen den Inseln hin und her. Für das Mokoro sind das die besten Monate: Flache Kanäle, die im April noch trocken lagen, sind jetzt befahrbar.
Rund 11 Milliarden Kubikmeter Wasser fließen jedes Jahr ins Delta. Etwa 95 Prozent davon verdunsten oder werden von den Pflanzen aufgenommen, 2 bis 3 Prozent versickern, und nur der Rest verlässt das Delta über den Thamalakane bei Maun und den Boteti in Richtung Makgadikgadi-Salzpfannen. Weil das Delta so wenig Abfluss hat, sind die Kanäle bemerkenswert klar: Die Pflanzen filtern Sedimente und Salze heraus, das Salz sammelt sich im Inneren der Inseln, und deshalb bleibt das Wasser im Delta süß und trinkbar.
Das Delta hat zwei Kalender, die gegeneinander laufen: den Regen vor Ort und die Flut aus Angola. Der Regen fällt von November bis März, in Maun im Schnitt rund 450 mm pro Jahr, meist als Gewitter am Nachmittag. Die Flut kommt genau dann, wenn der Regen aufgehört hat: Sie erreicht das obere Delta im März und April, steht von Juni bis August am höchsten und zieht sich bis Oktober wieder zurück.
Von Mai bis Oktober fahren die Pisten im Moremi Game Reserve am besten, die Tage sind trocken, die Nächte im Juni und Juli mit bis zu 5 °C kühl. Von August bis Oktober stehen die meisten Tiere am Wasser, im Oktober bei Tageshöchstwerten um 40 °C. Die Mokoro-Fahrten hängen vom Wasserstand ab: Von Mai bis September sind die meisten Kanäle befahrbar, im November und Dezember kann es in den Randgebieten zu flach werden.
Von Dezember bis März ist Moremi grün, die Pisten sind an vielen Stellen schlammig oder überflutet, die Fahrzeit zwischen den Camps verdoppelt sich. Dafür sind es die Monate mit den meisten Jungtieren, der besten Vogelbeobachtung und den niedrigsten Preisen in den Lodges. Einige Camps schließen im Januar und Februar.
Das Moremi Game Reserve kostet für Ausländer 120 Pula pro Person und Tag, das sind rund 9 US-Dollar, dazu 50 Pula pro Tag für ein im Ausland zugelassenes Fahrzeug. Die Konzessionsgebiete rund um Moremi (die NG-Gebiete, etwa Khwai) erheben eigene Gemeindegebühren, Mokoro-Fahrten werden von den Dorfgemeinschaften der Poler abgerechnet. Ob die Parkgebühren im Reisepreis enthalten sind, steht in den Leistungen der jeweiligen Reise. Bezahlt wird an den Gates in Pula, Karten werden nicht überall akzeptiert.
Das Tor zum Delta ist Maun mit dem Flughafen MUB. Von Johannesburg fliegst Du in rund 1 Stunde 45 Minuten, ab Frankfurt mit Umstieg in Johannesburg oder Addis Abeba in etwa 15 Stunden. Vom Flughafen sind es 100 km bis zum South Gate des Moremi Game Reserve, davon die letzten rund 60 km Sandpiste, rechne mit 2,5 bis 3 Stunden im Geländewagen. Die Camps im Inneren des Deltas erreichst Du nur mit dem Kleinflugzeug, 20 bis 40 Minuten ab Maun. Unsere Gruppenreisen starten in Maun, Windhoek oder Victoria Falls.
Plane mindestens 3 Nächte: 2 Tage für Pirschfahrten in Moremi und 1 Tag im Mokoro mit einer Wanderung auf einer Insel. Wer die Flutebenen und die Wildhunde von Khwai sehen will, bleibt 4 bis 5 Nächte. Unsere Reisen verbringen je nach Route 2 bis 4 Tage im Delta und verbinden es mit dem 300 km entfernten Chobe-Nationalpark und den Victoriafällen. Der Rundflug über das Delta dauert 45 Minuten bis 1 Stunde und lohnt sich am meisten von Juni bis September.
Die Gates öffnen um 6:00 und schließen um 18:30 Uhr, in den Wintermonaten von April bis September um 6:30 und 18:00 Uhr. Abseits der Pisten darf nicht gefahren werden, Nachtfahrten gibt es nur in den privaten Konzessionen außerhalb des Reservats. Es gilt Tempo 40, Aussteigen ist nur an den Campingplätzen und den ausgewiesenen Stellen erlaubt. Die Camps sind nicht eingezäunt: Elefanten und Hyänen gehen nachts durch, Essen bleibt im Fahrzeug, nach Einbruch der Dunkelheit bleibst Du im Camp.
