Auf einen Blick Inhalt
Wie ist es wirklich, durch die Mongolei zu fahren?
Viele sehen die Mongolei als episches Abenteuer, und das stimmt tatsächlich weitgehend. Aber was dich wirklich erwartet, ist anders, als es auf jedem Foto zu sehen ist.
Keine asphaltierten Straßen. Keine Wegweiser. Manchmal überhaupt keine Spur. Du navigierst nach GPS und nach einem Gefühl, das sich nach ein paar Tagen von selbst entwickelt. Die Steppe öffnet sich in alle Richtungen, und du fährst einfach weiter.
Das Gelände wechselt ständig. Hartes Schotterplateau, dann plötzlich weicher Sand, dann ein Fluss ohne Brücke. Tagesetappen von 200 bis 350 km klingen machbar; auf mongolischem Untergrund bedeuten sie sechs bis acht Stunden im Sattel. Abends bist du richtig müde. Auf die gute Art.
Wie sieht die Wüste Gobi wirklich aus?
Vergiss Sanddünen, die sich bis zum Horizont erstrecken. Der größte Teil der Gobi ist Steinwüste: flache Felsplatten, Schotter, Stille. Und eine Weite, die sich am Anfang fremd anfühlt, nach ein paar Tagen aber unglaublich befreiend.
Die Temperaturen sind extrem. Tagsüber über 40 °C, nachts unter 5 °C. Der Himmel ist so klar, dass du nachts Sternbilder siehst, die du in Europa nie zu Gesicht bekommst. Bei Bayanzag glühen die Felsen bei Sonnenuntergang tiefrot: genau hier fanden Forscher in den 1920er-Jahren die ersten Dinosauriereier der Welt.
Und dann gibt es doch noch Sanddünen: die Khongoryn Els, bis zu 300 Meter hoch. Wenn du oben stehst und über die Ebene blickst, verstehst du, warum Menschen hierher reisen, um nichts als Weite zu sehen.
Welche Landschaften durchquerst du auf der Reise?
Die Mongolei ist nicht ein einziges Landschaftsbild, sondern viele hintereinander. Vom Startpunkt in Ulaanbaatar fährst du durch Grassteppen, die sich braun färben, sobald der Sommer reif ist. Wildpferde galoppieren manchmal neben dir her. Das ist keine Touristenattraktion, es passiert einfach.
Das Khangai-Gebirge ist das genaue Gegenteil der Gobi: grün, bewaldet, mit Bergseen, die so klar sind, dass du den Grund siehst. Nach der Hitze der Wüste fühlt sich das fast unwirklich an. Die Endurotour durch die Wüste Gobi führt genau durch diese Kontraste, von der grünen Steppe bis in die steinige Wüste.
Für alle, die noch weiter wollen: Die Seidenstraßen-Tour durch die Mongolei und Kirgisistan verbindet zwei Länder in einer Reise, mit dem Tien-Shan-Gebirge als zweitem Höhepunkt.
Was musst du für eine Motorradreise in die Mongolei mitnehmen?
Die Ausrüstung ist hier entscheidender als auf den meisten anderen Reisen. Es gibt keine Tankstellen alle 50 km. Wenn etwas kaputtgeht, ist Hilfe nicht innerhalb von zehn Minuten da.
Die wichtigsten Punkte: ein solides Zwiebelsystem für die extremen Temperaturwechsel, Schutzkleidung ohne Kompromisse und gutes Schuhwerk. Das Motorrad wird bei geführten Touren mit Overcross gestellt. Du musst also nicht mit deinem eigenen Bike anreisen.
Visum (vorab beantragen), Impfungen gegen Hepatitis A, Tetanus und Tollwut: das regelst du am besten drei Monate vor der Abreise. Nicht auf den letzten Drücker.
Wann ist die beste Reisezeit für die Mongolei?
Das Fenster ist schmal: Juni bis September. Davor ist der Boden noch gefroren oder matschig von der Frühjahrsschmelze, danach wird es bitterkalt. Die besten Monate sind Juli und August: warm, trocken, und die nomadischen Sommercamps sind aktiv.
Im Juni ist das Gras noch grün und die Temperaturen sind angenehmer als im Hochsommer. Wer die Gobi fahren will, muss mit der Hitze rechnen: Juli bedeutet 40 °C tagsüber. Viel Wasser, frühe Starts.
Overcross führt in dieser Saison regelmäßig Gruppen durch die Mongolei. Die geführte Mongolei-Endurotour durch die Gobi startet ab dem 20. Juni 2026, einer der frühesten und beliebtesten Termine der Saison.