Reiseinformation

Tansania: beste Reisezeit, Einreise, Reiseinfos

Wann Du in Tansania welche Tiere siehst, wie das Klima der Serengeti nach Monaten aussieht, und was vor der Einreise mit dem eigenen Motorrad zu klären ist: Visum, Einfuhr, Pisten.

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Visum
Visumpflicht, e-Visa online oder Visa on Arrival, 50 USD Einzeleinreise, 90 Tage
Passfoto und Nachweis der Weiterreise beim Online-Antrag verlangt
Passgültigkeit
Mindestens 6 Monate ab Einreise, mindestens eine freie Seite
Beste Reisezeit
Juni bis Oktober, zusätzlich Januar/Februar
Währung
Tansania-Schilling (TZS), ca. 1 USD = 2.500 TZS
USD nur in makellosem Zustand, keine Scheine vor 2009
Zeitzone
UTC+3, ganzjährig ohne Sommerzeit
Fahrseite
Linksverkehr
Helm & Ausrüstung
Helmpflicht gesetzlich nur für den Fahrer, für den Sozius nicht geregelt
Hauptverkehrsader
T2/T5 asphaltiert zwischen Namanga, Arusha, Dodoma; Pisten zu Serengeti/Ngorongoro nur mit Guide im Safarifahrzeug
Kraftstoff
Bleifrei 95 an der Hauptstrecke verbreitet, Reservekanister für die Zufahrt zu den Parks empfohlen
Internat. Führerschein
Internationaler Führerschein nach Genfer Abkommen 1949, bis 90 Tage anerkannt

Wann Du in Tansania welche Tiere siehst

Die Trockenzeit von Juni bis Oktober bündelt die Tiere am Wasser, die Regenzeit bringt Kälber und Migration in den Süden der Serengeti: welcher Park in welchem Monat lohnt.

Tansania hat zwei Regenzeiten und eine lange Trockenzeit, und für die Tierbeobachtung zählt vor allem das Wasser. Von Juni bis Oktober fällt in der Serengeti an 2 bis 6 Tagen im Monat Regen, das Gras ist kurz und gelb, die Tiere sammeln sich an Flüssen, Wasserlöchern und Sümpfen. Du siehst dann mehr Tiere pro Pirschfahrt als in jedem anderen Monat, weil die Sicht weit reicht und Elefanten, Büffel und Antilopen täglich zum Wasser müssen.

Die Große Migration ist das Ereignis, nach dem sich der Kalender richtet. Rund 1,5 Millionen Gnus und etwa 250.000 Zebras ziehen im Jahreslauf im Uhrzeigersinn durch das Serengeti-Ökosystem. Von Dezember bis März stehen die Herden auf den Kurzgrasebenen im Süden um Ndutu und im Ngorongoro-Schutzgebiet; Ende Januar bis Februar werden dort innerhalb von etwa 3 Wochen rund 400.000 Kälber geboren, und Löwen, Hyänen und Geparden folgen ihnen. Im April und Mai ziehen die Herden bei starkem Regen nach Nordwesten in den Westlichen Korridor, im Juni und Juli überqueren sie den Grumeti. Von Juli bis Oktober stehen sie im Norden am Mara-Fluss, die Flussquerungen mit Krokodilen sind im August und September am häufigsten. Im November kehren sie mit der kurzen Regenzeit nach Süden zurück.

Der Ngorongoro-Krater funktioniert das ganze Jahr, weil die Tiere den Kraterboden mit seinen 260 km² kaum verlassen: Etwa 25.000 große Säugetiere, darunter rund 30 Spitzmaulnashörner, sind an jedem Tag des Jahres dort. In der Regenzeit von März bis Mai wird der Kraterboden matschig und die Fahrt langsamer, die Sicht auf die Tiere bleibt. Tarangire dagegen ist ein Trockenzeitpark: Von Juli bis Oktober stehen bis zu 3.000 Elefanten am Tarangire-Fluss, in der Regenzeit verteilen sich die Herden in die Massai-Steppe außerhalb des Parks und Du siehst deutlich weniger.

Im Süden, in Nyerere und Ruaha, ist die Trockenzeit von Juni bis Oktober die einzige verlässliche Zeit; im April und Mai schließen viele Camps, weil die Pisten unter Wasser stehen. Wer Vögel sehen will, kommt von November bis April: Dann sind die europäischen Zugvögel da, und in der Serengeti sind über 500 Arten unterwegs.

