Landesinfos für Iran

                                                 

                                         

                                          

 

  1. Allgemeine Informationen
  2. Geografie und Klima
  3. Flora und Fauna
  4. Städte und Regionen
  5. Verkehrsnetz
  6. Bevölkerung
  7. Politik und Wirtschaft
  8. Kultur und Sehenswürdigkeiten
  9. Nationalparks und Naturschutz
  10. Feiertage
  11. Reisehinweise
  12. Medizinische Hinweise
  13. Auslandsvertretungen
  14. Quellen und Links

 

1. Allgemeine Informationen

Kontinent: Asien
Geographische Lage: 25° bis 40° nördlicher Breite sowie 44° bis 64° östliche Länge​
Höchster Erhebung: Demawend 5671 m​
Längster Fluss: ​Karun 850 km​
Staatsform: Islamische Republik (seit 1. April 1979)​
Regierungssystem: präsidentielle Theokratie
Sprachen: Offizielle Sprache Persisch, daneben werden Turksprachen, Kurdisch, Arabisch, Belutschisch und andere gesprochen
Nachbarländer: Im Westen Türkei und Irak, im Osten Pakistan, Afghanistan und Turkmenistan, im Norden Aserbaidschan und Armenien​
Hauptstadt: ​Teheran (ca. 12 Millionen Einwohner)
Fläche: 1.648.000 Quadratkilometer​
Einwohner: 78,1 Millionen, etwas mehr als die Hälfte Perser sowie Aseris, Kurden, Luren, Araber, Belutschen, Kaschkai, Turkmenen und andere; Bevölkerungswachstum circa 1,2 Prozent pro Jahr​
Bevölkerungsdichte: ​48 je km²
Religionen: Mehr als 99 Prozent Muslime (davon circa 90 Prozent Schiiten, 8 Prozent Sunniten); daneben Christen, Zarathustrier, Bahá'í, Juden​
Währung: Iranischer Rial (IRR); 1 EUR = 34.000 IRR (26.05.16, freier Wechselkurs)​
Klima: Trockenes Kontinentalklima. Sommer trocken und heiß, Winter kalt. Wenig Niederschlag. Ausgenommen davon die Randgebiete am Kaspischen Meer und am Persischen Golf.​
Zeitzone: UTC+3:30​
Vorwahl: ​+98
Ländercode: IR / IRN​
Strom: Sie brauchen keinen Reisestecker-Adapter in Iran, wenn Sie in Deutschland wohnen.​
Öffnungszeiten: Die Arbeitswoche geht von Samstag bis Donnerstagmittag. Banken: Sa bis Mi 7.30-16 Uhr (mit Mittagspause), Do 7.30-12 Uhr; Büros: Sa bis Mi 8-16 Uhr, Do 8-12 Uhr; Geschäfte: Sa bis Mi 8/9-13, 15-20 Uhr, Do 8/9-12 Uhr

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2. Geografie und Klima

Regional herrscht im Iran sehr unterschiedliches Klima, da es einerseits von Kaltluftströmungen aus Zentralasien und Sibirien, andererseits von feuchtwarmen mediterranen Luftmassen aus dem Westen beeinflusst und im Sommer vom nordöstlichen Passatwind aus dem trocken-heißen Zentralasien durchströmt wird. Zudem sind die geographischen Verhältnisse unterschiedlich, je nachdem wo im Land man sich befindet. In den humiden Bergregionen des Nord- und Westiran regnet es verhältnismäßig viel, die kontinentale Lage bedingt sehr heiße Sommer und sehr kalte Winter. Das Gebirge schirmt das Hochland, das zwei Drittel der Landesfläche einnimmt, von der von Westen einziehenden Feuchtigkeit ab. Somit ist es dort trocken, die Niederschlagsmenge ist stark schwankend und die Temperaturunterschiede zwischen Sommer und Winter sind noch einmal extremer als im eben genannten Gebirge. Frost hingegen kennt der schmale Tieflanddstreifen entlang der  Golfküste nicht, wo bei extremer Schwüle die Winter mild und die Sommer unerträglich heiß sind. Dabei regnet es hier fast nie. Grundlegend vom Rest des Landes unterscheidet sich das Klima des kaspischen Küstentieflandes. Die aus Nord-Ost wehenden Winde laden sich über dem Kaspischen Meer mit Feuchtigkeit auf und regnen an den Bergmassiven ab. Dies macht macht den Tieflandstreifen ganzjährig humid. Im Gegensatz zum Hochland ist das Klima weniger extrem, die Winter sind mild, die Sommer warm. Von Mai bis September weht der Nordwestwind der 120 Tage durch den Iran.
 
