Landesinfos für Iran

Reisekarte des Irans des Reiseveranstalters OVERCROSS

Reisekarte des Irans des Reiseveranstalters OVERCROSS


 

  1. Allgemeine Reiseinformationen zum Iran
  2. Reiseklima im Iran
  3. Geographie zum Iran
  4. Flora und Fauna im Iran
  5. Nationalparks und Naturschutz im Iran
  6. Bevölkerung im Iran
  7. Politik und Wirtschaft im Iran
  8. Verkehrsnetz im Iran
  9. Städte und Regionen im Iran
  10. Kultur und Sehenswürdigkeiten im Iran
  11. Feiertage im Iran
  12. Medizinische Hinweise zum Iran
  13. Reisehinweise zum Iran
  14. Auslandsvertretung im Iran
  15. Quellen für Iran

 

1. Allgemeine Reiseinformationen zum Iran (Persien)

Kontinent: Asien
Geographische Lage: Südwest-Asien (Klein-Asien), zwischen Kaspischem Meer und Persischem Golf, nördlich des Äquators gelegen
Höchste Erhebung: Demawend 5671 m​
Längster Fluss: Karun, Ca. 850 km
Staatsform: Islamische Republik (seit 1. April 1979)​
Regierungssystem: Präsidentielle Theokratie
Sprachen: Amtssprache Persisch, daneben werden Turksprachen, Kurdisch, Arabisch, Belutschisch und andere gesprochen
Nachbarländer: Im Westen Türkei und Irak, im Osten Pakistan, Afghanistan und Turkmenistan, im Norden Aserbaidschan und Armenien
Hauptstadt: Teheran
Fläche: Ca. 1.648.000 km²
Einwohner: Ca. 80 Mio. (2016)​
Bevölkerungsdichte: 48,5 Einwohner pro km²
Religionen: Mehr als 99 Prozent Muslime (davon circa 90 Prozent Schiiten, 8 Prozent Sunniten); daneben Christen, Zarathustrier, Bahá'í, Juden​
Währung: Iranischer Rial (IRR); 1 EUR ca. 47.000 IRR (07.04.19, freier Wechselkurs)​​ den aktuellen Wechselkurs finden Sie unter oanda.com
Klima: Trockenes Kontinentalklima mit heißen Sommern und kalten Wintern. Bis auf Randgebiete am Kaspischen Meer und Persischen Golf nur geringer Niederschlag.
Zeitzone:  UTC + 3:30
Vorwahl:  +98
Ländercode: IR / IRN​
Strom: In Iran werden Steckdosen des Typs C verwendet. Die Netzspannung beträgt 3 x 230V mit 50Hz Wechselintervall. Ein Reisestecker-Adapter wird von Reisenden aus Deutschland nicht benötigt. Eine Übersicht der in unseren Reiseländern verwendeten Steckdosen und Stecker finden Sie unter wikipedia.de

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2. Reiseklima im Iran

Regional herrscht im Iran sehr unterschiedliches Klima, da es einerseits von Kaltluftströmungen aus Zentralasien und Sibirien, andererseits von feuchtwarmen mediterranen Luftmassen aus dem Westen beeinflusst und im Sommer vom nordöstlichen Passatwind aus dem trocken-heißen Zentralasien durchströmt wird. Zudem wird das örtliche Klima durch die unterschiedlichen geographischen Verhältnisse im Iran beeinflußt. In den humiden Bergregionen des Nord- und Westiran regnet es verhältnismäßig viel, die kontinentale Lage bedingt sehr heiße Sommer und sehr kalte Winter. Das Gebirge schirmt das Hochland, das zwei Drittel der Landesfläche einnimmt, von der von Westen her einziehenden Feuchtigkeit ab. Somit ist es dort trocken, die Niederschlagsmenge ist stark schwankend und die Temperaturunterschiede zwischen Sommer und Winter sind noch einmal extremer als im eben genannten Gebirge. Frost hingegen kennt der schmale Tieflanddstreifen entlang der Golfküste nicht, wo bei extremer Schwüle die Winter mild und die Sommer unerträglich heiß sind. Dabei regnet es hier fast nie.
Grundlegend vom Rest des Landes unterscheidet sich das Klima des kaspischen Küstentieflandes. Die aus Nord-Ost wehenden Winde laden sich über dem Kaspischen Meer mit Feuchtigkeit auf und regnen an den Bergmassiven ab. Dies macht macht den Tieflandstreifen ganzjährig humid. Im Gegensatz zum Hochland ist das Klima weniger extrem, die Winter sind mild, die Sommer warm. Von Mai bis September weht der Nordwestwind an durchschnittlich 120 Tagen durch den Iran.

 

Reiseklimadiagramm für Teheran des Reiseveranstalters OVERCROSS

 

Reiseklimadiagramm für Abadan des Reiseveranstalters OVERCROSS

 

Reiseklimadiagramm für Kerman des Reiseveranstalters OVERCROSS

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3. Geographie des Irans

Der Iran liegt im westlichen Asien zwischen dem Kaspischen Meer im Norden und dem Golf von Oman bzw. dem Persischen Golf im Süden. Das Land grenzt im Westen und Nordwesten an den Irak, die Türkei, Aserbaidschan und Armenien, im Nordosten und Osten an Turkmenistan sowie im Osten und Südosten an Afghanistan und Pakistan.
Die ca. 1.648.000 km² umfassende Landesfläche des Irans besteht zum grußen Teil aus hohem Gebirge und trockenen, wüstenhaften Becken.
Das Hochland, welches durch eine Reihe verschiedener Becken gegliedert ist, nimmt etwa zwei Drittel des Territoriums ein. Die Ausdehnung dieser Becken, welche auf einer Höhe zwischen 200 m und 1500 m über dem Meeresspiegel liegen, reicht von wenigen Quadratkilometer großen Bolsonen bis hin zu den riesigen Becken der Lut und der Großen Kawir.
Das iranische Hochland, in welchem Kies-, Stein- und Sandwüsten dominieren, wird im Westen, Südwesten und Süden von den Gebirgen Zagros und Kuhrud mit Gipfelhöhen bis über 4500 m.ü.NN begrenzt. Der Norden des Irans wird durch die Gebirge des armenisch-aserbaidschanischen Gebirgsknoten und das bis an die turkmenische Grenze reichende Talysch-Gebirge, welches in den Kopet-Dag Gebirgszug übergeht, dominiert. Hier befindet sich in der Nähe der Hauptstadt Teheran der mit 5670 m höchste Berg des nahen Ostens, der ruhende, gletscherbedeckte Vulkan Damavand, aber auch der 4840 m hohe Alam-Kuh. Die fast 6000 m Höhenunterschied vom Kaspischen Meer zum nur 60 km entfernten Damavand gehören zu den steilsten Anstiegen der Welt.
Die Nordflanken des iranischen Hochlandes (Talysch, Kopet-Dag) entwässern über kurze Flüsse in das Kaspische Meer, die westlich bis südlich gelegenen Flanken des Zagros und Kuhrud u.a. über das Flußsystem des Karkheh und den mit ca. 850 km längsten Fluß Irans, den Karun, in den Tigris und anschließend in den Persischen Golf. Zwei Drittel der Landesfläche Irans entwässern jedoch in abflußlose Becken, wo sich das Wasser im Frühling in salzhaltigen Seen sammelt oder versickert. Die Salzseen, wie der große Urmia-See trocknen aufgrund von Umleitungs und Staumaßnahmen während der heißen Jahreszeit zunehmend aus.
Die wenigen Tiefländer des Irans befinden sich am südlichen Ufer des Kaspischen Meeres, welches nach Osten in die turkmenische Steppe übergeht und am Persischen Golf, wo ein Ausläufer des mesopotamischen Tieflandes im Westen des Landes einen schmalen Küstensaum bildet.