Region Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Serengeti Süd (Ndutu, Kalbungszeit)
Serengeti Nord (Mara-Fluss, Querungen)
Ngorongoro-Krater
Tarangire (Elefanten am Fluss)
Süden: Nyerere und Ruaha
Beste Sichtungen Gute Chancen Kaum Sichtungen

Motorradreisen durch Tansania

Geführte Touren durch Serengeti, Ngorongoro und weiter nach Sansibar – als Etappe einer Ostafrika-Reise oder der großen Transafrika-Expedition.

Safari Tansania: alle Touren ansehen

Das sagen Gäste über ihre Reise in Tansania

★★★★★

Martin M.

Die Organisation der Tansania Safari in Sansibar und Ngorongoro-Krater war nachvollziehbar und klar strukturiert. Die täglichen Aktivitäten, wie die Erkundung der historischen Steinstadt am ersten Tag und die geführte Safari in der Serengeti, waren gut durchdacht. Die maximale Gruppengröße von 20 Personen trug zur effizienten...

★★★★★

Robert F.

Die Organisation der Afrika Gruppenreise war durchweg klar strukturiert. Die täglichen Briefings vor den Touren in der Serengeti und die Reiseführer, die die Safarifahrzeuge begleiten, sorgten für einen reibungslosen Ablauf. Das Camping und die Unterbringung in Apartments waren gut koordiniert, was zur positiven Gruppendynamik beitrug.

★★★★★

Michael H.

In Tansania führt die Tour durch den Tarangire Nationalpark und den Ngorongoro Krater. Die Routenplanung ermöglicht eine ausgewogene Verteilung von Fahrten und Erkundungen. Die Tage im Serengeti mit Wildtierbeobachtungen wurden sinnvoll kombiniert mit Aufenthalten im Arusha Nationalpark, was die Reise abwechslungsreich gestaltete.

Klima in der Serengeti: Temperaturen und Regen im Jahr

Die Zahlen gelten für die zentrale Serengeti um Seronera auf etwa 1.500 m Höhe, dem Kern der Nordroute. Die Höhe hält die Temperaturen das ganze Jahr in einem engen Band: tagsüber 26 bis 29 °C, nachts 12 bis 15 °C, ohne echten Sommer oder Winter. Was die Monate unterscheidet, ist der Regen. Die lange Regenzeit von März bis Mai bringt 11 bis 17 Regentage im Monat, meist als Gewitter am Nachmittag, selten als Dauerregen; die kurze Regenzeit im November und Dezember etwa 12 Tage. Januar und Februar sind eine Trockenphase dazwischen, aber mit noch 9 Regentagen. Von Juni bis Oktober fällt an 2 bis 6 Tagen Regen, die Luftfeuchte sinkt unter 60 %, und die Sonne scheint 9 Stunden am Tag.

Zwei Abweichungen von der Tabelle musst Du einplanen: Am Kraterrand des Ngorongoro auf 2.300 m sinkt das Thermometer von Juni bis August in der Frühe auf 5 bis 8 °C, Nebel liegt oft bis 9 Uhr. An der Küste und auf Sansibar liegt die Tageshöchsttemperatur von Dezember bis März bei 32 bis 33 °C mit 80 % Luftfeuchte, und die Kühle der Hochebene fehlt ganz.

Monat Max °C Min °C Regentage Luftfeuchte % Sonnenstunden
Jan Trockenzeit 29 15 9 62 8
Feb 29 15 9 62 8
Mär Regenzeit 28 15 13 68 7
Apr 27 15 17 75 6
Mai 26 14 11 72 7
Jun Trockenzeit 26 13 3 62 9
Jul 26 12 2 58 9
Aug 27 13 3 56 9
Sep 28 14 4 55 9
Okt 29 15 6 58 8
Nov Regenzeit 28 15 12 66 7
Dez 28 15 12 68 7

Beste Reisezeit für die Pistenzufahrt

Zwei Regenzeiten entscheiden, ob die Zufahrt zu Serengeti und Ngorongoro fahrbar ist.

7 Ideal
Beste Reisezeit
Juni-Oktober, plus Januar/Februar

Trockenzeit von Juni bis Oktober sowie die kurze Trockenphase im Januar/Februar – dann sind Serengeti- und Ngorongoro-Pisten durchgehend fahrbar.