Teheran Temp. °C min/max Sonnenstunden / Tag Regentage
Jan 1 9 8 0
Feb 2 11 8 1
Mar 7 16 8 3
Apr 13 22 8 0
May 21 28 8 0
Jun 27 34 10 0
Jul 31 36 10 0
Aug 29 35 10 0
Sep 24 30 10 0
Oct 17 23 9 2
Nov 7 15 9 2
Dec 4 10 8 0

 

Isfahan Temp. °C min/max Sonnenstunden / Tag Regentage
Jan 0 8 8 0
Feb 2 11 8 1
Mar 7 16 8 0
Apr 13 21 7 0
May 20 26 8 0
Jun 25 31 9 0
Jul 28 32 10 0
Aug 24 31 10 0
Sep 21 27 10 0
Oct 15 22 9 0
Nov 6 13 8 0
Dec 3 9 8 1

 

Shiraz Temp. °C min/max Sonnenstunden / Tag Regentage
Jan 3 10 8 2
Feb 5 12 8 7
Mar 10 17 9 2
Apr 14 23 8 1
May 22 28 10 0
Jun 25 32 9 0
Jul 28 33 11 0
Aug 26 32 10 0
Sep 22 28 11 0
Oct 16 23 10 0
Nov 10 15 9 4
Dec 6 11 8 2
 
Quelle: https://www.klimatabelle.info/asien/iran
 
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3. Flora und Fauna

Die natürliche Vegetation des Iran lässt sich in vier Zonen einteilen (die ursprüngliche Vegetation ist durch die Nutzung des Menschen sehr beeinflusst und verändert worden):

1) Wüsten und Halbwüsten: Sie sind zu weniger als einem Drittel mit einem Pflanzenkleid bedeckt. 
2) Trockenwälder in den Gebirgen unter anderem mit verschiedenen Eichen, Ahornen, Hainbuchen, Eschen, Wacholder, Oleander und Myrten, und Sträuchern wie Granatapfelsträucher, Weißdorne und Rosengewächse. Die Trockenwälder gehen mit zunehmender Höhe, besonders an den Berghängen zum Hochland, in Bergmandel-Pistazien-Baumflure über.
3) artenreiche Feuchtwälder (mit dem Namen Hyrcanischer Wald), die nur zwischen Kaspischen Meer und dem angrenzenden Gebirge vorkommen und evtl. zum Weltnaturerbe der UNESCO ernannt werden sollen. Hier wachsen z.B. Ulmen, Buchen und Brombeeren. 
4) Sonstige Formen: in den Endbecken (Marsch- und Sumpfpflanzen), entlang der Flüsse (Weiden, Pappeln) und in den Sanddünen (Tamariskengewächse).

 
Die Tierwelt ist gemäß der oben genannten verschiedenen Vegetationszonen ausgesprochen vielfältig. Es finden sich Steppen- und Halbwüstenbewohner wie Gazellen und Halbesel, Gebirgstiere wie Wildschafe und Wildziegen, in den Wäldern Rothirsche und am Kaspischen Meer viele Vogelarten. Außerdem gibt es Hyänen, Schakale, Füchse, Steinadler, Falken und Geier. In entlegenen Gegenden leben Braunbären, Geparden und Leoparden. Beim Fischfang im Kaspischen Meer ist vorallem der Stör zur Gewinnung von Kaviar gefragt.
 
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4. Städte und Regionen

Stadt Einwohner
Teheran 7,1 Mio. (Ballungsraum 12 Mio.)
Maschhad 2,3 Mio.
Isfahan 1,5 Mio.
Karadsch 1,4 Mio.
Täbris 1,4 Mio.
Schiras 1,2 Mio.
Ghom 1 Mio.
Kermanschah 770.000
 
Der Iran ist in 31 Provinzen unterteilt, diese wiederum teilen sich in 336 Verwaltungsbezirke und diese in 889 Kreise auf.
 
 
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5. Verkehrsnetz

Alle internationalen Flüge ab Teheran werden nur vom Flughafen Imam Khomeini abgewickelt. Der zentral gelegene Flughafen Mehrabad wird nur noch für nationale Flüge genutzt.