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4. Flora und Fauna im Iran

Die natürliche Vegetation des Irans, die durch die jahrtausendlange Landnutzung durch den Menschen intensiv beeinflusst und zerstört worden ist, lässt sich in vier Zonen einteilen:
1) Wüsten und Halbwüsten. Sie sind zu weniger als einem Drittel mit einem Pflanzenkleid bedeckt.
2) Trockenwälder in den Gebirgen unter anderem mit verschiedenen Eichen, Ahornen, Hainbuchen, Eschen, Wacholder, Oleander und Myrten, und Sträuchern wie Granatapfelsträucher, Weißdorne und Rosengewächse. Die Trockenwälder gehen mit zunehmender Höhe, besonders an den Berghängen zum Hochland, in Bergmandel-Pistazien-Baumflure über.
3) Artenreiche Feuchtwälder, die nur zwischen Kaspischen Meer und dem angrenzenden Gebirge vorkommen (Hyrcanischer-  oder Kaspischer Wald) mit kastanienblättriger Eiche, Eisenbaum, Ulmen, Buchen (auch die seltene Orient-Buche), Ahorne, Buchsbäume oder Brombeeren sowie Zypressen an besonderen Standorten.
4) Sonstige Formen. An höhere Salzgehalte angepasste Marsch- und Sumpfpflanzen in den abflußlosen Endbecken sowie Weiden- und Pappelbestände entlang der Flüsse und Nelkengewächse in den Sanddünen.
 

Gebirgslandschaft im Iran

Gebirgslandschaft im Iran

 

Die Tierwelt im Iran ist gemäß der oben genannten verschiedenen Vegetationszonen vielfältig. Es finden sich Steppen- und Halbwüstenbewohner wie Gazellen und Halbesel, Gebirgstiere wie Wildschafe und Wildziegen, in den Wäldern Rothirsche und am Kaspischen Meer viele Vogelarten wie Fasane, Reb- und Steppenhühner, Steinadler, Falken, Bart- und Lämmergeier. Der Pleskehäher ist im Iran einigartig. Außerdem kommen größere Raubtiere wie Hyänen, Schakale, Füchse vor und in entlegenen Gegenden leben sogar Braunbären, Geparden und Leoparden. Beim Fischfang im Kaspischen Meer ist vor allem der Stör zur Gewinnung von Kaviar gefragt.

 

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5. Nationalparks und Naturschutz im Iran

Die schnelle Industrialisierung hat in den großen Städten des Irans zu großen Umweltbelastungen und gesundheitlichen Schäden durch Luftverschmutzung geführt, die in der politischen Diskussion jedoch wenig Beachtung finden. Der Iran zählt mittlerweile zu den energieintensivsten Ländern der Welt. Auch die Wasserknappheit zählt durch unverhältnismäßig hohen Verbrauch zu den hausgemachten Problemen. In den Städten sinkt der Grundwasserspiegel kontinuierlich und viele Feuchtgebiete im Land sind vom Austrocknen bedroht. Das iranische Atomprogramm trägt ebenfalls zur Gefährdung der Umwelt bei: Mehrere Atomanlagen befinden sich auf seismisch besonders bedrohten Arealen.
Ein nachhaltiges Schutz- und Nutzungskonzept wird derzeit für den Hyracanischen Wald am Kaspischen Meer und den Urmia-See erarbeitet. Zudem sind mehrere Schutzgebiete wie das Arasbaran-Schutzgebiet, das Touran-Schutzgebiet, der Golestan-Nationalpark und der Kawir-Nationalpark und weitere Schutzzonen ausgewiesen worden.

Golestan-Nationalpark:
Der 1976 auf der Basis zweier bereits bestehender Schutzgebiete gegründete Golestan-Nationalpark ist der älteste Nationalpark des Irans.
Er befindet sich in der Provinz Golestan im Nordosten des Landes im Übergangsgebiet zwischen den östlichen Ausläufern des Elburs-Gebirges und den westlichen Ausläufern des Kopet Dag und umfasst eine Fläche von ca. 920 km². Der auf 1000 - 1400 m.ü.NN gelegene Golestan-Nationalpark ist bekannt für seine gemäßigten Regenwälder, beinhaltet aber auch offene Lebensräume, wie Grassteppen, Buschgebiete und Felsregionen. Die äußerst vielfältigen Landschaftszonen bedingen eine reichhaltige Tierwelt, die durch Leoparden, Wölfe, Wildschweine, Maralhirsche, Rehe, Steppenwildschafe, Wildziegen und Kropfgazellen charakterisiert ist. Der durch Wilderei bedrohte Nationalpark wird vom Asian Highway durchschnitten was zu Störungen im ökologischen Gleichgewicht führt und geändert werden soll.

Kawir-Nationalpark:
Der Kawir-Nationalpark im Iran ist ein 4.000 Quadratkilometer großes Naturschutzgebiet am westlichen Rand der Kawir-Wüste (Dascht-e Kawir), 120 km südlich von Teheran und 100 km östlich von Qom. In der Wüsten- und Steppenlandschaft des Parkes leben Wildziegen, Wildschafe, Streifenhyänen, Wölfe und Gazellen sowie die seltenen Asiatischen Geparden und der Persische Leopard. Die Pflanzenwelt der Wüste besteht vor allem aus Sukkulenten. Am Rand des Nationalparkes befindet sich der Salzsee Daryācheh-ye Namak, eine Salzwiese, die im Norden vom Qom gespeist wird, der durch den nördlichen Teil des Nationalparkes fließt und zu den wenigen Flüssen des Irans zählt, die dauerhaft Wasser führen..

Touran-Nationalpark:
Das Touran-Schutzgebiet ist mit etwa 11.000 Quadratkilometern das zweitgrößte Schutzgebiet des Irans. Der 1180 Quadratkilometer große Touran-Nationalpark und das Touran-Wildreservat liegt im Nordosten des Irans in der Provinz Semnan. Durch die unwirtlichen Bedingungen des Gebietes konnten sich eine Reihe von Arten halten, die in vielen anderen Teilen des Irans bereits ausgestorben sind. So ist das Schutzgebiet eines der zwei letzten Rückszugsareale des Persischen Halbesels und eines der letzten Refugien für den Asiatischen Geparden. Zu den Huftierarten des Parks zählen neben den Halbeseln auch Wildschafe, Wildziegen und zwei Gazellenarten (Indische Gazelle, Kropfgazelle). Zu den Brutvögeln zählen die Kragentrappe, der im Iran endemische Pleskehäher und der Himalajabaumläufer.