Das Okavango-Delta ist ein Malaria-Gebiet mit dem höchsten Risiko in Botswana, vor allem von November bis Mai. Eine Prophylaxe wird ganzjährig empfohlen, dazu lange Kleidung ab der Dämmerung, Mückenspray und ein Moskitonetz. Das Wasser im Delta ist ungewöhnlich klar, trotzdem trinkst Du in den Camps gefiltertes Wasser. In einigen Gebieten gibt es Tsetsefliegen, dunkle Kleidung zieht sie an. Eine Gelbfieberimpfung ist nur nötig, wenn Du aus einem Gelbfieberland einreist. Das nächste Krankenhaus ist in Maun.
Die Camps in den Konzessionen erreichst Du nur per Kleinflugzeug ab Maun. Meist sind es 6 bis 12 Zelte oder Chalets auf Holzplattformen, Pirschfahrten, Bootsfahrten und Mokoro sind im Preis enthalten. Rechne mit 500 bis über 2.000 US-Dollar pro Person und Nacht. Unsere Lodge-Safari nutzt Lodges am Rand des Deltas, die mit dem Fahrzeug erreichbar sind und deutlich weniger kosten.
Feste Zeltcamps mit Betten und eigenem Bad stehen an der Khwai-Konzession am Nordostrand von Moremi und rund um das Reservat. Unsere Kleingruppenreisen übernachten in solchen Camps: Du schläfst im Zelt, Elefanten stehen nachts am Zaunpfosten, das Essen kommt aus der Camp-Küche. Die Nächte im Juni und Juli werden mit 5 °C kalt, ein warmer Schlafsack gehört ins Gepäck.
Im Reservat gibt es 4 Campingplätze: South Gate, Third Bridge, Xakanaxa und Khwai North Gate. Alle sind nicht eingezäunt, haben Duschen und Wasser und müssen Monate im Voraus gebucht werden, in der Hauptsaison von Juli bis Oktober sind sie ausgebucht. Unsere Overland-Reisen campen mit eigener Ausrüstung und Koch, Du stellst nur Dein Zelt auf.
Von Juni bis Oktober. Das Delta steht von Juni bis August am höchsten, die Pisten in Moremi sind trocken, die Tiere sammeln sich am Wasser. Im Oktober ist die Tierdichte am größten, aber es wird bis 40 °C heiß. Von Dezember bis März regnet es, die Pisten sind schlammig, dafür sind die Preise niedriger und die Vogelwelt am reichsten.
Mindestens 3 Nächte: 2 Tage Pirschfahrten in Moremi und 1 Tag im Mokoro. Mit Khwai und einem Rundflug sind es 4 bis 5 Nächte. Unsere Reisen verbringen 2 bis 4 Tage im Delta und fahren weiter zum Chobe-Nationalpark, der 300 km entfernt liegt, und zu den Victoriafällen.
Ja, das Delta ist das Gebiet mit dem höchsten Malaria-Risiko in Botswana, besonders von November bis Mai. Ärzte empfehlen eine Prophylaxe das ganze Jahr über. Dazu kommen lange Kleidung ab der Dämmerung, Mückenspray und ein Moskitonetz. Sprich 4 bis 6 Wochen vor der Reise mit einem Tropenmediziner.
Moremi ist mit einem Geländewagen mit Untersetzung befahrbar, die 100 km ab Maun sind zu 60 km Sandpiste, im Reservat gibt es Tiefsand und Wasserdurchfahrten. Campingplätze müssen Monate vorher gebucht werden, Tankstellen gibt es nur in Maun. Wer keine Erfahrung mit Sand hat, fährt in der Gruppe mit Guide: Auf unseren Reisen sitzt Du im Fahrzeug des Guides.
Das Moremi Game Reserve kostet für Ausländer 120 Pula pro Person und Tag, rund 9 US-Dollar, plus 50 Pula pro Tag für ein ausländisches Fahrzeug. Die Konzessionen um Moremi erheben eigene Gebühren, Mokoro-Fahrten bezahlst Du an die Dorfgemeinschaften. Ob die Gebühren im Reisepreis enthalten sind, steht in den Leistungen der jeweiligen Reise.
Elefanten, Büffel, Löwen und Leoparden siehst Du in Moremi mit hoher Wahrscheinlichkeit, Elefanten in der Trockenzeit zu tausenden. Nashörner sind die Ausnahme: Botswana hat seit 2019 den größten Teil seiner wieder angesiedelten Nashörner durch Wilderei verloren, im Delta leben nur noch einzelne Tiere. Dafür gibt es Wildhunde, Letschwe, Sitatunga und 444 Vogelarten.