Die Infrastruktur im Land ist gut. Es gibt ein ausgedehntes Linienflugnetz, mit dem alle größeren Städte des Landes zu erreichen sind. Es sind nur wenige Bahnverbindungen vorhanden. Das Straßennetz ist gut ausgebaut und es gibt viele inneriranische Busverbindungen.

Das Verhalten vieler Teilnehmer im Straßenverkehr ist unberechenbar, daher ist vor allem in Großstädten erhöhte Vorsicht geboten. Die mangelhafte Wartung eines großen Teils der Fahrzeuge (Beleuchtung, Bremsen, Reifen) stellen ein hohes Unfallrisiko dar. Autofahrten in die Wüste sollten ausschließlich in organisierten Gruppen von mehreren Geländefahrzeugen und in Begleitung eines lokalen Führers unternommen werden. Ein Navigationsgerät sowie ein ausreichender Vorrat an Wasser, Nahrungsmitteln, Treibstoff und Ersatzteilen sind überlebenswichtig.

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6. Bevölkerung

Ethnisch zählen sich zwischen 60 und 65 % der Iraner zu den Persern. Das iranische Hochland ist fast ausschließlich persisch besiedelt. Westlich dieses Siedlungsgebiets leben 7-10 % Kurden (größtenteils Sunniten) und 6% Luren (tendenziell schiitisch). Im Osten leben 2 % sunnitische Belutschen, an der Südwest-Grenze zum Irak 2 % Araber. Kleinere Bevölkerungsgruppen sind die Bachtiaren, Turkmenen, Kaschgai, Armenier und andere. Zweitgrößte Bevölkerungsgruppe stellen türkischstämmige Aserbaidschaner mit 17-21 %. Daneben befinden sich über 2 Mio. afghanische Flüchtlinge im Iran.

Alleinige Amtssprache des Iran ist Persisch, wie jedoch die vielfältige ethnische Zusammensetzung vermuten lässt, existieren daneben eine Unmenge anderer Sprachen. Als Sprache des Koran muss Arabisch in allen Schulen als 1. Fremdsprache gelehrt werden. Englisch ist die 2. Fremdsprache, die angeboten wird.

Bei offiziell über 99 % Muslimen erkennt die iranische Verfassung Christentum, Judentum und Zoroastrer als religiöse Minderheiten zwar an, sie unterstehen aber einem Missionierungsverbot. Für den Abfall vom Glauben droht Muslimen die Todesstrafe. Praktisch sind die religösen Minderheiten subtilen Formen der Diskriminierung ausgesetzt, z.B. bei der Arbeitsplatzsuche. 

 
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7. Politik und Wirtschaft

Die komplexen politischen Strukturen sind nicht mit unserem europäischen politischen System zu vergleichen. Der Iran ist eine präsidentielle Theokratie, die zwar einen Regierungschef (Präsident, seit 2013 Dr. Hassan Ruhani) in der Exekutive kennt, welcher jedoch nur das zweithöchste Amt im Staat innehat. Das höchste Amt ist streng religiös definiert (Theokratie) und obliegt dem "Obersten Führer der Islamischen Revolution", seit 1989 Ayatollah Seyed Ali Chamene'i, der auf unbestimmte Zeit von einem sogenannten "Expertenrat" ernannt wird und umfassende Verfügungsgewalten hat. Beispielsweise ernennt er den Präsidenten und andere hohe Staatsbedienstete wie den obersten Richter, ist oberster Heerführer und hat das letzte Wort in politischen Grundsatz- und gegebenenfalls auch Detailfragen. Der Expertenrat wiederum, ein Gremium von Klerikern, ist vom Volk auf 8 Jahre gewählt worden. Auch das Parlament wird vom Volk gewählt, dieses auf 4 Jahre. Es existieren jedoch keine Parteien im europäischen Sinne (eher politische Lager), gewählt werden Einzelpersonen. Der Präsident wird ebenfalls auf 4 Jahre direkt vom Volk gewählt und bildet ein Kabinett, dessen einzelnen Ministern das Parlament zustimmen muss. Bei der Gesetzgebung, die sowohl von der Regierung, als auch vom Parlament ausgehen kann, kommen zwei Kontrollinstanzen ins Spiel, der "Wächterrat" und der "Schlichtungsrat". Der Wächterrat (bestehend aus 6 vom Revolutionsführer ausgewählten islamischen Rechtsgelehrten und 6 vom Parlament bestimmten juristischen Experten) legt die Verfassung aus und ist an der Vorauswahl der Kandidaten bei Parlaments-, Präsidentschafts- und Expertenratswahlen beteiligt. Der Schlichtungsrat setzt sich aus Mitgliedern der verschiedenen Organe und Gremien zusammen (Wächterrat, Exekutive, Judikative, Legislative sowie sonstige vom Obersten Führer direkt ernannten Mitgliedern). Er vermittelt, wenn der Wächterrat Gesetzgebungsverfahren des Parlaments als verfassungs-nonkonform einstuft.