Urmiasee-Nationalpark:
Der von Austrocknung und Versalzung bedrohte Urmia-See im Nordwesten des Irans hatte bis vor wenigen Jahren noch eine Fläche von 5470 km², war also zehnmal größer als der Bodensee bei einer durchschnittlichen Tiefe von rund 7 m. Der Salzgehalt des auf 1280 m. ü. NN gelegenen, abflußlosen Steppensees entspricht mit bis zu 30% etwa dem Salzgehalt des Toten Meeres. Er bietet damit so gut wie keinen höheren Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum. Dem hohen Salzgehalt trotzen allerdings Salinenkrebse. Der See entwässert ein Gebiet von 51.000 km² vor allem über den Zarrine-Rūd, der im Süden in den See mündet. Durch Änderung des Miniklimas und Aufstauung der Zuflüsse sank der Wasserpegel in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich, durch die ansteigende Salzkonzentration wurde der Lebensraum der im See lebenden Salzwasserkrebse und damit die Nahrungsgrundlage für viele dort ansässige Vogelarten bedroht. Im Jahr 2014 war die Oberfläche des Sees bereits auf ein Drittel der ursprünglichen Oberfläche geschrumpft. Im Zuge politisch diskutierter Rettungsmaßnahmen wurde der seit 1976 als Unesco-Biosphärenreservat klassifizierte Urmia-See zum Nationalpark und Schutzgebiet erklärt, welcher unter anderem Flamingos und Pelikanen eine Heimat bietet, die sich von den Krebsen aus dem See ernähren. Auf einigen Inseln wachsen Pistazienwälder. Auf der Insel Kabūdān wurden Armenische Wildschafe angesiedelt, die sich daraufhin stark vermehrten. Auf der Insel wurde auch eine Population des seltenen Mesopotamischen Damhirschs ausgewildert.

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6. Bevölkerung im Iran

Ethnisch zählen sich zwischen 60 und 65% der Iraner zu den Persern. Die zweitgrößte Bevölkerungsgruppe im Iran stellen türkischstämmige Aserbaidschaner mit 17-21%. Das iranische Hochland ist fast ausschließlich persisch besiedelt. Westlich dieses Siedlungsgebiets leben 7-10% Kurden (größtenteils Sunniten) und 6% Luren (tendenziell schiitisch). Im Osten leben 2% sunnitische Belutschen, an der Südwest-Grenze zum Irak 2% Araber. Kleinere Bevölkerungsgruppen sind die Bachtiaren, Turkmenen, Kaschgai, Armenier und andere. Daneben befinden sich über 2 Mio. afghanische Flüchtlinge im Iran.
Alleinige Amtssprache des Irans ist Persisch, daneben sind jedoch aufgrund der vielfältigen ethnischen Zusammensetzung eine Reihe anderer Sprachen im Gebrauch. Als Sprache des Koran muss Arabisch in allen Schulen als erste Fremdsprache gelehrt werden. Englisch ist die zweite Fremdsprache, die angeboten wird.
Bei offiziell über 99% Muslimen erkennt die iranische Verfassung Christentum, Judentum und Zoroastrer als religiöse Minderheiten zwar an, sie unterstehen aber einem Missionierungsverbot. Für den Abfall vom Glauben droht Muslimen die Todesstrafe. Praktisch sind die religösen Minderheiten subtilen Formen der Diskriminierung ausgesetzt, z.B. bei der Arbeitsplatzsuche.
 

Die blaue Moschee in Täbris/Iran

Die blaue Moschee in Täbris/Iran

 

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7. Politik und Wirtschaft im Iran

Die komplexen politischen Strukturen des Irans sind nicht mit unseren europäischen, demokratischen politischen Systemen zu vergleichen. Der Iran ist eine präsidentielle Theokratie, die zwar einen Regierungschef als Präsidenten in der Exekutive kennt, welcher jedoch nur das zweithöchste Amt im Staat innehat. Das höchste Amt ist streng religiös definiert (Theokratie) und obliegt dem "Obersten Führer der Islamischen Revolution", seit 1989 Ayatollah Seyed Ali Chamene'i, der auf unbestimmte Zeit von einem sogenannten "Expertenrat" ernannt wird und umfassende Verfügungsgewalten innehat. Beispielsweise ernennt er den Präsidenten und andere hohe Staatsbedienstete wie den obersten Richter, ist oberster Heerführer und hat das letzte Wort in politischen Grundsatz- und gegebenenfalls auch Detailfragen. Der Expertenrat wiederum, ein Gremium von Klerikern, wird vom Volk auf 8 Jahre gewählt, ebenso wie das Parlament, welches auf 4 Jahre ernannt wird. Es existieren jedoch keine Parteien im demokratischen Sinne (eher politische Lager), gewählt werden Einzelpersonen. Der Präsident wird ebenfalls auf 4 Jahre direkt vom Volk gewählt und bildet ein Kabinett, dessen einzelnen Ministern das Parlament zustimmen muss. Bei der Gesetzgebung, die sowohl von der Regierung, als auch vom Parlament ausgehen kann, kommen zwei Kontrollinstanzen ins Spiel, der "Wächterrat" und der "Schlichtungsrat". Der Wächterrat (bestehend aus 6 vom Revolutionsführer ausgewählten islamischen Rechtsgelehrten und 6 vom Parlament bestimmten juristischen Experten) legt die Verfassung aus und ist an der Vorauswahl der Kandidaten bei Parlaments-, Präsidentschafts- und Expertenratswahlen beteiligt. Der Schlichtungsrat setzt sich aus Mitgliedern der verschiedenen Organe und Gremien zusammen (Wächterrat, Exekutive, Judikative, Legislative sowie sonstige vom Obersten Führer direkt ernannten Mitgliedern). Er vermittelt, wenn der Wächterrat Gesetzgebungsverfahren des Parlaments als verfassungs-nonkonform einstuft.
Seit den Präsidentschaftswahlen 2013 ist der moderate Kleriker Ruhani der 7. Präsident der Islamischen Republik Iran. Seit seiner Inauguration wurden UN und EU Sanktionen aufgehoben, vor allem dank dem Wiener Nuklearabkommen von 2016. Hoffnungen auf eine breitere Liberalisierung in Menschenrechtsfragen sind trotz geringfügiger Verbesserungen der Meinungs- und Pressefreiheit bisher nicht erfüllt worden. So werden jährlich hunderte Menschen hingerichtet, die Mehrzahl wegen Drogendelikten.
Außenpolitisch ist Iran seit Amtsantritt von Präsident Ruhani insgesamt um eine Verbesserung der Beziehungen zur internationalen Gemeinschaft bemüht. Dies unterstreicht das Wiener Abkommen zum iranischen Atomprogramm. Außerdem gibt es Versuche, die Verhältnisse zu anderen Staaten der Region durch verstärkte Staatsbesuche, vor allem in der Golfregion zu verbessern. Das Verhältnis zum großen regionalen Konkurrenten Saudi Arabien bleibt angespannt. Problematisch aus westlicher Sicht wird die bedeutende Unterstützung des Assad-Regimes in Syrien bewertet. Iran unterstützt auch die libanesische Hisbollah, die im Syrienkrieg beteiligt ist. Weiterer Konfliktpunkt ist die feindliche Haltung Irans gegenüber Israel, dessen Existenzrecht nicht anerkannt wird. Gemeinsame Sicherheitsinteressen haben zu einer intensiven Zusammenarbeit mit den Nachbarstaaten Afghanistan und Irak geführt. Gegenüber Mittelasien und dem Kaukasus versucht das Land seine geostrategisch wichtige Position wirtschaftlich und politisch zu festigen. Seit der islamischen Revolution 1979 ist die Beziehung zu den USA schwer belastet. Seit Ruhanis Amtsantritt gab es pragmatische Annäherungen. In Europa erhofft sich Iran seit den erfolgreichen Nuklearverhandlungen in Wien einen investierenden Handelspartner zu gewinnen, während für die EU weiter Menschenrechtsfragen, die iranische Unterstützung radikaler Gruppierungen und die Infragestellung des Existenzrechts Israels eine Rolle spielen.

