Alles, was Sie über Libyen wissen müssen
Reisekarte von Libyen des Reiseveranstalters OVERCROSS
- Klima
- Tiere und Pflanzen
- Nationalparks und Naturschutz
- Bevölkerung
- Medizinische Versorgung
- Sprachen
- Religionen
- Menschenrechte
- Städte
- Bodenschätze und Landwirtschaft
- Straßen
- Feiertage
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Obwohl das Reiseland Libyen 1.775.500 km² groß ist und die Schweiz damit ungefähr 40 mal in sich aufnehmen könnte, gibt es im Wesentlichen nur 2 Klimazonen.
Zum einen das mediterrane Klima entlang der Küste, mit feuchten und milden Wintern und durchschnittlichen Tagestemperaturen um die 12°C. Die Sommer in dieser Klimazone sind trocken und die Durchschnittstemperatur im August beträgt 28°C. Das Frühjahr und der Herbst bringt oft einen trocken, heißen und staubigen Wind über das Gebiet, der Gibli genannt wird.
Das andere Klima, das in Libyen vorherrscht, ist das Wüstenklima im Landesinneren. Hier regnet es so gut wie nie und die Temperaturschwankungen sind enorm hoch. Im Sommer können die Temperaturen auf über 50°C steigen, im Winter fallen sie auf unter 0°C.
Die Gebirgsgegenden in der Nähe der Küsten sind mit typischen Mittelmeerpflanzen gesäumt, im Küstentiefland herrscht Steppenvegetation. Die in Libyen vorkommenden Tiere, die man auf einer Enduroreise durch die Wüste bestaunen kann, sind typisch für Trockengebiete. Hier sind zum Beispiel die Düngengazellen, Hyänen, Schakale, Wüstenspringmäuse, Wüstenfüchse zu erwähnen. Außerdem gibt es hier auch Anubispaviane, wild lebende Esel, Hasen, und unterschiedliche Schlangen, Greifvögel und Skorpione.
Außer in Küstennähe gibt es kaum erwähnenswerte Vegetation im Land, auf unseren OVERCROSS Abenteuerreisen sind wir auf unseren Enduros eher in der Wüste unterwegs.
In Libyen gibt es den Akakus Nationalpark, der nach dem nahen Akakus Gebirge benannt wurde. Für wirklichen Naturschutz ist in Libyen ansonsten kein Platz, der Staat ist zu sehr auf sein Öl fokussiert.
97% der Bevölkerung Libyens besteht aus Berbern, die in Bezug auf Sprache und Kultur, ähnlich wie die Tunesier zu großen Teilen arabisiert wurden und aus Arabern besteht.
Der Anteil an Berbern, die noch in traditionellen Stammesgesellschaften leben, liegt nur bei 25%. Im westlichen Teil des Landes lebt das Nomadenvolk der Tuareg, die auch ein Berbervolk sind und in den südlichen Landesteilen leben die Tubu, die ein anderes Nomadenvolk der Sahara, welches früher mit den Tuareg verfeindet war und um die Macht über die Wüste kämpfte. Dieser Zwist endete, als die beiden großen Wüstenvölker sich Anfang der 90er Jahre zusammenschlossen, um die Regierung des Niger zu bekämpfen, von der die Tuareg und Tubu die Herrschaft über deren Teil der Wüste wieder zurückerlangen wollten. Die Ausländer in Libyen sind unter anderem Italiener, deren Anzahl aber nach Gaddafis Revolution schnell sank, weil sie das Land verließen. Weitere Minderheiten im Land sind Griechen, Türken, Leantiner, Malteser, Ägypter, Tunesier, Inder und Pakistaner.
Es gab Jahrtausende lang Juden an den Küsten von Libyen, aber sie wurden im zweiten Weltkrieg gnadenlos verfolgt und beinahe jeder Jude sah sich gezwungen auszuwandern, die meisten nach Israel, das damals neu gegründet worden war. 2002 starb die letzte Jüdin in Libyen, somit gibt es genau 0 Juden im Land.
Wie in vielen Ländern Afrikas ist eine Gelbfieberimpfung nicht nötig, wenn man direkt aus Deutschland einreist, nur wenn man aus einem Infektionsgebiet, wie zum Beispiel den südlicher gelegenen Afrikanischen Ländern wie Tansania, Kenia, aber auch dem Senegal oder die Elfenbeinküste. Wer nach Libyen reist, sollte seine Standardimpfungen überprüfen und vervollständigen lassen, bei weiteren Fragen zu Impfungen sollte ein Arzt aufgesucht werden, da wir als Reiseveranstalter nicht weitere Angaben zu diesem Thema machen können/dürfen.