Seit den Präsidentschaftswahlen 2013 ist der moderate Kleriker Ruhani der 7. Präsident der Islamischen Republik Iran. Seit seiner Inauguration wurden UN und EU Sanktionen aufgehoben, vor allem dank dem Wiener Nuklearabkommen von 2016. Hoffnungen auf eine breitere Liberalisierung in Menschenrechtsfragen sind trotz geringfügiger Verbesserungen der Meinungs- und Pressefreiheit bisher nicht erfüllt worden. So werden jährlich hunderte Menschen hingerichtet, die Mehrzahl wegen Drogendelikten.

Außenpolitisch ist Präsident Ruhani insgesamt um eine Verbesserung der Beziehungen Irans zur internationalen Gemeinschaft bemüht. Dies unterstreicht das Wiener Abkommen zum iranischen Atomprogramm. Außerdem gibt es Versuche, die Verhältnisse zu anderen Staaten der Region durch verstärkte Staatsbesuche, vor allem in der Golfregion zu verbessern. Das Verhältnis zum großen regionalen Konkurrenten Saudi Arabien bleibt angespannt. Problematisch aus westlicher Sicht wird die bedeutende Unterstützung des Assad-Regimes in Syrien bewertet. Iran unterstützt auch die libanesische Hisbollah, die im Syrienkrieg beteiligt ist. Weiterer Konfliktpunkt ist die feindliche Haltung Irans gegenüber Israel, dessen Existenzrecht nicht anerkannt wird. Gemeinsame Sicherheitsinteressen haben zu einer intensiven Zusammenarbeit mit den Nachbarstaaten Afghanistan und Irak geführt. Gegenüber Mittelasien und dem Kaukasus versucht das Land seine geostrategisch wichtige Position wirtschaftlich und politisch zu festigen. Seit der islamischen Revolution 1979 ist die Beziehung zu den USA schwer belastet. Seit Ruhanis Amtsantritt gab es pragmatische Annäherungen. In Europa erhofft sich Iran seit den erfolgreichen Nuklearverhandlungen in Wien einen investierenden Handelspartner zu gewinnen, während für die EU weiter Menschenrechtsfragen, die iranische Unterstützung radikaler Gruppierungen und die Infragestellung des Existenzrechts Israels eine Rolle spielen. 

Die iranische Wirtschaft liegt größtenteils ( zu 80%) in den Händen des Staats bzw. religiöser Stiftungen. Dem privaten Sektor sollen durch Regierungsprogramme Anreize zur Investition gegeben werden. Die wirtschaftlichen Ziele der Regierung sind in Fünfjahresplänen formuliert. Wichtigster Wirtschaftszeig ist die Öl- und Erdgasindustrie. Weitere wichtige Sparten sind die Textilindustrie, die Landwirtschaft und die Zement- und Baustoff-Produktion. Derzeit befindet sich die iranische Wirtschaft in einer schweren Krise, hauptsächlich eine Folge der internationalen Sanktionspolitik. Dementsprechend ist mit der Auflockerung der Sanktionen im Rahmen des Wiener Nuklearabkommens die große Hoffnung verbunden, ausländische Investoren ins Land zu locken und den Absatzmarkt für eigene Rohstoffe und Produkte wieder auszuweiten. In diesem Zuge wird mit einer Verdopplung des Handelsaufkommens gerechnet. Neue Arbeitsplätze werden dringend gebraucht, denn Schätzungen zufolge liegt die Dunkelziffer bei bis zu 50 % Arbeitlosen und Unterbeschäftigten. Neben der hohen Arbeitslosigkeit gibt es ein großes Korruptionsproblem. Verbreitet sind auch Kinderarbeit und Billiglohnarbeit vor allem der ins Land geflüchteten Afghanen.
 