Die iranische Wirtschaft liegt größtenteils (zu 80%) in den Händen des Staats bzw. religiöser Stiftungen. Dem privaten Sektor sollen durch Regierungsprogramme Anreize zur Investition gegeben werden. Die wirtschaftlichen Ziele der Regierung sind in Fünfjahresplänen formuliert. Wichtigster Wirtschaftszeig ist die Öl- und Erdgasindustrie. Weitere wichtige Sparten sind die Textilindustrie, die Landwirtschaft und die Zement- und Baustoff-Produktion. Derzeit befindet sich die iranische Wirtschaft in einer schweren Krise, hauptsächlich eine Folge der internationalen Sanktionspolitik. Das Bruttoinlandsprodukt lag 2018 mit 5.305 USD pro Kopf im internationalen Vergleich auf Rang 98, das Wachstum lag bei 3,5%. Mit der Auflockerung der Sanktionen im Rahmen des Wiener Nuklearabkommens ist die große Hoffnung verbunden, ausländische Investoren ins Land zu locken und den Absatzmarkt für eigene Rohstoffe und Produkte wieder auszuweiten. In diesem Zuge wird mit einer Verdopplung des Handelsaufkommens gerechnet. Neue Arbeitsplätze werden dringend gebraucht, denn Schätzungen zufolge liegt die Dunkelziffer bei bis zu 50% Arbeitlosen und Unterbeschäftigten. Neben der hohen Arbeitslosigkeit gibt es ein großes Korruptionsproblem im Iran. Verbreitet sind auch Kinderarbeit und Billiglohnarbeit vor allem bei den ins Land geflüchteten Afghanen.

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8. Verkehrsnetz im Iran

Alle internationalen Flüge ab Teheran werden nur vom Flughafen Imam Khomeini abgewickelt. Der zentral gelegene Flughafen Mehrabad wird nur noch für nationale Flüge genutzt.
Die Infrastruktur im Land ist relativ gut. Es gibt ein ausgedehntes Linienflugnetz, mit dem alle größeren Städte des Landes zu erreichen sind. Es sind jedoch nur wenige Bahnverbindungen auf dem von zwei Eisenbahngesellschaften vorzugsweise zum Gütertransport betriebenen Schienennetz des Irans vorhanden. Der größte Seehafen befindet sich in Bandar Abbas an der Straße von Hormus.
Das fast 200.000 km umfassende Straßennetz im Iran, auf dem viele inneriranische Busverbindungen verkehren ist ausreichend befestigt und asphaltiert. Davon sind 2500 km als Autobahnen ausgebaut. Allerdings entspricht der Straßenausbau insgesamt nicht mehr den Erfordernissen der im Iran stark zunehmenden Motorisierung, so daß das Land u.a. dadurch eine der höchsten Unfallrate mit Todesfolge in der Welt zu verzeichnen hat. Darüberhinaus ist das Verhalten vieler Teilnehmer im Straßenverkehr unberechenbar und es wird vor allem in Großstädten zu erhöhter Vorsicht als Verkehrsteilnehmer geraten. Technische Mängel an einem Großteil der in Betrieb befindlichen Fahrzeuge (Beleuchtung, Bremsen, Reifen) stellen ein zusätzliches Unfallrisiko dar.
Autofahrten in die Wüste sollten ausschließlich in organisierten Gruppen von mehreren Geländefahrzeugen und in Begleitung eines lokalen Führers unternommen werden. Ein Navigationsgerät sowie ein ausreichender Vorrat an Wasser, Nahrungsmitteln, Treibstoff und Ersatzteilen sind überlebenswichtig.

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9. Städte und Regionen im Iran

Der Iran ist in 31 Provinzen unterteilt, diese wiederum teilen sich in 336 Verwaltungsbezirke und diese in 889 Kreise auf. Zu den größten Städten im Iran gehören:

Teheran:
Die Hauptstadt Irans beherbergt im Zentrum ca. 8,7 Mio Einwohner (2016) auf einer Fläche von ungefähr 717 km². Die Bevölkerung in der gesamten Metropolregion um Teheran wird auf insgesamt 20 Mio Einwohner geschätzt. Die südlich des Elburs-Gebirges und des Kaspischen Meeres im Iranischen Hochland auf ca. 1200 Meter ü. N.N. gelegene Stadt Teheran wurde aufgrund der andauernden seismischen Aktivitäten im Untergrund bereits mehrfach von schweren Erdbeben erschüttert. Aufgrund der von Seismologen vorrausgesagten, durchschnittlich zu erwartenden Erdbebenintervallen von ca. 150 Jahren ist ein stärkeres Erdbeben in näherer Zukunft in Teheran nicht auszuschließen.
Als Industrie- und Handelsstadt mit Universitäten, Hochschulen, Bibliotheken und Museen ist Teheran ein bedeutendes Wirtschafts-, Wissenschafts- und Kulturzentrum sowie ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt Irans. Neben Museen mit umfangreichen Ausstellungen zur persischen Geschichte hat sich in Teheran als kultureller Höhepunkt eine interessante Theaterszene mit der Vahdat-Konzerthalle und dem Fadschr-Theaterfestival als Mittelpunkt etabliert.
In Teheran gibt es etliche sehenswerte Paläste und Moscheen aus der Perserzeit, darunter der Golestanpalast (bis 1979 Sitz des Schahs) und die Schah-Moschee sowie die Imam-Chomeini-Moschee und die Masdsched-e Schahid Mottahari (Sepahsalar-Moschee). Darüberhinaus sind die Palastkomplexe des ehemaligen Schahs im Norden und Nordosten der Stadt erwähnenswert.
Eines der bekanntesten moderneren Bauwerke Teherans ist der 45 Meter hohe Freiheitsturm, der heute als Wahrzeichen des modernen Teheran gilt und 1971 aus Anlass der 2500-Jahr-Feier der iranischen Monarchie aus über 25.000 weißen in Isfahan gebrochenen Steinen errichtet wurde. Mit einem Lift gelangt man zu einer Aussichtsplattform auf dem Turm, der einen herrlichen Ausblick über die Stadt bietet. Meist sind hier auch die von Schnee bedeckten Berge des Elbursgebirges zu erkennen.
Das höchste Bauwerk im Iran, der 2007 fertiggestellte 435 Meter hohe Fernsehturm Borj-e Milad befindet sich ebenfalls in Teheran, im Stadtteil Gischā und gilt als der sechsthöchste Fernsehturm der Welt.
Infolge der dichten Bebauung wurde es lange Zeit versäumt, in Teheran für ausreichende Erholungs- und Grünflächen zu sorgen. Die wenigen Parks und Anlagen sind meistens relativ klein und erst in jüngerer Zeit entstanden und durch die ständige Wasserknappheit schwierig zu versorgen.

