Auf einen Blick Inhalt
- Botswana hat zwei Uhren, und die gehen nicht gleich
- Botswana Monat für Monat
- Was Flut und Regen mit den Pisten machen
- Die unterschätzten Monate: Mai und November
- Trockenzeit oder grüne Saison: was zu dir passt
- Welche Tour in welchem Monat
- Was du vor der Abreise sonst noch klären solltest
- Häufige Fragen
Botswana hat zwei Uhren, und die gehen nicht gleich
Die meisten Länder haben eine Regenzeit und eine Trockenzeit. Fertig, Frage beantwortet. Botswana hat zwei Uhren, und die laufen gegeneinander.
Die erste Uhr ist der Regen. Er kommt im November, manchmal schon mit einem Gewitter Ende Oktober, und hört im März oder April auf. In diesen Monaten wird das Land grün, die Salzpfannen füllen sich, und die Tiere verteilen sich über den ganzen Busch. Warum sollten sie auch an einem Fluss Schlange stehen, wenn hinter jedem Busch eine Pfütze liegt?
Die zweite Uhr ist die Flut. Das Wasser, das ins Okavango-Delta läuft, fällt gar nicht in Botswana. Es fällt im Hochland von Angola, im Januar und Februar. Von dort kriecht es über tausend Kilometer Fluss nach Süden, durch Namibia, und kommt im Delta an, wenn in Botswana längst kein Tropfen mehr vom Himmel fällt. Ab etwa April steigt das Wasser, den höchsten Stand hat das Delta im Juni, Juli und August.
Heißt im Klartext: Mitten in der Trockenzeit, wenn die Kalahari staubt und die Mopanebäume kahl sind, steht das Delta unter Wasser. Das ist kein Druckfehler. Das ist die ganze Pointe dieses Landes.
Ein Guide in Maun hat das einem Gast mal so erklärt: Der Regen ist schon weg, nur der Fluss hat es noch nicht gemerkt. Besser kann man es nicht sagen.
Deshalb ist jede Antwort auf die Frage nach der besten Reisezeit, die nur einen Satz lang ist, entweder falsch oder unvollständig. Die richtige Frage lautet: Was willst du sehen, und auf welchen Pisten willst du dafür fahren?
Botswana Monat für Monat
Die Tabelle ist grob, das Wetter hält sich nicht an Kalender. Aber sie zeigt, warum zwei Leute, die beide im Juli in Botswana waren, zwei völlig verschiedene Länder beschreiben können: der eine stand im Delta knietief im Wasser, der andere hat in der Kalahari drei Tage keinen Fluss gesehen.
| Monate | Wetter | Okavango-Delta | Pisten | Tiere |
|---|---|---|---|---|
| Januar, Februar | Regenzeit, Gewitter meist am Nachmittag | niedrig, die Flut ist noch in Angola unterwegs | schwarzer Lehm wird zu Schmierseife, Teile von Moremi und Savuti schwer oder gar nicht befahrbar | Jungtiere, Zugvögel, Zebras ziehen in die Pfannen von Makgadikgadi und Nxai |
| März, April | Regen läuft aus, noch schwül | das Wasser erreicht das obere Delta | Pisten trocknen ab, Wasserlöcher mitten auf dem Weg bleiben | hohes Gras, die Tiere sind da, du siehst sie nur schlechter |
| Mai, Juni | trocken, Tage warm, Nächte kühl | die Flut steigt | gut befahrbar, im Delta die ersten tiefen Furten | die Tiere ziehen Richtung Wasser |
| Juli, August | trocken, nachts um den Gefrierpunkt | höchster Stand | Furten tief, einzelne Wege im Moremi überflutet oder umgeleitet | Hochsaison: Elefanten am Chobe, Raubkatzen an den Wasserstellen |
| September, Oktober | trocken und heiß, Oktober ist der heißeste Monat | das Wasser geht zurück | alles offen, dafür ist der Tiefsand weich und die Mittagshitze brutal | die dichteste Tierkonzentration an den letzten Wasserstellen |
| November, Dezember | erste Gewitter, die Hitze bricht | niedrig | noch gut, nach einem Gewitter für ein paar Stunden Rutschpartie | Impalas und Gnus bekommen ihre Jungen, der Busch wird grün |
Zwei Dinge fallen auf. Erstens: Es gibt keinen Monat, in dem in Botswana nichts los ist. Zweitens: Der Monat mit den meisten Tieren vor der Linse, der Oktober, ist auch der Monat, in dem du um die Mittagszeit nur noch im Schatten liegen willst. Umsonst gibt es hier nichts.