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8. Kultur und Sehenswürdigkeiten 


Die iranische Kulturlandschaft ist zentralistisch organisiert. Die Verantwortung für die Umsetzung der "Kulturrevolution" liegt beim Obersten Rat der Kulturrevolution, dem der Staatspräsident vorsitzt. Der Rat koordiniert die Islamisierung des Kulturbetriebes. Das Ministerium für Kultur und islamische Führung (Erschad), überwacht die Medien, das Internet, Publikationen, Theatervorstellungen, Musikveranstaltungen, Kunstausstellungen sowie kulturelle und zivilgesellschaftliche Organisationen. Trotz auferlegter Restriktionen zeigt sich die iranische Kulturszene sehr rege. Das Kulturleben in der Hauptstadt Teheran ist mit einer großen Auswahl von Galerien, Museen, Theaterhäusern und Kinos lebhaft. Der iranische Film ist international angesehen. Mit Asghar Farhadi hat der Iran einen zweifachen Oscar-Preisträger vorzuweisen (2012 & 2017). Abseits des Politische begeistert die iranische Küche durch ihre Vielfalt. 

Sehenswürdigkeiten und beliebte Reiseziele sind: 
- Strände am Kaspischen Meer und persischen Golf
- Sandwüsten Kawir und Lut
​- Städte wie Teheran und Isfahan mit ihren alten Bauten, Museen und Bazaren
- für unendlich mehr Sehenswertes im Iran siehe auch > Lonely Planet
 
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9. Nationalparks und Naturschutz

Die schnelle Industrialisierung hat in den großen Städten zu starker Luftverschmutzung geführt, wogegen die iranische Regierung kaum etwas unternimmt. Der Iran zählt mittlerweile zu den energieintensivsten Ländern der Welt. Auch die Wasserkrise zählt durch unverhältnismäßig hohen Verbrauch zu den hausgemachten Problemen. In den Städten sinkt der Grundwasserspiegel und viele Feuchtgebiete im Land sind am Austrocknen. Das iranische Atomprogramm trägt ebenfalls zur Gefährdung der Umwelt bei: Mehrere Atomanlagen befinden sich auf seismisch besonders bedrohten Arealen. 

Ein nachhaltiges Schutz- und Nutzungskonzept wird derzeit für den Hyracanischen Wald am Kaspischen Meer erarbeitet. Zudem gibt es mehrere Schutzgebiete wie das Arasbaran-Schutzgebiet, das Touran-Schutzgebiet, den Golestan-Nationalpark und den Kawir-Nationalpark.
 
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10. Feiertage

Viele der angegebenen Feiertage richten sich nach dem islamischen Mondkalender und verschieben sich daher von Jahr zu Jahr (Verschiebungen um 1, maximal 2 Tage sind möglich. Für alle weltlichen Feiertage gibt es ein feststehendes Datum.

Feiertag Datum
Sieg der Islamischen Revolution 11. Februar 2017
Martyrium Fatimas 20. Februar 2017
Tag der Verstaatlichung der Ölindustrie 20. März 2017
Nowruz (persisches Neujahr) 22. - 24. März 2017 
Gründungstag der Islamischen Republik Iran (Nationalfeiertag) 1. April 2017
Tag der Natur 2. April 2017
Geburtstag Imam Alis 11. April 2017
Himmelfahrt Mohammeds 25. April 2017
Geburtstag Imam Madhis 12. Mai 2017
Todestag des Imam Khomeini 4. Juni 2017
15. Khordad: Tag des Aufstandes gegen den Schah von 1963 5. Juni 2017
Martyrium des Imam Ali 16. Juni 2017
Eid al-Fitr (Ende des Ramadan, Beginn 2017: 26.5.) 26 - 27. Juni 2017
Martyrium des Imam Sadegh 20. Juli 2017 
Eid al-Adha (Opferfest) 1. - 3. September 2017
Islamisches Neujahrsfest 22. September 2017
Aschura und Tasua; Todestag des Imam Hussein 30. September - 1. Oktober 2017
Arbaeen 10. November 2017
Martyrium des Imam Reza 19. November 2017
Milad un Nabi (Geburtstag des Propheten Muhammad) 6. Dezember 2017
 