Region Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Nordroute: Arusha – Serengeti – Ngorongoro – Sansibar
Ideal Machbar Nicht befahrbar
Tansania kennt im Norden zwei Regenzeiten: die lange Regenzeit von März bis Mai und die kurze von November bis Dezember. Für die Piste zählt vor allem die lange Regenzeit – dann verwandeln sich die roten Lateritpisten in Serengeti und Ngorongoro binnen Stunden in Schlammbahnen, die stellenweise selbst Geländewagen nicht mehr passieren, und die steile Kraterrand-Straße nach Ngorongoro wird bei Nässe so rutschig, dass sie zeitweise gesperrt wird. Viele Camps in den Parks schließen deshalb im April. Die kurze Regenzeit im November/Dezember ist milder: kurze, kräftige Schauer am Nachmittag, danach trocknen die Pisten meist über Nacht wieder ab – fahrbar, aber mit Reserve in der Tagesplanung. Die beste Zeit für feste Tagesetappen ist die lange Trockenzeit von Juni bis Oktober, wenn die Pisten hart und griffig sind, dazu die kurze Trockenphase im Januar/Februar zwischen den beiden Regenzeiten. Der asphaltierte Teil der Route – Namanga, Arusha, die Straße nach Moshi und weiter an die Küste – ist ganzjährig unabhängig vom Regen befahrbar.

Beste Reisezeit, je nachdem was du vorhast

Tiere sehen: Juni bis Oktober

Die Trockenzeit ist die verlässlichste Zeit für alle Parks der Nordroute: kurzes Gras, Tiere am Wasser, 2 bis 6 Regentage im Monat. Für die Flussquerungen der Migration am Mara-Fluss sind August und September die Monate mit den meisten Querungen, für Elefanten in Tarangire Juli bis Oktober. Wer die Kalbungszeit sehen will, fährt Ende Januar bis Februar in den Süden der Serengeti um Ndutu.

Wer Hitze schlecht verträgt: Juni bis August

Auf der Hochebene wird es in diesen Monaten tagsüber selten wärmer als 26 °C, die Luftfeuchte liegt unter 60 %, und nachts kühlt es auf 12 bis 13 °C ab. Am Kraterrand brauchst Du morgens eine Jacke. Meide die Küste und Sansibar zwischen Dezember und März, wenn 33 °C und 80 % Luftfeuchte zusammenkommen, und den Oktober, den heißesten und staubigsten Monat der Serengeti.

Die beliebteste Zeit: Juli bis Oktober

Die meisten Besucher kommen zwischen Juli und Oktober, dazu die zwei Wochen um Weihnachten. Der Ngorongoro-Krater begrenzt die Zeit auf dem Kraterboden auf 6 Stunden pro Fahrzeug, und an den Querungsstellen am Mara-Fluss warten im August oft mehr als 20 Fahrzeuge. Lodges in der Serengeti sind für August häufig 6 bis 12 Monate vorher ausgebucht. Wer Ruhe will und trotzdem Trockenzeit, nimmt den Juni oder die erste Oktoberhälfte.

Vögel und grüne Landschaft: November bis April

Mit den kurzen Regen im November kommen die Zugvögel aus Europa und Asien, bis April sind in der Serengeti über 500 Arten unterwegs, viele im Brutkleid. Die Ebenen sind grün, die Luft ist staubfrei, und die Kurzgrasebenen um Ndutu stehen voller Gnus mit Kälbern. Der Preis dafür: 9 bis 17 Regentage im Monat, auf der Hochebene meist als Nachmittagsgewitter, an der Küste schwül.

Fotografen: Februar für Raubtiere, September für Querungen

Im Februar stehen die Gnuherden mit Kälbern auf den Kurzgrasebenen um Ndutu, die Raubtiere sind aktiv und die Luft ist nach dem Regen klar, mit Wolken statt Dunst. Im September konzentrieren sich Flussquerungen, Elefanten und Katzen im Norden und in Tarangire, das Licht ist hart, der Himmel meist wolkenlos. Plane für die frühen Stunden: Von 6:30 bis 9 Uhr ist das Licht flach und die Tiere sind unterwegs, ab 11 Uhr flimmert die Luft über den Ebenen.

Visum und Einreise nach Tansania

Wer nach Tansania reist, braucht ein Visum – keine Ausnahme für EU-Bürger.