Vor allem auf dem Land kann man die medizinische Versorgung nicht mit Europa vergleichen, weil sie oft, wenn ein Arzt gefunden wird, kaum hygienische Standards aufweisen kann. Auch Sprachbarrieren können hier auftreten. Nach den kriegerischen Auseinandersetzungen im Zuge des Arabischen Frühlings 2011 sind die meisten staatlichen und privaten Krankenhäuser und Kliniken in den Städten wieder intakt.
Die Amtsprache ist Hocharabisch, aber ein Großteil der Bevölkerung spricht den libysch-arabischen Dialekt. Von Minderheiten werden z.B. Berbersprachen wie Nafusi (101.000 Sprecher), Ghadames (42.000 Sprecher) und Tamascheq mit 17.000 Sprechern gesprochen. Die Sprache der Tubu heißt Tedaga und wird von etwa 2000 Angehörigen dieses Volkes gesprochen. Als Handelssprachen sind Englisch und Italienisch (welches in den Großstädten noch verstanden wird, weil Libyen früher italienische Kolonie war) verbreitet. Unter Gaddafi wurden die Berbersprachen und Italienisch verboten, um die Arabisierung des Landes weiter voranzutreiben. Nach seinem Sturz wurden die Sprachen wieder aufgegriffen und legalisiert.
Libyen ist ein muslimischer Staat, aber unter Gaddafis Herrschaft war jede Religion akzeptiert, solange sie nicht den Traditionen des Landes im Weg stand. Staat und Religion waren bis jetzt getrennt. Frauen werden in Libyen meist gleichberechtigt behandelt, was aber einige libysche Männer nicht davon abhält, geschockt über die Einführung der Wehrpflicht für Frauen zu sein.
In letzter Zeit wird immer mehr eine Zuwendung zum orthodoxen Islam beobachtet, immer mehr Frauen sind verschleiert unterwegs.
97% der Bevölkerung sind sunnitische Muslime. Die traditionsreichen Berberstämme gehören zur muslimischen Sondergemeinschaft der Ibaditen. Nur noch ungefähr 70.000 Katholiken leben im Land, hauptsächlich weil Gaddafi die meisten christlichen Kirchen nach seiner Machtübernahme schloss. Wie oben schon erwähnt, gibt es in Libyen seit dem 2. Weltkrieg keine Juden mehr.
Viele Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International berichten, dass sich die Lage in Libyen nach der Revolution nicht gebessert, sondern für manche Gruppen sogar verschlechtert hat. Es kommt immer wieder zu gewalttätigen Ausschreitungen gegenüber dem Volk der Tubu, weil diese aufgrund ihrer Hautfarbe als Gaddafisöldner abgestempelt werden. Die Organisationen Open Doors berichten, dass mittlerweile auch Christen verfolgt werden, 2011 wurden sogar einige wegen ihrer Religionszugehörigkeit verhaftet. Radikal islamistische Gruppen werden seit Gaddafis Sturz stärker.

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Stadt |
Bevölkerung |
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Tripolis |
1.103.000 |
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Banghazi |
650.000 |
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Misrata |
380.000 |
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al-Aziziyya |
290.000 |
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Tarhuna |
220.000 |
Bodenschätze und Landwirtschaft t
Libyen ist das Land mit den größten Erdöl- und -gasvorkommen in ganz Afrika. Ansonsten wird kaum Bergbau betrieben, der Staat kümmert sich lieber um das Öl, das 70% des Bruttoinlandproduktes ausmacht.
Landwirtschaft ist in Libyen kein besonders großer Sektor und wir werden auf unseren Gruppenreisen durchs Land nur hauptsächlich an den Küstengebieten auf Felder und Bauern stoßen, da es sich im Rest vom Land nicht rentiert, Landwirtschaft zu betreiben. Hier werden vor allem Oliven, Weizen, Datteln, Gemüse und Zitrusfrüchte angebaut. Seit Jahren treibt die Regierung die Bewässerung von Feldern in der Wüste voran, das wird aber von vielen Umweltaktivisten als schädlich für die Umwelt kritisiert.
Unser Reiseziel Libyen hat mit einer Strecke von 47.600 km asphaltierten Straßen und etwa 35.600 km Pisten eine für die Region vergleichsweise sehr gute Infrastruktur. Wir sind auf unseren Enduros und in unseren 4x4 Geländewagen aber ohnehin lieber in der Wüste unterwegs.
15. Febr. Mouloud (Geburtstag des Propheten).
2. März Verkündung der Staatsgewalt
28. März Tag der Vertreibung der Briten.
11. Juni Tag der Vertreibung der US-Armee.
28. Juli Himmelfahrt des Propheten.
30. Aug. Eid al-Fitr (Ende des Ramadan).
1. Sept. Nationalfeiertag.
1. Sept. Revolutionstag.
7. Okt. Tag der Vertreibung der Italiener.
6. Nov. Eid al-Adha (Opferfest).
26. Nov. Islamisches Neujahr.
5. Dez. Ashoura.