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11. Reisehinweise

Ramadan ist der islamische Fastenmonat, dessen Daten von Jahr zu Jahr variieren. Der nächste Ramadan fällt voraussichtlich in die Zeit vom 27. Mai bis 25. Juni 2017. In dieser Zeit religiöser Besinnung gilt für Muslime ein Fastengebot, d.h. der Verzicht auf Speisen, Getränke, Rauchen sowie z.B. sinnliche Genüsse wie Parfüm, von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang. Auch wenn die Fastenregeln nur für Muslime gelten (wobei Ausnahmen für Schwangere, Kranke, kleine Kinder und Reisende bestehen), sollten auch Nichtmuslime dem Fasten der Muslime mit Respekt begegnen und darauf achten, keine religiösen Gefühle zu verletzen. Während des Ramadans ist tagsüber das Essen, Trinken und Rauchen in der Öffentlichkeit auch für Nichtmuslime verboten. Während des Ramadan ist mit Einschränkungen im Alltag (z.B. tagsüber Schließung von Restaurants außerhalb der Hotels, reduzierte Arbeitszeiten bei Behörden) und mit erhöhter Sensibilität in religiösen Angelegenheiten sowie in Fragen der Respektierung islamischer Traditionen zu rechnen.

Reisen über Land: Individualreisende sollten grundsätzlich vermeiden, allein nachts oder in einsamen Gebieten zu reisen. Es gab in der Vergangenheit einzelne Fälle von sexueller Belästigung Städten, daher sollten besonders allein reisende Frauen darauf achten, sich nicht in menschenleeren Gegenden, wie z.B. fernab der regelmäßig frequentierten Wanderrouten in den Bergen, aufzuhalten. Von Reisen in den Osten der Provinz Kerman und Sistan-Belutschistan sowie in  die Grenzgebiete Irans mit Pakistan und Afghanistan wird dringend abgeraten. In diesen Gebieten besteht ein erhebliches Entführungs- und Anschlagsrisiko. Dies betrifft insbesondere das Gebiet im Dreieck zwischen den Städten Zabol, Bam und Chabahar.  Stabiler ist die Lage in der Hafenstadt Chabahar selbst, sofern der Luftweg für die Anreise genutzt wird. Es wird jedoch empfohlen, die aktuelle Entwicklung der Sicherheitslage aufmerksam zu verfolgen. Von nicht notwendigen Individual- oder Trekkingreisen in die Kurdengebiete im Nordwesten Irans, insbesondere entlang der türkischen und irakischen Grenze, wird grundsätzlich abgeraten. Gelegentlich werden die Grenzübergänge zur Türkei und zum Irak geschlossen. Es wird dringend davon abgeraten, auf dem Landweg, insbesondere mit dem Fahrrad oder Motorrad, nach Pakistan oder Afghanistan zu reisen. Auf der Strecke Zabul-Zahedan besteht ein Überfall- und Entführungsrisiko, auf der Strecke Kerman-Bam wurden nach Errichtung einer Straßensperre Reisende von Mitgliedern einer terroristischen Gruppierung erschossen. Für Afghanistan, Irak und die an Iran grenzende pakistanische Provinz Belutschistan bestehen Reisewarnungen.

Kriminalität: In Teheran kommt es gelegentlich zu Personenkontrollen durch vermeintliche Sicherheitsbeamte. Die Kontrolleure erweisen sich anschließend als Trickbetrüger, welche z.B. nach erfolgter "Kontrolle" die Geldbörse oder deren Inhalt einbehalten. Es wird geraten, darauf zu bestehen, entsprechende Kontrollen lediglich im Hotel oder der nächstgelegenen Polizeistation durchführen zu lassen. Wenn möglich sollten Pässe und Wertsachen im Hotelsafe deponiert und nur eine Kopie des Passes mitgeführt werden. Die Zahl der Diebstähle von Pässen, Geld und Taschen in Geschäften und auf der Straße (auch durch Motorradfahrer) nimmt - ebenso wie die Zahl der Einbrüche in Wohnungen und Häuser - zu. Besondere Umsicht ist hier geboten. Vorsicht ist auch bei von Fremden angebotenen Süßigkeiten/Keksen und (offenen) Getränken geboten, da Diebe k.o.-Tropfen benutzen, um Touristen zu betäuben und auszurauben.