Deutsche, österreichische und Schweizer Staatsangehörige benötigen für Tansania ein Visum, egal wie kurz der Aufenthalt ist. Am unkompliziertesten ist das e-Visa über das offizielle Portal visa.immigration.go.tz: Einzeleinreise-Touristenvisum, 50 USD, bis zu 90 Tage gültig, Bearbeitung meist 2 bis 10 Werktage. Ein Mehrfacheinreisevisum kostet 100 USD und lohnt sich, wer während der Reise über Kenia oder Uganda ein- und wieder ausreist. Alternativ gibt es das Visum bei Einreise an den großen Flughäfen und den wichtigsten Landgrenzen zu denselben Konditionen, dann aber mit Wartezeit und nur gegen Barzahlung. Der Reisepass muss bei Einreise noch mindestens 6 Monate gültig sein und eine freie Seite für den Stempel haben. Für den Online-Antrag werden ein Passfoto mit weißem Hintergrund, ein Nachweis der Weiterreise (Rück- oder Weiterflugticket) und häufig eine Hotelbuchung oder Einladung verlangt. Eine Gelbfieberimpfung ist bei Direkteinreise aus Europa nicht Pflicht, wird aber verlangt bei Einreise aus einem Gelbfieber-Endemieland oder nach mehr als 12 Stunden Zwischenstopp dort – bei Anreise über ein ostafrikanisches Drehkreuz vorher genau prüfen, welches Land aktuell als Endemiegebiet gilt.
VisumartAufenthaltKostenWo beantragenGültigkeit
Touristenvisum Einzeleinreise (e-Visa)bis 90 Tage50 USDonline vorab, visa.immigration.go.tz90 Tage ab Einreise
Touristenvisum Mehrfacheinreisebis 90 Tage pro Einreise100 USDonline vorab12 Monate
Visa on Arrivalbis 90 Tage50 USD (bar, USD)Flughäfen Dar es Salaam/Kilimanjaro/Sansibar, große Landgrenzen (z. B. Namanga)90 Tage
Transitvisumbis 7 Tageca. 30 bis 50 USDonline oder bei Einreiseeinmalige Durchreise
Eigenes Motorrad – temporäre Einfuhr1 Monat pro Bescheinigung, verlängerbar17 USD/Monat plus Kfz-Haftpflicht 22 USD/3 Monatean der Grenze, bar in USD1 Monat, danach neu lösen

Einreise mit dem eigenen Motorrad

Carnet oder Grenzpapier, COMESA-Versicherung, Vollmacht – was an tansanischen Grenzen wirklich verlangt wird.

Ein Carnet de Passages ist für Tansania nicht zwingend: An den wichtigen Grenzen – allen voran Namanga von Kenia und Tunduma von Sambia – reicht in der Praxis eine vor Ort gekaufte temporäre Einfuhrbescheinigung (Temporary Import Permit) für rund 17 USD pro Monat, verlängerbar. Ein Carnet lohnt sich trotzdem für alle, die über mehrere Länder mit strengerer Handhabung weiterfahren, weil es an jeder Grenze denselben Ablauf garantiert. Pflicht ist in jedem Fall eine Kfz-Haftpflichtversicherung: Die COMESA Yellow Card gilt in Tansania und den meisten Nachbarländern und kostet an der Grenze rund 22 USD für drei Monate; ohne sie kommt niemand durch die Zollabfertigung. Mitzuführen sind Fahrzeugschein (oder eine beglaubigte Kopie), Reisepass und der Internationale Führerschein. Fährt jemand ein Motorrad, das nicht auf die eigene Person zugelassen ist – geliehen, gemietet im Nachbarland oder eines Reisepartners – braucht es eine schriftliche, im besten Fall notariell beglaubigte Vollmacht des Halters; ohne sie wird an manchen Grenzposten die Weiterfahrt verweigert. Die gängigen Übergänge funktionieren zuverlässig: Namanga (Kenia), Holili und Horohoro (Kenia, Küste), Tunduma (Sambia), Kasumulu (Malawi) und die Fährverbindung nach Sansibar werden regelmäßig von Overlandern genutzt und haben feste, bekannte Gebühren. Kleinere Grenzposten im Westen (Kongo, Ruanda, Burundi) sind unberechenbarer in Öffnungszeiten und Formalitäten – dort lieber einen Tagesspielraum einplanen. Wer nur die klassische Nordroute Arusha–Serengeti–Ngorongoro–Sansibar fahren will: Auf dieser Strecke werden die Nationalparks ausschließlich im Geländewagen mit Ranger besucht, das eigene Motorrad bleibt dabei in Arusha oder Karatu stehen.
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An der Grenze zählt nur sauberes, unbeschädigtes US-Bargeld – geknickte oder alte Scheine (vor 2009) werden an tansanischen Grenzposten regelmäßig abgelehnt, auch wenn der Kurs stimmt.