Maschhad:
Die zweitgrößte Stadt Irans liegt 850 km östlich von Teheran auf einer Höhe von rund 985 m am Fluss Kaschaf und ist gleichzeitig die Hauptstadt der iranischen Provinz Razavi-Chorasan. Maschhad zählt ca. 3 Mio Einwohner und ist ein politisches und religiöses Zentrum im Iran, das jährlich von mehr als 20 Millionen Touristen und Pilgern besucht wird. Die Stadt gilt als eine der sieben heiligen Stätten des schiitischen Islams, denn dort befindet sich der heilige Schrein des achten schiitischen Imams Reza als einzige Grabstätte eines schiitischen Imams auf iranischem Boden. Zusammen mit der Goharschad-Moschee bildet der Schrein eines der sieben Heiligtümer des schiitischen Islams und beherbergt eine der reichhaltigsten Sammlungen von Kunst- und Kulturgütern des Irans.

Isfahan:
Die historisch bedeutsame Stadt Isfahan liegt 1500m ü. N.N. hoch im Zentraliran, rund 400 Kilometer südlich der Hauptstadt Teheran, im im ehemals fruchtbaren Tal des Flusses Zayandeh Rud am Rande des Zāgros-Gebirges. Die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz mit ca. 1,9 Mio Einwohnern (2016) erlebte seine Glanzzeit unter der Dynastie der Safawiden (1501–1722), die Isfahan 1598 zu ihrer Hauptstadt machten und durch zahlreiche Prachtbauten und Gartenanlagen schmückten. Aus dieser Zeit stammen die bis heute eindrucksvollen Prachtpaläste, Minarette und Moscheen mit ihren für die persischen Sakralbauten typischen großen Bögen rund um den Imam-Platz im Zentrum der Stadt. Viele der großartigen islamischen Bauwerke stehen unter dem Schutz des UNESCO-Weltkulturerbes. Auch das armenische Stadtviertel Neu-Dschulfa mit der zwischen 1606 und 1655 erbauten, christliche und persisch-islamische Stilelemente vereinenden Vank-Kathedrale geht auf die Entstehung dieser architektonischen Kunstwerke zurück, zu deren Ausbau christliche Armenier ins Land geholt wurden, die heute noch eine tolerierte und von den muslimischen Einwohnern geachtete religiöse Minderheit im Iran darstellen. Weitere Sehenswürdigkeiten sind der Imam-Platz Meidan-e Naghshe Jahan und die sich westlich daran anschließende Prachtallee Tschahār Bāghdie, die zahlreichen Brücken über den mittlerweile ganzjährig so gut wie ausgetrockneten Fluss Zayandeh Rud sowie der Basar, der als einer der größten im Iran gilt.

 

Der Imam-Platz in Isfahan/Iran

Der Imam-Platz in Isfahan/Iran

 

 

Karadsch:
Die mit ca. 2. Mio Einwohnern (2016) mittlerweile drittgrößte Stadt Irans ist aufgrund ihrer geringen Entfernung zu Teheran und der zunehmenden Expansion beider Städte schon fast als Vorort der iranischen Hauptstadt anzusehen. Die durch die Zusammenlegung mehrerer Städte entstandene Großstadt liegt auf 1300 m.ü.N.N. am Fuße des Elburs-Gebirges, ca. 40 km westlich von Teheran und ist Hauptort der Provinz Alborz. Bekannt ist der in den 60er Jahren erbaute Morvarid-Palast sowie der 1810 vom Kadscharenprinz Solayman Mirza erbaute Sommerpalast mit vier Türmen und umgebenden Gärten, der heute die landwirtschaftliche Fakultät der Universität Teheran beherbergt. Die von den Safawiden errichtete Karawanserei und Steinbrücke über den Karadschfluss ist heute noch zu sehen.

Täbris:
Täbris ist die Hauptstadt von Ost-Aserbaidschan im Iran. Mit ca. 1,6 Mio Einwohnern (2016) ist Täbris (das antike Atropatene) eines der größten kulturellen Zentren von Aserbaidschan und der iranischen Aserbaidschaner im Iran.
Die 1363 m.ü.NN im nordwestlichen Iran unweit der Grenze zu Aserbaidschan gelegene Stadt wurde wiederholt von schweren Erdbeben zerstört, denen auch die meisten historischen Monumente zum Opfer fielen. Erhalten blieb ein monumentaler Mauerrest der Zitadelle aus dem 14. Jahrhundert und die Blaue Moschee von Täbris (Masdsched-e Kabud), deren Bauwerke teilweise rekonstruiert wurden. Sehenswert ist auch das Rathaus, dessen Turm eine deutsche Uhr besitzt.

weitere Großstädte im Iran:
Schiras (1,2 Mio Einwohner), Ghom (1mio Einwohner, Kermanschah (770000 Einwohner).

 

 

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10. Kultur und Sehenswürdigkeiten im Iran

Die iranische Kulturlandschaft ist zentralistisch organisiert. Die Verantwortung für die Umsetzung der "Kulturrevolution" liegt beim Obersten Rat der Kulturrevolution, dem der Staatspräsident vorsitzt. Der Rat koordiniert die Islamisierung des Kulturbetriebes. Das Ministerium für Kultur und islamische Führung (Erschad), überwacht die Medien, das Internet, Publikationen, Theatervorstellungen, Musikveranstaltungen, Kunstausstellungen sowie kulturelle und zivilgesellschaftliche Organisationen. Trotz auferlegter Restriktionen zeigt sich die iranische Kulturszene sehr rege. Das Kulturleben in der Hauptstadt Teheran ist mit einer großen Auswahl von Galerien, Museen, Theaterhäusern und Kinos lebhaft. Der iranische Film ist international angesehen. Mit Asghar Farhadi hat der Iran einen zweifachen Oscar-Preisträger vorzuweisen (2012 & 2017). Auch die iranische Küche kann durch ihre Vielfalt begeistern und kulinarische Höhepunkte setzen.
 