Bislang aufgrund von Sanktionen ausgeschlossene iranische Banken können erst seit Mitte Januar 2016 wieder an das internationale Zahlungsverkehrssystem SWIFT angeschlossen werden. Derzeit gibt es noch keine verlässlichen Überweisungswege im privaten Geldverkehr, die ausländische Touristen kurzfristig nutzen könnten. Reisende haben in Iran noch keinerlei Möglichkeiten Geld abzuheben oder sich anderweitig zu beschaffen. Eine Zahlung mit Kreditkarte ist nur in sehr seltenen Ausnahmefällen möglich. Traveler Schecks können nicht umgetauscht werden. Reisende sollten bei ihrer Urlaubsplanung deshalb unbedingt beachten, dass sie für ihren Aufenthalt in Iran genügend Bargeld bei sich führen. Bei Ein- und Ausreise sind mitgeführte Bargeldbeträge mit einem Gegenwert von über 5.000 USD anzumelden (siehe auch Zollvorschriften). Devisen können bei der Einreise am Flughafen oder bei verschiedenen Banken und Wechselstuben zum Tageskurs in Rial umgetauscht werden. Der Bankenkurs unterscheidet sich merklich vom Wechselstubenkurs. Ein Rücktausch von nicht benötigten Rialbeträgen ist in der Regel nicht oder nur mit erheblichem Kursverlust möglich.

Verboten ist die Einfuhr von Alkohol, Schweinefleisch und Publikationen, die das sehr strenge iranische Moralverständnis verletzen könnten.

Reisende sollten während des Aufenthalts in Iran die aktuelle politische Lage aufmerksam verfolgen und unter anderem an folgenden Daten besondere Vorsicht walten lassen:

11. Februar – Revolutionstag
14. Februar – Jahrestag von Anti-Regierungsdemonstrationen
19. Mai 2017 - Präsidentschafts- und Kommunalwahlen
1. Oktober 2017 - Ashura Fest 
04. November - Besetzung der US-Botschaft
29. November – Übergriffe auf die britische Botschaft
07. Dezember - sog. Studententag
 
Fotografieren und Filmen (auch mit Mobiltelefon) sollte insgesamt restriktiv und mit der gebotenen Sensibilität gehandhabt werden. Es sind Fälle bekannt geworden, in denen Touristen Kameras abgenommen und sie vorübergehend festgenommen wurden, da sie verdächtigt wurden, öffentliche Gebäude oder Demonstrationen fotografiert zu haben. Ebenfalls abzusehen ist vom Versenden von Fotos oder Reiseberichten, die in irgendeiner Weise Bezug zu aktuellen politischen Entwicklungen haben. Gleiches gilt für SMS und Telefonate. Die entsprechende Kommunikation wird überwacht und es sind Fälle bekannt, bei denen ausländische Staatsangehörige aufgrund derartiger Kommunikation mit ihrem Heimatland angeklagt und verurteilt worden sind. Die Kommunikation im Inland und mit dem Ausland ist phasenweise sehr schwierig und nicht immer möglich.
 
Quelle der hier aufgeführten Reisehinweise und zusätzliche Infos: Auswärtiges Amt.
 
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12. Medizinische Hinweise

Für die Dauer des Aufenthaltes in Iran ist eine iranische oder deutsche Unfall- und Krankenversicherung notwendig. Seit 23. September 2011 sind die iranischen Auslandsvertretungen verpflichtet, vor Ausstellung des Visums den Krankenversicherungsschutz zu überprüfen. Bereits bei Antragstellung des Visums in Deutschland ist deshalb das Bestehen einer entsprechenden Versicherung durch Vorlage eines Versicherungsvertrages nachzuweisen. Weitere Informationen können Reisende direkt bei der zuständigen iranischen Auslandsvertretung erfragen.
Die spezialisierte, medizinische Versorgung ist in weiten Landesteilen medizinisch, hygienisch, technisch und organisatorisch nicht auf der Höhe der Hauptstadt und nicht vergleichbar mit  europäischem Standard. Sprachbarrieren können gerade auf dem Land die Kommunikation erschweren. In Teheran ist die medizinische Versorgung in allen Fachdisziplinen meist auf einem recht hohen Niveau möglich. Auch bei schweren Erkrankungen muss deshalb nur selten eine medizinische Evakuierung ins Ausland, z.B. nach Dubai, oder eine sofortige Rapatriierung erwogen werden. Ein ausreichender Krankenversicherungsschutz, einschließlich einer Reiserückholversicherung, ist dennoch dringend notwendig. Eine individuelle Beratung durch einen reisemedizinisch erfahrenen Arzt in ausreichendem Abstand vor der Ausreise wird empfohlen (www.dtg.org oder www.frm-web.de). Reisende sollten regelmäßig einzunehmende Medikamente in ausreichender Menge in den Iran mitbringen und sich für die Einreise die Notwendigkeit von ihrem Arzt auf Englisch bescheinigen lassen. Die Mitnahme einer Reiseapotheke, die nicht nur regelmäßig benötigte Arzneimittel, sondern auch Medikamente für gängige Reiseerkrankungen beinhaltet, wird dringend empfohlen, da westliche Medikamente regelmäßig nicht zur Verfügung stehen. Besonders chronisch kranke und behandlungsbedürftige Menschen müssen sich des gesundheitlichen Risikos einer Reise in den Iran bewusst sein.
 