Führerschein und Papiere unterwegs

Was die Verkehrspolizei an Kontrollpunkten tatsächlich sehen will.

Der Internationale Führerschein nach dem Genfer Abkommen von 1949 wird in Tansania anerkannt und deckt die ersten 90 Tage im Land ab – danach wäre offiziell ein tansanischer Führerschein nötig, was bei einer Motorradreise in der Praxis nicht vorkommt. Ohne IDP gilt ein ausländischer Führerschein nicht automatisch, auch nicht im EU-Kartenformat. Auf der Straße kontrolliert die Verkehrspolizei Führerschein und Fahrzeugpapiere per Stichprobe, an größeren Kontrollpunkten auch elektronisch über das System der Tanzania Revenue Authority. Der Reisepass allein reicht als Nachweis nicht – gefragt wird nach Führerschein und Einfuhrpapieren. Helmpflicht gilt gesetzlich nur für den Fahrer, nicht für den Sozius; auf einer geführten Tour trägt ohnehin jeder Helm, unabhängig von der Gesetzeslage.
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Straßen und Pisten auf der Nordroute

Von der asphaltierten Fernstraße zur roten Lateritpiste – was auf welchem Abschnitt wartet.

Die touristische Route folgt im Kern der Nord-Ost-Achse: asphaltierte Fernstraße von der kenianischen Grenze bei Namanga über Arusha und weiter an die Küste, dazwischen die unbefestigten Zufahrten zu Serengeti und Ngorongoro. Auf der Fernstraße (T2/T5, Teil der Cairo-Kapstadt-Route) sind lange Tagesetappen von 250 bis 300 km realistisch, der Belag ist überwiegend gut, mit Bodenwellen vor jedem Dorf und dichtem Lkw-Verkehr rund um den Verkehrsknoten Chalinze. Die Lateritpisten ab Makuyuni Richtung Serengeti sind in der Trockenzeit gut fahrbar, aber staubig und von Wellblech durchzogen – hier zählt eher die Zeit als die Distanz. Innerhalb von Serengeti und Ngorongoro sind Game Drives ausschließlich mit lizenzierten Safarifahrzeugen und Guide erlaubt, das eigene Motorrad bleibt währenddessen sicher im Camp oder in Arusha stehen. Wer von der Nordroute weiter an die Küste will, fährt bis Dar es Salaam durch und nimmt von dort die Autofähre nach Sansibar; bei starkem Seegang in der langen Regenzeit (März bis Mai) fällt sie gelegentlich aus, ein Puffertag vor dem Rückflug ist deshalb sinnvoll.
1
T2 Namanga – Arusha
105 km
100% Asphalt

Asphaltiert, Teil der Cairo-Kapstadt-Fernstraße, gut ausgebaut, aber mit Bodenwellen vor Ortschaften

Nach Regen
Kein Problem, ganzjährig befahrbar
Realistisches Tagespensum
100 bis 150 km
Tankstellen
Alle 20 bis 30 km
Pässe
keine
Genehmigungen
keine
2
Arusha – Serengeti-Nationalpark (Naabi Hill Gate)
145 km
20% Asphalt 70% Piste 10% Sand

Ab Makuyuni unbefestigte Lateritpiste, in der Trockenzeit gut fahrbar, staubig, Wellblech

Nach Regen
Schlammig und stellenweise schwer passierbar, Anreise kann sich um Stunden verzögern
Realistisches Tagespensum
120 bis 150 km, wegen Wellblech und Schlaglöchern langsamer als die reine Distanz vermuten lässt
Tankstellen
Letzte verlässliche Tankstelle vor dem Parktor in Mto wa Mbu, danach keine mehr
Pässe
keine
Genehmigungen
Serengeti-Eintritt ca. 70 USD/Person/24h, nur bar in USD
3
Serengeti – Ngorongoro-Kraterrand
145 km
90% Piste 10% Sand

Unbefestigte Pisten innerhalb der Schutzgebiete, nur mit Geländewagen und Guide (Motorrad im Park nicht zugelassen)