Was Flut und Regen mit den Pisten machen
Jetzt der Teil, den die Klimatabellen im Netz gern weglassen. Für eine Safari, bei der du im Geländewagen sitzt und nicht im Flugzeug zwischen zwei Lodges pendelst, entscheidet nicht die Temperatur über deine Reise. Es entscheidet der Boden.
Moremi und Khwai in der Flut
Wenn das Delta im Juli und August voll ist, laufen die Kanäle über ihre Ufer. Pisten, die im Oktober staubig waren, stehen dann unter Wasser. Manche Brücke aus Mopanestämmen ist nur noch Dekoration, manche Furt so tief, dass der Fahrer vorher aussteigt und zu Fuß nachschaut. Mit einem guten Guide ist das kein Problem, er kennt die Umwege. Mit einem Mietwagen und einem Navi, das die Flut nicht kennt, ist es ein langer Nachmittag.
Ein Land Cruiser bis zu den Türgriffen im Wasser sieht auf Fotos großartig aus. Beim Herausziehen sieht er weniger großartig aus. Und der Fahrer auch nicht.
Der Lohn: Genau jetzt ist die Mokoro-Fahrt am schönsten. Im Einbaum gleitest du über Wasser, wo drei Monate vorher noch Gras stand, und die Elefanten waten durch die Kanäle, als hätten sie den Fahrplan der Flut im Kopf.
Schwarzer Lehm in der Regenzeit
Im Januar und Februar ist das Problem nicht das Wasser von oben, sondern der Boden darunter. Der schwarze Lehm, den es in Teilen von Moremi und rund um Savuti gibt, wird nach einem kräftigen Gewitter zu einer Masse, auf der auch Allrad nur noch tanzt. Manche Abschnitte werden in diesen Wochen gar nicht befahren. Das ist keine Vorsicht von Bürohengsten, das ist Physik.
Kalahari-Sand im Oktober
Sand verhält sich genau andersherum. Feucht ist er fest, trocken und heiß ist er weich. Im Oktober, wenn die Kalahari seit Monaten keinen Regen gesehen hat und die Mittagshitze über die Vierzig geht, mahlen die Reifen im Tiefsand, und jeder Kilometer dauert länger, als die Karte behauptet. Deshalb wird in dieser Zeit früh gefahren, mittags gerastet und am späten Nachmittag wieder gepirscht. Die Tiere machen es übrigens genauso.
Salzpfannen: nie im Nassen
Die Makgadikgadi-Pfannen sind in der Trockenzeit eine harte, weiße Kruste bis zum Horizont. Darauf zu fahren ist eins der seltsamsten Gefühle, die Afrika zu bieten hat: keine Piste, keine Richtung, nur weiß. In der Regenzeit liegt unter dieser Kruste Schlamm, und wer dann trotzdem draufrollt, lernt dort Geduld. Sehr viel Geduld ;-)
Dafür kommen in der Regenzeit die Flamingos in die Pfannen, und die Zebras ziehen in großen Herden durch. Vom Rand aus siehst du das wunderbar. Von der Mitte aus meistens nur noch deine eigene Bergeleine.

Die unterschätzten Monate: Mai und November
Wer nur zwischen Trockenzeit und Regenzeit wählt, übersieht die beiden Monate, in denen sich die Uhren kreuzen. Genau die sind für viele Reisende die besten.
Mai: das Delta füllt sich, der Busch ist noch grün
Im Mai ist der Regen vorbei, aber das Land hat es noch nicht vergessen. Die Bäume tragen noch Laub, die Luft ist klar, die Nächte werden kühl, und vom Norden her schiebt sich die Flut ins Delta. Die Tiere fangen an, sich am Wasser zu sammeln, ohne dass schon jeder Platz an der Wasserstelle von einem Fahrzeug besetzt ist. Die Hochsaison mit ihren vollen Camps kommt erst ein paar Wochen später.