Die Deutsche Botschaft in Teheran verfügt für den Notfall über eine Adressenliste von Ärzten und Krankenhäusern in der Stadt.
 
Malaria kann im Iran landesweit, unterhalb einer Höhe von 1.500 Metern, vorkommen. Die jährlichen Fallzahlen sind aber nicht hoch, das Risiko ist damit gering. Im Norden des Landes ist eine Übertragung von Juni bis September möglich, im Süden von Mai bis September und an der Küste des Persischen Golfs ganzjährig.
 
Durchfallerkrankungen sind im Iran noch relativ weit verbreitet. Zur Prophylaxe wird empfohlen, nur originalverpackte Getränke aus Flaschen oder Dosen zu konsumieren oder Wasser vor dem Genuss gründlich abzukochen, zu filtern oder zu desinfizieren. Auf den Verzehr roher, ungekochter und ungeschälter Produkte sollte verzichtet werden. Fleisch sollte vor dem Verzehr ebenfalls gut gegart  sein. Das Infektionsrisiko für Salmonellen-, Shigellen- und Typhuserkrankungen, Amöben, Lamblien und Wurmerkrankungen, Hepatitis A und E besteht landesweit. Allgemeine Hygienemaßnahmen wie regelmäßiges Händewaschen oder Händedesinfektion nach dem Toilettengang und vor dem Essen und das Fernhalten von Fliegen von Nahrungsmitteln können die Gefahr einer Infektion vermindern.
 
HIV/Aids kommt im Iran vor. Durch sexuelle Kontakte, bei intravenösem Drogenmissbrauch (unsaubere Spritzen oder Kanülen), durch Tätowierungen oder Piercings und Bluttransfusionen besteht grundsätzlich das Risiko einer HIV- und einer Hepatitis B Infektion. Die Benutzung von Kondomen wird deshalb, insbesondere bei Gelegenheitsbekanntschaften und kommerziellem Sex, dringend empfohlen.
 
Die Tuberkulose kommt landesweit noch häufig vor. Die Übertragung erfolgt von Mensch zu Mensch über Tröpfcheninfektion oder enge Kontakte. Durch unsachgemäße oder abgebrochene Behandlungen können resistente und multiresistente Tuberkuloseerreger entstehen. Das Tragen eines chirurgischen Mundschutzes schützt nicht vor einer Ansteckung!
 
Die oben genannten Gesundheitshinweise stellen eine unvollständige Auswahl dar, für die keine Haftung übernommen wird. Ausführlichere Informationen hält das Auswärtige Amt bereit. Dieses ist auch die Quelle der oben angeführten Gesundheitsinformationen.
 
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13. Auslandsvertretungen

Botschaft der Bundesrepublik Deutschland
Teheran Ferdowsi Ave., No 320-324, Teheran
Postadresse: Embassy of the Federal Republic of Germany, P.O. Box 11365-179, Teheran, Iran
Tel.: +98 21 39 99 00 00
E-Mail: info@teheran.diplo.de
 
Botschaft der Islamischen Republik Iran
Podbielskiallee 65-67
14195 Berlin
Tel.: +49 30 84 35 30
E-Mail: info@iranbotschaft,de
 

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14. Quellen und Links

Wikipedia

Auswärtiges Amt

CIA World Factbook

Iran Official Tourism

Lonely Planet

 

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Motorrad-Reisen in Iran