Nach Regen
Bei starkem Regen zeitweise gesperrt, Kraterrand-Straße wird rutschig
Realistisches Tagespensum
80 bis 120 km im Park-Tempolimit (50 km/h, im Krater 25 km/h)
Tankstellen
Keine Tankstelle im Schutzgebiet
Pässe
Kraterrand ca. 2.200 m
Genehmigungen
Ngorongoro-Gebühr ca. 71 USD/Person plus 295 USD Kraterabstieg pro Fahrzeug
4
Karatu – Moshi (über Mto wa Mbu)
155 km
90% Asphalt 10% Piste

Größtenteils asphaltiert, kurvenreich am Fuß des Ngorongoro-Hochlands

Nach Regen
Vereinzelt Wasserschäden am Asphalt, ansonsten unproblematisch
Realistisches Tagespensum
150 bis 180 km
Tankstellen
Alle 30 bis 40 km
Pässe
keine nennenswerte Passhöhe
Genehmigungen
keine
5
Moshi – Dar es Salaam (T2/T5 über Chalinze)
480 km
100% Asphalt

Durchgehend asphaltiert, Teil der Cairo-Kapstadt-Route, viel Lkw-Verkehr um Chalinze

Nach Regen
Kein Problem
Realistisches Tagespensum
250 bis 300 km, machbare lange Etappe
Tankstellen
Alle 20 km, dicht getaktet
Pässe
keine
Genehmigungen
keine

Tanken zwischen Fernstraße und Nationalpark

Wo das Netz endet und ein Reservekanister wirklich nötig wird.

An der asphaltierten Hauptroute – Namanga, Arusha, Moshi, die Strecke nach Dar es Salaam – ist die Tankstellendichte gut, meist alle 20 bis 30 km, Benzin 95 (bleifrei) und Diesel sind überall verfügbar. Auf dem Weg zu Serengeti und Ngorongoro endet das dichte Netz in Mto wa Mbu: Das ist die letzte verlässliche Tankstelle vor dem Parktor, danach gibt es innerhalb der Schutzgebiete keine mehr. Ein Reservekanister mit 5 bis 10 Litern deckt die Strecke bis zum nächsten Camp ab. An größeren Stationen wird mit Karte bezahlt, in ländlichen Gegenden nur bar in Tansania-Schilling – kleine Scheine mitnehmen, an kleinen Stationen wird selten gewechselt. Die Kraftstoffqualität an den Hauptstrecken entspricht europäischem Standard, an sehr abgelegenen Verkaufsstellen sollte man auf Verunreinigungen im Tank gefasst sein.
SorteOktanVerfügbarkeit
Benzin bleifrei95Hauptstrecke dicht getaktet, letzte Station vor Serengeti in Mto wa Mbu
Diesel–Überall an der Hauptstrecke verfügbar
Reservekanister–Empfohlen für die Zufahrt Serengeti/Ngorongoro, 5-10 Liter

Sicherheit und Notruf

Notrufnummern funktionieren zuverlässig – aber nicht überall im Land.

Die landesweiten Notrufnummern sind Polizei 112, Rettungsdienst 114 und Feuerwehr 118 – sie funktionieren zuverlässig in Dar es Salaam und größeren Städten, in ländlichen Gegenden und speziell rund um Serengeti/Ngorongoro ist die Netzabdeckung lückenhaft und die Nummern laufen nicht überall zusammen. Einen staatlichen Rettungsdienst gibt es faktisch nur in den großen Städten; abseits davon organisiert im Ernstfall meist die Lodge oder Safari-Firma den Transport, oft per Privatfahrzeug. Deshalb gehört eine Auslandskrankenversicherung mit Rückholklausel (Evakuierungsflug) zur Grundausstattung, nicht nur eine normale Reiseversicherung. Die Verkehrspolizei kontrolliert an festen und mobilen Posten Führerschein, Fahrzeugpapiere und Geschwindigkeit; Radarkontrollen sind auf den Fernstraßen üblich, Bußgelder liegen zwischen 20.000 und 100.000 TZS und werden vor Ort verlangt.

Gesundheit und Impfungen

Malaria-Hochrisikogebiet auf der ganzen Route, Gelbfieber nur bei Transit relevant.