Der Freiheitsturm (Azadi)in Teheran/Iran

Der Freiheitsturm (Azadi) in Teheran/Iran


Sehenswürdigkeiten und beliebte Reiseziele sind die Strände am Kaspischen Meer und persischen Golf, die Sandwüsten Kawir und Lut, Städte wie Teheran und Isfahan mit ihren historischen Monumenten, Museen und Basaren sowie die Salzseen Urmiasee, Hamun-See, Bachtegansee und Maharlu-See.
Noch mehr Sehenswertes im Iran wird auch unter lonelyplanet.com  beschrieben.

 

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11. Feiertage mit festem Datum im Iran (2019)

Das Datum der angegebenen Feiertage richtet sich nach dem islamischen Mondkalender und verschiebt sich daher von Jahr zu Jahr. Es ist nur für das Jahr 2019 gültig.
 

9. Feb Martyrium der Fatima
11. Feb Tag der Revolution
20. März Geburtstag des Imam Ali
03. Apr Himmelfahrt des Propheten
21. Apr Geburtstag des Imam Mahdi
26. Mai Martyrium des Imam Ali
5. Jun Eid-e-Fetr (Fest des Fastenbrechens)
6. Jun Eid-e-Fetr
29. Jun Martyrium des Imam Sadeq
12. Aug Eid-e-Ghorban (Opferfest)
20. Aug Eid-e-Ghadir
09. Sept Tassoua
10. Sept Ashura
20. Okt Arbaeen
28. Okt Todestag des Propheten und Martyrium des Imam Hassan
29. Okt Martyrium des Imam Reza
6. Nov Martyrium des Imam Hasan al-Askari
15. Nov Gerburtstag des Propheten und des Imam Sadeq

 

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12. Medizinische Hinweise zum Iran

Für die Dauer des Aufenthaltes in Iran ist eine iranische oder deutsche Unfall- und Krankenversicherung notwendig. Seit 23. September 2011 sind die iranischen Auslandsvertretungen verpflichtet, vor Ausstellung des Visums den Krankenversicherungsschutz zu überprüfen. Bereits bei Antragstellung des Visums in Deutschland ist deshalb das Bestehen einer entsprechenden Versicherung durch Vorlage eines Versicherungsvertrages nachzuweisen. Weitere Informationen können Reisende direkt bei der zuständigen iranischen Auslandsvertretung erfragen.

Die spezialisierte, medizinische Versorgung ist in weiten Landesteilen hygienisch, technisch und organisatorisch nicht auf dem Stand der in der Hauptstadt angebotenen Leistungen und nicht vergleichbar mit europäischem Standard. Dazu können Sprachbarrieren gerade auf dem Land die Kommunikation erschweren. In Teheran ist die medizinische Versorgung in allen Fachdisziplinen meist auf einem recht hohen Niveau möglich. Auch bei schweren Erkrankungen muss deshalb nur selten eine medizinische Evakuierung ins Ausland, z.B. nach Dubai, oder eine sofortige Repatriierung erwogen werden. Ein ausreichender Krankenversicherungsschutz, einschließlich einer Reiserückholversicherung, ist dennoch dringend notwendig. Eine individuelle Beratung durch einen reisemedizinisch erfahrenen Arzt in ausreichendem Abstand vor der Ausreise wird empfohlen (Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin oder Forum Reisen und Medizin). Das Auswärtige Amt empfiehlt zudem, die Standardimpfungen gemäß aktuellem Impfkalender des Robert-Koch- Institutes für Kinder und Erwachsene anlässlich einer Reise zu überprüfen und zu vervollständigen. Dazu gehören u.a. Hepatitis A und B, Polio, Tetanus, Malaria-Phrophylaxe.

Reisende sollten regelmäßig einzunehmende Medikamente in ausreichender Menge dabei haben und sich für die Einreise deren Notwendigkeit von ihrem Arzt auf Englisch bescheinigen lassen. Die Mitnahme einer Reiseapotheke, die nicht nur regelmäßig benötigte Arzneimittel, sondern auch Medikamente für gängige Reiseerkrankungen beinhaltet, wird dringend empfohlen, da ein Großteil der in Europa zur Verfügung stehenden Medikamente und Hilfsmittel im Iran nicht oder nur sehr schwer erhältlich sind. Besonders chronisch kranke und behandlungsbedürftige Menschen müssen sich des gesundheitlichen Risikos einer Reise in den Iran bewusst sein. Die Deutsche Botschaft in Teheran verfügt für den Notfall über eine Adressenliste von Ärzten und Krankenhäusern in der Stadt.

Malaria kann im Iran landesweit unterhalb einer geographischen Höhe von 1.500 M.ü.N.N. vorkommen. Die jährlichen Fallzahlen sind aber nicht hoch, das Risiko ist damit gering. Im Norden des Landes ist eine Übertragung von Juni bis September möglich, im Süden von Mai bis September und an der Küste des Persischen Golfs ganzjährig.
Durchfallerkrankungen sind im Iran noch relativ weit verbreitet. Zur Prophylaxe wird empfohlen, nur originalverpackte Getränke aus Flaschen oder Dosen zu konsumieren oder Wasser vor dem Genuss gründlich abzukochen, zu filtern oder zu desinfizieren. Auf den Verzehr roher, ungekochter und ungeschälter Produkte sollte verzichtet werden. Fleisch sollte vor dem Verzehr ebenfalls gut gegart sein. Das Infektionsrisiko für Salmonellen-, Shigellen- und Typhuserkrankungen, Amöben, Lamblien und Wurmerkrankungen, Hepatitis A und E besteht landesweit. Allgemeine Hygienemaßnahmen wie regelmäßiges Händewaschen oder Händedesinfektion nach dem Toilettengang und vor dem Essen und das Fernhalten von Fliegen von Nahrungsmitteln können die Gefahr einer Infektion vermindern.
HIV/Aids kommt im Iran vor. Durch sexuelle Kontakte, bei intravenösem Drogenmissbrauch (unsaubere Spritzen oder Kanülen), durch Tätowierungen oder Piercings und Bluttransfusionen besteht grundsätzlich das Risiko einer HIV- und einer Hepatitis B Infektion. Die Benutzung von Kondomen wird deshalb, insbesondere bei Gelegenheitsbekanntschaften und kommerziellem Sex, dringend empfohlen.
Die Tuberkulose kommt landesweit noch häufig vor. Die Übertragung erfolgt von Mensch zu Mensch über Tröpfcheninfektion oder enge Kontakte. Durch unsachgemäße oder abgebrochene Behandlungen können resistente und multiresistente Tuberkuloseerreger entstehen. Das Tragen eines chirurgischen Mundschutzes schützt nicht vor einer Ansteckung!
Die oben genannten Gesundheitshinweise stellen eine unvollständige Auswahl dar, für die keine Haftung übernommen wird. Ausführlichere Informationen hält das Auswärtige Amt bereit. Dieses ist auch die Quelle der oben angeführten Gesundheitsinformationen.