Der Haken: Das Gras ist noch hoch. Ein Leopard, der im Oktober wie auf dem Präsentierteller auf einem kahlen Ast liegt, versteckt sich im Mai gern hinter einem Vorhang aus Halmen. Dafür musst du ihn dir dann auch verdienen.
November: der erste Regen nach der Hitze
Der November ist der Monat, in dem Botswana aufatmet. Nach Wochen mit Staub und Hitze kommen die ersten Gewitter. Am Nachmittag türmen sich die Wolken, es kracht eine halbe Stunde lang, danach riecht der ganze Busch nach nasser Erde. Wer das einmal erlebt hat, erzählt es noch Jahre später am Stammtisch.
Die Tiere sind zu dieser Zeit noch an den bekannten Stellen, weil der erste Regen die Pfannen noch nicht lange füllt. Gleichzeitig kommen die Jungtiere zur Welt, und mit ihnen tauchen die Jäger auf. Die Pisten sind meistens noch gut, nur direkt nach einem Gewitter wird es für ein paar Stunden rutschig. Und die anderen Fahrzeuge? Viele sind dann schon weg.
Wenn du nur einen Rat aus diesem Artikel mitnimmst, dann diesen: Schau dir die Monate am Rand der Saison an, bevor du dich für die Mitte entscheidest.
Trockenzeit oder grüne Saison: was zu dir passt
Die ehrliche Antwort hängt nicht vom Land ab, sondern von dir. Hier der Vergleich ohne Weichzeichner.
| Trockenzeit, Mai bis Oktober | Grüne Saison, November bis April | |
|---|---|---|
| Tiere sehen | leicht, sie stehen an den Wasserstellen, das Gras ist kurz | schwerer, sie sind überall verteilt, dafür voller Jungtiere |
| Okavango-Delta | voll, Mokoro in Hochform, manche Piste unter Wasser | niedrig, Mokoro nur in den Kanälen, die das ganze Jahr Wasser führen |
| Pisten | fast alles offen, im Oktober weicher Tiefsand | nach Gewittern Schlamm, einzelne Gebiete schwer erreichbar |
| Hitze | Juni und Juli angenehm, nachts kalt, Oktober heiß | schwül, aber Gewitter kühlen ab |
| Andrang | Hochsaison, Lodges und Camps früh ausgebucht | ruhig, oft keine anderen Fahrzeuge an der Sichtung |
| Fotos | Staub, goldenes Licht, viele Tiere im Bild | grüner Busch, dramatischer Himmel, Babys im Bild |
Mein Rat in drei Sätzen:
Wenn du zum ersten Mal nach Botswana fährst und die großen Tiere sehen willst, nimm Juni bis September. Wenn du schon einmal Elefanten am Chobe gesehen hast und dich der Gedanke an Schlamm eher reizt als schreckt, nimm die grüne Saison. Und wenn du den Leoparden auf deiner Liste abhaken MUSST, komm nicht im Februar und beschwer dich hinterher über das hohe Gras.
Eine Sache noch für alle, die mit sauberer Jacke und gebügelter Hose ankommen: In der Trockenzeit wird die Jacke vom Staub braun, in der grünen Saison vom Schlamm. Weiß bleibt sie in Botswana nur im Koffer.
Welche Tour in welchem Monat
Unsere Botswana-Touren fahren nicht alle zur gleichen Zeit, und das ist kein Zufall. Hier die drei, die zu den beiden Uhren passen.
Overland Safari Botswana: Okavango & Chobe
Die Overland Safari dauert 8 Tage und kostet ab 2099 EUR. Sie startet an den Viktoriafällen, fährt durch die Kalahari an den Makgadikgadi-Pfannen vorbei, verbringt einen ganzen Tag im offenen 4x4 im Moremi und schickt dich im Mokoro ins Delta. Die nächsten Abfahrten liegen im November und Dezember, also am Anfang der grünen Saison: die ersten Gewitter, die ersten Jungtiere, ein niedriges Delta und wenig Betrieb an den Sichtungen. Wer den Busch grün und ruhig will, ist hier richtig.