Ganz Tansania unterhalb von 1.800 m – dazu zählt die komplette Reiseroute inklusive Sansibar – gilt als Malaria-Hochrisikogebiet, die Übertragung ist zwischen November und Mai am höchsten. Eine Malariaprophylaxe nach ärztlicher Beratung (Atovaquon/Proguanil, Doxycyclin oder Mefloquin) gehört auf jede Tansania-Reise. Eine Gelbfieberimpfung ist bei Direkteinreise aus Europa nicht vorgeschrieben, wird aber Pflicht bei Einreise aus einem Gelbfieber-Endemieland oder nach mehr als 12 Stunden Zwischenstopp dort. Trinkwasser aus der Leitung ist nirgends im Land empfehlenswert, abgefülltes Wasser ist überall erhältlich.
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Standard-Auslandsreiseversicherungen decken Motorradfahren über 125 cm³ meist gar nicht ab oder nur gegen Aufpreis – vor der Reise prüfen, ob die eigene Police tatsächlich für die gefahrene Hubraumklasse gilt, nicht erst im Schadensfall.

Geld und Bezahlen unterwegs

Bargeld regiert außerhalb der großen Städte, USD nur für Gebühren.

Landeswährung ist der Tansania-Schilling (TZS), der Kurs schwankt um 1 USD = 2.500 TZS. Geldautomaten gibt es zuverlässig in Arusha, Dar es Salaam, Moshi und Stone Town, aber nicht in den Nationalparks oder an den Lodges – Bargeld für die Safari-Tage vorher in der Stadt abheben. Karten werden in Lodges und größeren Hotels akzeptiert, oft mit 3 bis 5 % Aufschlag; unterwegs auf dem Land zählt nur Bargeld. Park- und Grenzgebühren werden ausschließlich in sauberen, neueren US-Dollar-Scheinen verlangt, keine Scheine vor 2009 und keine gekniäckten oder eingerissenen.
Womit bezahlenHinweis
Park- und GrenzgebührenNur bar in sauberen USD-Scheinen
Lodges/HotelsKarte meist möglich, 3-5% Aufschlag
Tankstellen HauptstreckeKarte oder TZS bar
Land/DörferNur TZS bar, kleine Scheine

Mobilfunk und Internet

Gutes Netz an der Fernstraße, klare Lücken in den Schutzgebieten.

Vodacom hat rund um Arusha und Kilimanjaro das beste Netz, in der Serengeti selbst schneiden andere Anbieter laut Erfahrungsberichten teils besser ab. Innerhalb der Schutzgebiete und auf den Pisten dazwischen ist die Abdeckung lückenhaft bis nicht vorhanden, an der Küste und in Sansibar dagegen gut. Eine lokale SIM-Karte ist an Flughäfen und in jeder größeren Stadt für wenig Geld erhältlich, eine eSIM lässt sich vorab online aktivieren. Kartenzahlung in Lodges hängt an derselben Netzabdeckung – bei Funkloch geht auch das Kartenterminal nicht, ein weiterer Grund für ausreichend Bargeld.

Kultur und Verhalten auf der Straße

Ramadan an der Küste, Fotoerlaubnis bei den Massai, Hupen als Verständigung.

Tansania ist an der Küste und auf Sansibar mehrheitlich muslimisch geprägt, im Landesinneren gemischt christlich-traditionell. Während des Ramadan wird in Sansibar und den Küstenorten erwartet, tagsüber nicht öffentlich zu essen, zu trinken oder zu rauchen – viele Restaurants außerhalb der Hotels schließen bis zum Sonnenuntergang. Fotos von Menschen, besonders in Massai-Dörfern, nur nach ausdrücklicher Erlaubnis machen; oft wird dafür vor Ort eine kleine Gebühr erwartet, was normal und Teil des Besuchs ist. Auf der Straße gilt Linksverkehr, Handzeichen und Hupsignale werden großzügig genutzt – ein kurzes Hupen vor Kurven und Dörfern ist ortsüblich, kein Zeichen von Ungeduld. Helmpflicht gilt gesetzlich nur für den Fahrer, auf geführten Touren tragen aus Sicherheitsgründen alle Insassen Helm.

Was Tansania zusätzlich verlangt

Die Lücke zwischen der normalen Reiseausrüstung und dem, was diese Route konkret braucht.

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Bilder aus Tansania

Joe Küster
Autor
Joe Küster
Gründer von OVERCROSS

„Mädchen für alles“ und Gründer des Unternehmens.

Sprachen: de, en

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