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13. Reisehinweise zum Iran

 

Ramadan
Ramadan ist der islamische Fastenmonat, dessen Daten abhängig vom Mondkalender von Jahr zu Jahr variieren. In den nächsten Jahren fällt der Ramadan jeweils in die Frühjahrsmonate April und März. Die genauen Daten zum Ramadan sind unter Wikipedia.de abrufbar. In dieser Zeit religiöser Besinnung gilt für Muslime ein Fastengebot, d.h. der Verzicht auf Speisen, Getränke, Rauchen sowie z.B. sinnliche Genüsse wie Parfüm, von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang. Auch wenn die Fastenregeln nur für Muslime gelten (wobei Ausnahmen für Schwangere, Kranke, kleine Kinder und Reisende bestehen), sollten auch Nichtmuslime dem Fasten der Muslime mit Respekt begegnen und darauf achten, keine religiösen Gefühle zu verletzen. Während des Ramadans ist tagsüber das Essen, Trinken und Rauchen in der Öffentlichkeit auch für Nichtmuslime verboten. Während des Ramadan ist mit Einschränkungen im Alltag (z.B. tagsüber Schließung von Restaurants außerhalb der Hotels, reduzierte Arbeitszeiten bei Behörden) und mit erhöhter Sensibilität in religiösen Angelegenheiten sowie in Fragen der Respektierung islamischer Traditionen zu rechnen.

Sicherheit
Individualreisende sollten grundsätzlich vermeiden, allein nachts oder in einsamen Gebieten zu reisen. Es gab in der Vergangenheit einzelne Fälle von sexueller Belästigung in Städten, daher sollten besonders allein reisende Frauen darauf achten, sich nicht in menschenleeren Gegenden, wie z.B. fernab der regelmäßig frequentierten Wanderrouten in den Bergen, aufzuhalten. Von Reisen in den Osten der Provinz Kerman und Sistan-Belutschistan sowie in die Grenzgebiete Irans mit Pakistan und Afghanistan wird dringend abgeraten. In diesen Gebieten besteht ein erhebliches Entführungs- und Anschlagsrisiko. Dies betrifft insbesondere das Gebiet im Dreieck zwischen den Städten Zabol, Bam und Chabahar. Stabiler ist die Lage in der Hafenstadt Chabahar selbst, sofern der Luftweg für die Anreise genutzt wird. Es wird jedoch empfohlen, die aktuelle Entwicklung der Sicherheitslage aufmerksam zu verfolgen. Von nicht notwendigen Individual- oder Trekkingreisen in die Kurdengebiete im Nordwesten Irans, insbesondere entlang der türkischen und irakischen Grenze, wird grundsätzlich abgeraten. Gelegentlich werden die Grenzübergänge zur Türkei und zum Irak geschlossen. Es wird dringend davon abgeraten, auf dem Landweg, insbesondere mit dem Fahrrad oder Motorrad, nach Pakistan oder Afghanistan zu reisen. Auf der Strecke Zabul-Zahedan besteht ein Überfall- und Entführungsrisiko, auf der Strecke Kerman-Bam wurden nach Errichtung einer Straßensperre Reisende von Mitgliedern einer terroristischen Gruppierung erschossen. Für Afghanistan, Irak und die an Iran grenzende pakistanische Provinz Belutschistan bestehen Reisewarnungen.
In Teheran kommt es gelegentlich zu Personenkontrollen durch vermeintliche Sicherheitsbeamte. Die Kontrolleure erweisen sich anschließend als Trickbetrüger, welche z.B. nach erfolgter "Kontrolle" die Geldbörse oder deren Inhalt einbehalten. Es wird geraten, darauf zu bestehen, entsprechende Kontrollen lediglich im Hotel oder der nächstgelegenen Polizeistation durchführen zu lassen. Wenn möglich sollten Pässe und Wertsachen im Hotelsafe deponiert und nur eine Kopie des Passes mitgeführt werden. Die Zahl der Diebstähle von Pässen, Geld und Taschen in Geschäften und auf der Straße (auch durch Motorradfahrer) nimmt - ebenso wie die Zahl der Einbrüche in Wohnungen und Häuser - zu. Besondere Umsicht ist hier geboten. Vorsicht ist auch bei von Fremden angebotenen Süßigkeiten/Keksen und (offenen) Getränken geboten, da Diebe k.o.-Tropfen benutzen, um Touristen zu betäuben und auszurauben.

Zahlungsverkehr
Bislang aufgrund von Sanktionen ausgeschlossene iranische Banken können erst seit Mitte Januar 2016 wieder an das internationale Zahlungsverkehrssystem SWIFT angeschlossen werden. Derzeit gibt es noch keine verlässlichen Überweisungswege im privaten Geldverkehr, die ausländische Touristen kurzfristig nutzen könnten. Reisende haben in Iran noch keinerlei Möglichkeiten Geld abzuheben oder sich anderweitig zu beschaffen. Eine Zahlung mit Kreditkarte ist nur in sehr seltenen Ausnahmefällen möglich. Traveler Schecks können nicht umgetauscht werden. Reisende sollten bei ihrer Urlaubsplanung deshalb unbedingt beachten, dass sie für ihren Aufenthalt in Iran genügend Bargeld bei sich führen. Bei Ein- und Ausreise sind mitgeführte Bargeldbeträge mit einem Gegenwert von über 5.000 USD anzumelden (siehe auch Zollvorschriften). Devisen können bei der Einreise am Flughafen oder bei verschiedenen Banken und Wechselstuben zum Tageskurs in Rial umgetauscht werden. Der Bankenkurs unterscheidet sich merklich vom Wechselstubenkurs. Ein Rücktausch von nicht benötigten Rialbeträgen ist in der Regel nicht oder nur mit erheblichem Kursverlust möglich.