Botswana Simbabwe Rundreise: Safari & Viktoriafälle
Die Rundreise ist die kurze Variante: 7 Tage, ab 2489 EUR, mit Mokoro im Okavango, Pirschfahrten im Moremi, Bootssafari am Chobe, den Pfannen bei Nata und zum Schluss den Viktoriafällen. Auch sie fährt im November und Dezember, eine Abfahrt sogar über den Jahreswechsel. Ehrlich gesagt: Die Fälle führen zum Jahresende wenig Wasser, auf der Seite von Simbabwe bleibt aber immer ein Vorhang stehen. Dafür sind am Chobe dann die Elefanten noch da, und in den Pfannen kündigen sich die Flamingos an.
Lodge Safari in Botswana
Die Lodge Safari ist die Reise für die Hochflut. 12 Tage, ab 2110 EUR, mit dem Chobe-Nationalpark, der Kalahari mit den San und einem Abstecher in die Namib-Wüste. Übernachtet wird in einer Mischung aus Lodges und Zeltcamps. Die nächste Abfahrt liegt im Juli 2027, also genau dann, wenn das Delta am vollsten und der Chobe am belebtesten ist.
Wer jetzt im Herbst schon los will und Namibia mitnehmen möchte: Die Namibia Botswana Safari braucht 10 Tage bis zu den Viktoriafällen und fährt noch mehrmals in diesem Herbst.
Und damit keiner glaubt, in Botswana sei alles Luxus: Florian S. schrieb nach der Rundreise, die Campingunterkünfte hätten eine gewisse Anpassungsfähigkeit verlangt. Stimmt. Genau dafür fährt man hin.

Was du vor der Abreise sonst noch klären solltest
Einreise, Gesundheit, Geld, Linksverkehr und die Frage, wo es in der Kalahari Benzin gibt: Das alles steht im Botswana-Dossier, und es wird dort aktuell gehalten. Eine Kopie in diesem Artikel wäre in einem halben Jahr veraltet, und dann hättest du sie trotzdem geglaubt.
Zwei Dinge, die in keinem Dossier stehen:
- Für Juli und August pack eine warme Jacke ein. Wer Afrika mit Hitze verwechselt, sitzt morgens um sechs im offenen Wagen und friert sich durch die erste Pirschfahrt.
- Für den Oktober pack Geduld ein. Die Hitze verlangsamt alles: die Tiere, die Fahrzeuge, die Gespräche am Lagerfeuer.
Wenn du Botswana mit einem anderen Land im südlichen Afrika vergleichen willst: Beim Krüger-Nationalpark in Südafrika funktioniert die Regel mit Trockenzeit und Regenzeit so, wie man es erwartet. Dort gibt es nur eine Uhr. Botswana ist das Land, das sich die zweite geleistet hat.
Kurz beantwortet
Häufige Fragen
- Wann führt das Okavango-Delta am meisten Wasser?
- Im Juni, Juli und August. Die Flut kommt aus dem Regen im Hochland von Angola und braucht Monate bis ins Delta. Deshalb ist das Delta mitten in der Trockenzeit am vollsten, während der Rest von Botswana staubig ist. Für Mokoro-Fahrten ist das die beste Zeit.
- Kann man in der Regenzeit nach Botswana reisen?
- Ja. Von November bis April ist der Busch grün, es gibt viele Jungtiere und kaum Andrang. Nach Gewittern werden manche Pisten zu Schlamm, und einzelne Gebiete wie Teile von Savuti oder Moremi sind dann schwer erreichbar. Die Tiere sind da, nur weiter verteilt und im hohen Gras schwerer zu sehen.
- Welcher ist der heißeste Monat in Botswana?
- Der Oktober. Kurz vor dem ersten Regen steigt die Mittagshitze in der Kalahari oft über vierzig Grad, und der Tiefsand ist weich. Dafür stehen die Tiere jetzt am dichtesten an den letzten Wasserstellen.
- Wann ist die Zebrawanderung in Botswana?
- In der Regenzeit, ungefähr von Dezember bis März. Dann ziehen große Zebraherden in die Makgadikgadi- und Nxai-Pfannen, wo das frische Gras nach dem Regen wächst. In derselben Zeit kommen auch die Flamingos in die Pfannen.
- Wie kalt wird es in Botswana im Juli?
- Tagsüber ist es angenehm warm, nachts und am frühen Morgen fällt die Temperatur in der Kalahari bis um den Gefrierpunkt. Eine warme Jacke für die erste Pirschfahrt im offenen Wagen gehört deshalb ins Gepäck.