Allgemeine Verhaltensweisen und strafrechtliche Vorschriften
Reisende sollten während des Aufenthalts in Iran die aktuelle politische Lage aufmerksam verfolgen und unter anderem an folgenden Feier- und Gedenktagen sowie an Wahltagen besondere Vorsicht walten lassen:
– Revolutionstag
– Jahrestag von Anti-Regierungsdemonstrationen
– Ashura Fest
– Besetzung der US-Botschaft
– sog. Studententag
Fotografieren von öffentlichen Einrichtungen, Militärgeländen, Flughäfen und Häfen, Sicherheits- und Regierungsfahrzeugen, Polizisten und Sicherheitskräften ist verboten, kann als Straftatbestand der Spionage gewertet und mit entsprechend langen Freiheitsstrafen belegt werden. Das Fotografierverbot gilt auch für Botschaftsgebäude. Beim Fotografieren von Menschen ist größte Zurückhaltung erforderlich.
Generell sollte das Fotografieren und Filmen (auch mit Mobiltelefon) restriktiv und mit der gebotenen Sensibilität gehandhabt werden. Es sind Fälle bekannt geworden, in denen Touristen Kameras abgenommen und sie vorübergehend festgenommen wurden, da sie verdächtigt wurden, öffentliche Gebäude oder Demonstrationen fotografiert zu haben. Ebenfalls abzusehen ist vom Versenden von Fotos oder Reiseberichten, die in irgendeiner Weise Bezug zu aktuellen politischen Entwicklungen haben. Gleiches gilt für SMS und Telefonate. Die entsprechende Kommunikation wird überwacht und es sind Fälle bekannt, bei denen ausländische Staatsangehörige aufgrund derartiger Kommunikation mit ihrem Heimatland angeklagt und verurteilt worden sind. Die Kommunikation im Inland und mit dem Ausland ist phasenweise sehr schwierig und nicht immer möglich.
Besonders für Individualreisende besteht das Risiko, durch auffälliges Verhalten oder Gebrauch von technisch höher entwickeltem Gerät, wie GPS-Geräten, unter Spionageverdacht zu geraten. Als Spionagetätigkeit kann ebenfalls die Benutzung oder auch nur die Einfuhr einer Drohne in bzw. nach Iran gewertet werden. In diesem Zusammenhang wird bei Aufenthalten in der Nähe von Sicherheitsobjekten besondere Zurückhaltung empfohlen. Schon der bloße Aufenthalt in der Nähe von Militär- oder Atomanlagen kann bereits zu schwerwiegenden Missverständnissen bis hin zu Spionagevorwürfen führen. Aufenthalte in unmittelbarer Nähe von Standorten von Atomanlagen in Busher, Natanz, Qom sowie den entsprechenden Objekten in der Umgebung von Arak und Isfahan sind dementsprechend zu meiden.

Alkoholgenuss ist untersagt. Frauen müssen die islamischen Bekleidungsvorschriften einhalten. Es müssen Arme und Beine bis zu Knöcheln bzw. Handgelenken bedeckt sein. Ein Mantel muss mindestens knielang sein und soll die weiblichen Körperformen verhüllen. Haare und Nacken müssen durch ein Kopftuch bedeckt sein. Es werden vermehrt Straßenkontrollen durchgeführt. Männer sollten keine kurzen Hosen tragen. An religiösen Orten (Moscheen etc.) sollte außerdem langärmelige Oberbekleidung getragen werden. Die für das Verhältnis zwischen Mann und Frau geltenden Gesetze und Regeln sind unbedingt zu beachten. Kontakte zwischen Nichtverheirateten können geahndet werden.
Insbesondere Übernachtungen bei iranischen Einzelpersonen oder Familien, deren Anschriften nicht bei Visabeantragung oder Einreise angegeben wurden, können einen Passentzug und Gerichtsverfahren nach sich ziehen, beim Umgang mit iranischen Frauen oder Männern in der Öffentlichkeit muß mit Polizeikontrollen gerechnet werden.
Homosexuelle Beziehungen sind strafbar. Das gleiche gilt für sonstige sexuelle Handlungen, sofern sie außerhalb der Ehe ausgeübt werden. Nach iranischem Verständnis unzüchtiges Verhalten wird streng geahndet; teilweise ist es mit der Todesstrafe bedroht.
Handlungen, die nach westlichem Rechtsverständnis strafbar sind, werden auch in Iran gerichtlich geahndet. Die verhängten Strafen sind häufig sehr schwer und mit westlichem Rechtsverständnis oft nicht vereinbar. Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz werden schon bei geringsten Mengen und bei jeder Art von Drogen mit langjährigen Gefängnisstrafen geahndet. Für schwere Drogendelikte, Mord, bewaffnete Raubüberfälle, schwere Finanzdelikte und gewisse andere Straftaten kann die Todesstrafe verhängt werden. Die Haftbedingungen sind sehr hart.

Ein-/Ausreisebestimmungen
Für die touristische Einreise nach Iran ist neben einem noch sechs Monate gültigen Reisepass ein Visum erforderlich, welches nur gegen Vorlage eines für Iran gültigen Krankenversicherungsnachweis erteilt wird. Seit Ende November 2018 ist offenbar die Einreise mit einem sogenannten Blattvisum bzw. elektronischen Visum möglich. Visa können bei der iranischen Botschaft in Deutschland, für deutsche Staatsangehörige aber auch nach wie vor bei der Einreise an einem internationalen Flughafen beantragt werden. Für minderjährige Kinder ist ein Kinderreisepass erforderlich. Bei Verstoß gegen die iranischen Einreisebestimmungen muss mit strafrechtlicher Verfolgung und unverhältnismäßig hohen Strafen (u.a. mehrjährige Freiheitsstrafen) gerechnet werden. Bei der Einreise über den Land- oder Seeweg muß besonders darauf geachtet werden, dass ein Einreisestempel in Ihrem Pass angebracht wird, da andernfalls die Ausreise verweigert wird. Personen mit einem israelischen Einreisestempel im Pass müssen damit rechnen, bei der Einreise abgewiesen zu werden.

Barmittel dürfen bis zu einem Wert von 10.000 Euro ohne weitere Erklärung eingeführt werden. Die Ausfuhr von Devisen aus Iran durch Flugreisende ist auf 5.000 Euro bzw. den Gegenwert in anderen Währungen beschränkt; für andere Reisende liegt die Beschränkung bei 2.000 Euro. Die Ein- und Ausfuhr der Landeswährung Rial ist momentan auf 50 Millionen Rial beschränkt.
Verboten ist die Einfuhr von Alkohol, Schweinefleisch und Publikationen, die das sehr strenge iranische Moralverständnis verletzen könnten.
Bei der Ausreise darf jede Person einen bis zu sechs qm großen und höchstens 30 Jahre alten Teppich mit sich führen. Die Ausfuhr von Antiquitäten (Gegenstände, die älter als 30 Jahre sind) ist nur mit einer Genehmigung der Organisation für Kulturerbe zulässig. Kaviar muss nachweislich mit Devisen erworben werden. Verstöße gegen das Artenschutzabkommen werden vom Umweltministerium streng verfolgt und können mit Haftstrafen bis zu drei Jahren belegt werden. Vor der Ausfuhr von Tieren jedweder Art wird gewarnt.
Weitergehende und aktuelle Zollinformationen zur Einfuhr von Waren erhalten Sie bei der iranischen Botschaft in Deutschland

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14. Auslandsvertretung in Iran

Botschaft der Bundesrepublik Deutschland

Ort: Teheran

Telefon: +98 21 39 99 00 00, Für Notfälle: +98 912 1131007

Fax: +98 21 3999 1890

Postadresse: Embassy of the Federal Republic of Germany, P.O. Box 11365-179, Teheran, Iran.

Straßenanschrift: Avenue Ferdowsi 320-324, 11365 Teheran

Amtsbezirk/Konsularbezirk: Iran

Website: http://www.teheran.diplo.de

E-Mail: [email protected]

Behördensprachen im Gastland: Persisch

 

Botschaft der Islamischen Republik Iran
Podbielskiallee 67, 14195 Berlin
Telefon: +49 30 84 35 30
Fax: +49 30 83 222 91 33
E-Mail: [email protected]

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15. Quellen zu Iran

Deutscher Wetterdienst
Auswärtiges Amt der Bundesrepublik Deutschland
Wikipedia

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